Autor: Marcel

Drittletzter Spieltag für die Hansenores in der Bezirksliga. Die Ausgangslage war so klar wie verlockend. Nach der Niederlage der Berliner Amateure am vergangenen Wochenende, konnten die Hansenores mit einem Sieg gegen SG Nordring den Aufstieg in die Landesliga perfekt machen.

Motiviert waren alle Spieler vom Scheitel bis zur Fußspitze. Das Trainerdreigestirn vertraute dem nun über Jahre eingespielten System mit einer Dreierkette (für diesen taktischen Winkelzug sollte am selben Abend ein spanischer Trainer allerhöchste Anerkennung aus der Fachpresse erhalten), einer Doppelsechs davor, 2 schnellen Außen und einem Mix aus klassischer Zehn und Doppelspitze ganz vorne. Normaler Alltag bei den Hansenores. Im Tor fehlte mit Stefan unsere Stammkraft, dafür hatten wir mit dem Präsidenten persönlich, Christian, einen zuverlässigen Stellvertreter.

Wir wollten den Gegner kommen lassen, nicht zu früh drauf gehen, und ähnlich dem letzten Spiel gegen Hertha Zehlendorf, aus einer kontrollierten Defensive die Angriffe nach vorne tragen. Zu sehr schmerzte noch die Niederlage gegen Südwest, als wir im Übereifer und blindem Anrennen gegen ein Bollwerk aus 11 mäßig beschlagenen Kickern den Ball nicht über die gegnerische Torlinie gebracht und zu Recht verloren hatten.

Vielleicht hatte diese etwas abwartende taktische Marschroute anfangs zu einer allgemeinen „Unterspanntheit“ auf dem Platz geführt. Es fehlte Spritzigkeit nach vorne, das Passspiel ging selten über mehr als drei Stationen und auch die Zweikämpfe wurden nicht mit letzter Entschlossenheit geführt. Daher gibt es aus der ersten Halbzeit auch nur wenige wirklich nennenswerte Szenen zu berichten. Bezeichnend die 1:0-Führung durch Jan. Eine als Flanke gedachte Hereingabe segelt über den Torwart hinweg und landet schließlich im langen Eck. Nehmen wir mit, einem Tabellenführer passiert sowas, zweifelsohne. Anschließend hatten wir noch zwei gute Kopfballchancen durch Jörn und Axel, die beide jeweils nur knapp das Tor verfehlten. Auch Michael hatte noch eine gute Einschussmöglichkeit, als er mit Anlauf aus Lüneburg in den gegnerischen Strafraum eindringt, frei vor dem Torwart steht, dann aber leicht verzieht. Selbstherausgespielte Chancen für SG Nordring – Fehlanzeige. Wäre da nicht die missglückte Rückgabe auf Christian gewesen. Den auftrumpfenden Ball konnte Christian noch gedankenschnell mit der Hand über den Querbalken lenken. Trotz heftiger Proteste des Gegners blieb der Pfiff für einen indirekten Freistoß aus. Auch meine Recherche hat nicht eindeutig ergeben, ob es erlaubt ist, den Ball nach einer missglückten Rückgabe mit der Hand zu berühren.

Unmut machte sich in der Halbzeit breit. Mit einer so dürftigen Leistung wollten wir dann doch nicht den Aufstieg besiegeln. Das rauschende Spiel Richtung Landesliga blieb bisher aus. Anscheinend haben wir aber aus der, unter Hansenores nicht untypischen, Vielstimmigkeit zur Pause, den richtigen Kick für die nächsten 45 Minuten gekriegt. Die Aktionen in der zweiten Halbzeit waren flüssiger, der Drang auf das nächste Tor größer und der Aufwand wurde direkt belohnt und in Tore umgesetzt. Mit einer wahren Energieleistung umkurvt Boris zwei Gegner im Strafraum, passt von der Grundlinie zurück auf den vorgerückten Axel, der mit einem trockenen Flachschuss zum 2:0 einschenkt. Als dann ein gegnerischer Spieler eine Flanke von Jan unglücklich ins eigene Tor zum 3:0 abfälscht, war der Drops gelutscht.

Die Hansenores wechselten. Für Boris kam Jochen, der mit seinen Tempoläufen und butterweichen Flanken auf der rechten Seite für Belebung des Angriffsspiels sorgte. Für Ygit und Mario, die mit ihren Gegenspieler latent unterbeschäftigt waren und sich daher immer wieder in das Offensivspiel einschalteten, übernahmen Alex und Bülent die Positionen in der Dreierkette. Mario rückte auf die 10 vor und Michael wurde nach einer grandiosen Saison und seinem vermutlich letzten Spiel für Hansa mit Applaus Richtung imaginären Spielertunnel verabschiedet.

Die weiteren Tore im Schnelldurchgang.. Einwurf durch Jan auf Höhe des gegnerischen 5-Meter-Raums, Jörn verpasst, Marcel verpasst, der Gegner nicht, dieser schießt seinen Mitspieler an, von dort rollt der Ball vor die Füße des Billardmeisters Axel und der versenkt die Kugel präzise unten rechts, 4:0. Nach einer Hereingabe von Jan stand Jörn– wie so oft in dieser Saison – an der richtigen Stelle und konnte auf 5:0 erhöhen. Alex steht einschussbereit vor dem Tor und kann nur durch ein Foul gestoppt werden. Der Pfiff, Elfmeter. Roman tritt an, der Keeper hechtet nach links, Roman serviert rechts, 6:0. Verladen. Ufuks wohltemperierte Flanke erreicht den blendend aufgelegten und völlig ungedeckten Jan. Der pflückt die Kirsche runter, schaut, und hebt den Ball dann über den heranstürmenden Torwart zum 7:0 ins Netz. Den Schlusspunkt setzt erneut Jan, der nach Vorarbeit des einsatzfreudigen Jörn zum 8:0 Endstand einschiebt. Abpfiff, Aufstieg, Challlalallallalla.

P.S. auch in der dritten Halbzeit fanden die Hansenores zur gewohnten Form zurück. Die Bierdusche für das Trainergespann blieb dieses Mal noch aus. Ist aber für den letzten Spieltag fest eingeplant. Bitte noch einen zweiten Anzug für später einpacken…

 

One Response to Aufstieg hin, Aufstieg her, Hanser!

  1. Steffen sagt:

    Nochmal Glückwunsch zum Aufstieg! Die Kronkorken an der Seitenlinie waren stiller Zeuge des Jubels. 🙂

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