9. Spieltag: FC Karame – Hansa I 0:1 (0:0)

Nach der Niederlage in der letzten Woche war klar, dass Hansa dreifach punkten musste, um nicht das Loch zu den Aufstiegsplätzen zu groß werden zu lassen. Der Spielplan hatte aber mit dem Auswärtsspiel beim FC Karame, Tabellenzweiter vor der Partie, keine einfache Aufgabe für die Hansa-Truppe vorgesehen. Und in der Tat kam Hansa nur schwer in Tritt, bereits in der 2. Minute musste Keeper Christian Haberecht einen zwar nicht stark, aber doch präzise geschossenen Ball aus dem Winkel fischen. Bei Hansa lief nach vorne nichts, spielerisch gelang gar kaum etwas, da die Abwehrreihe war vollauf zufrieden, wenn sie denn Ball in des Gegners Hälfte dreschen konnte (von wo er in der Regel postwendend zurück kam). Die kämpferische Einstellung war in Ordnung, aber es fehlte dennoch das Vertrauen in die eigenen Stärken. Da aber den Arabern von Karame die letzte Durchschlagskraft fehlte und Christian Haberecht an diesem Tag die Luft- und Bodenhoheit besaß wurde es letztlich nur bei einem Pfostenschuss brenzlig für Hansa. Mit einem etwas glücklichen 0:0 ging es schließlich in die Kabinen, wo Trainer Ali Ilhan eine begnadete Ansprache hielt („Wovor habt ihr so Angst? Ihr seit doch alles Männer! Spielt so wie ihr Bier trinkt!“). Das mit dem Bier nahmen sich wohl einige zu Herzen denn Hansa spielte in der zweiten Hälfte mutiger und druckvoller, setzte nun auch Karame zeitweilig unter Druck. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit wenigen Chancen auf beiden Seiten, die Partie hatte dennoch ein höheres Niveau als noch vor der Pause. Hansa glaubte nun aber an seine Chance und zeigte dies, Bälle wurden schnell wieder ins Spiel gebracht und die Zweikämpfe angenommen. Und das wurde belohnt, Hansa hatte das Glück des Tüchtigen: Dem unermüdliche Yusuf Yildirim gelang es eine Viertelstunde vor Schluss endlich sich entscheidend durchzusetzten und hatte den Blick für den genau im richtigen Moment gestarteten Sturmpartner Engin Kahrmaman, der Yilidirims perfekt getimten Pass zum umjubelten 1:0 einschießen konnte. Die restliche Spielzeit rackerte die ganze Mannschaft unermüdlich und kämpfte Karame über die Zeit, so dass ein vielleicht etwas glücklicher, aber aufgrund der Mannschaftsleistung auch wieder vollauf verdienter und obendrein ungeheuer wichtiger Auswärtssieg gefeiert werden konnte. Beste Spieler waren die Stürmer Engin Kahraman und Yusuf Yildirim, die vorne einen schweren Stand hatten und dennoch die entscheidende Aktion setzten, sowie Torwart Christian Haberecht, der sich das „zu null“ vor allem in der ersten Halbzeit mit vielen starken Aktionen verdiente. [ch.]

Aufstellung: Haberecht – Linke – Catal (80. Engel), Karayel, Fischer – Gorelik (55. Schachner), Meiser, Herrmann (65. Ciftci), Yücel – Kahraman, Yildirim.

Tore: 0:1 (76.) Kahraman.

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One Response to Dreckiger 0:1-Erfolg beim FC Karame

  1. […] Dreckiger Sieg, der: Eine Mannschaft, die sich damit rühmt, einen dreckigen Sieg eingefahren zu haben, ist entweder a) clever und abgeklärt oder paktiert b) mit dem lieben Fußballgott. Egal, wie man es dreht und wendet, nach Abpfiff steht das zynischste aller Fußballergebnisse zu Buche: 1:0. Ein einziges Tor in 90+X langen Minuten, ein Tor jedoch, das über Wohl und Wehe des weiteren Saisonverlaufs entscheidet, das Selbstbewusstsein beflügelt, bisweilen auch zu Übermut verleitet. (Maßloser Bierkonsum erweist sich hierbei als förderlich.) Ein dreckiger Sieg ist also der Garant für ausgelassene Jubelorgien, in der Gewissheit, dem Gegner das Wochenende gründlich vermiest zu haben – dreckig halt. Als Paradebeispiel gilt der Heimsieg des FSV Hansa 07 gegen den TUS Makkabi II. Nicht minder populär: Der 1:0-Auswärtssieg der Kreuzberger gegen den FC Karame am 10. Spieltag. […]

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