Dies Ausgangsposition war klar an diesem Sonntag in der Wrangelritze: Ein Sieg war Pflicht für Hansa gegen einen akut abstiegsgefährdeten Gegner aus Neukölln, wollte man noch eine Minimalchance auf den Aufstieg bewahren. Am Ende wanderten die Mannen von Ali Ilhan jedoch mit hängenden Köpfen vom Platz und können sich nun auf eine weitere Saison in der Kreisliga A einstellen. Dazwischen lagen eine vollkommen verkorkste erste, eine etwas bessere zweite Halbzeit und eine insgesamt verdiente 2:4 Niederlage.

Hansa war zu Beginn die Verunsicherung nach der unglücklichen Niederlage am vergangenen Spieltag beim SV Adler Berlin anzumerken. Stellungsfehler in der Abwehr, haufenweise Fehlpässe im Mittelfeld und auch im Angriff fehlte zu Beginn die gewohnte Durchschlagskraft. Der Gegner aus Neukölln präsentierte sich entschlossen, bisweilen rabiat und agierte mit langen Bällen auf die robusten Stürmer. Hansa dagegen verpasste es zunächst völlig, den Kampf anzunehmen und ordentlich dagegen zu halten. Folgerichtig musste Keeper Haberecht den Ball bereits in den ersten 20 Minuten nach individuellen Fehlern zweimal aus dem Netz holen. Zu allem Überfluss musste Trainer Ilhan zu diesem frühen Zeitpunkt bereits zwei Mal wechseln und brachte Schachner sowie Leclaire für die verletzten Karayel und Emmerling. Hansa fand jedoch über die gesamte erste Halbzeit nicht ins Spiel und musste im Endefefekt damit leben, mit einem Zwei Tore- Rückstand in die Halbzeit zu gehen.

Für die zweiten 45 Minuten nahm man sich vor, körperlich dagegenzuhalten und zur spielerischen Stärke zurück zu finden. Hansa agierte nun mit einer etwas klareren Linie, eindeutige Chancen blieben aber weiter Mangelware. Grün-Weiß Neukölln konzentrierte sich weitgehend aufs Verteidigen. Erst ein von Öktem aus 20 Metern direkt verwandelter Freistoß (66.) brachte den Anschlusstreffer und ließ auch die Zuschauer in der Ritze wieder zu Bewusstsein kommen. Das Spiel lag jetzt auf Messers Schneide, Hansa spielte Chancen im Minutentakt heraus. Eine Hereingabe von Huber hätte der gegnerische Abwehrspieler fast ins eigene Tor versenkt, Köpyaprak wurde nur kurz darauf in aussichtreicher Position (wohl zu Unrecht) vom Schiedsrichter zurückgepfiffen.

Es kam jedoch wie es kommen musste: Auf der Gegenseite erreichte einer der zahlreichen 30 Meter-Einwürfe einen Neuköllner Stürmer im Strafraum, der den Ball irgendwie unter der Latte versenkte und den alten Zwei Tore-Abstand wieder herstellte. Hansa glaubte jedoch weiterhin an sich und warf nun alles nach vorne.  Einer der zahlreichen Angriffe erreichte den am Elfmeterpunkt freistehenden Schachner, der zum erneuten Anschlusstreffer versenkte. Hansa bestimmte nun, in den letzten zehn Minuten, das Spiel eindeutig, war jedoch nur selten wirklich zwingend. In der Nachspielzeit dann schließlich der unausweichliche Konter gegen aufgerückte Hanseaten, mit dem ein Neuköllner Stürmer aus stark abseitsverdächtiger Position alles klar machte.

Das Spiel hat Hansa klar in der 1.Halbzeit verloren, auf der Leistung in den zweiten 45 Minuten kann man aber aufbauen. Die Gegner in den kommenden Wochen werden ähnlich unangenehm und kampfstark wie der heutige sein. Es gilt nun, sich in den verbleibenden Spielen noch einmal reinzuhängen, um einen positiven Saisonabschluss zu erreichen.

Aufstellung: Haberecht – Kökyaprak, Borchert (81. Engel), Karayel (21. Schachner), Akdogan – Huber, Rauch, Abraham, M. Bektas – Emmerling (35. Leclaire), Öktem.

Tore: 0:1 Engelhardt (7.), 0:2 Nitsche (20.), 1:2 Öktem (66., Linksschuss, ??), 1:3 Engelhardt (74.), 2:3 Schachner (82., Rechtsschuss, Abraham), 2:4 Nitsche (90.)

Karten: Öktem (Gelb, Schiedsrichtergespräch)

Hansa-Spieler des Spiels: Thomas Schachner – stabilisierte hinten, trieb an in der Mitte und traf sogar vorne.

[ratings]

Getagged mit
 

4 Responses to Aus! Aus! Der Traum ist aus!

  1. Schachi sagt:

    Schöner Bericht, Scheiss Spiel!
    Vorlage und 80% meines Tores für Torsten!

  2. Jörg sagt:

    Gelb, Schiedsrichtergespräch…!!
    Jungs, guter Saisonabschluss, so sieht es aus. Unsere Runde ist trotzdem eine gute und mit den Ausfällen über die ganze Saison hinweg auch voll ok. Also noch mal 4 Spiele Vollgas und dann schauen was dabei raus kommt.

    Schachi. beste Quote ever. 1 Einsatz, 1 Tor , 1 x Spieler des Spiels. Völlig zurecht.

  3. stefan sagt:

    klasse leistung schachi!
    schade, dass es für einen Dreier nicht gereicht hat.

    trotzdem Kopf hoch – so lange rechnerisch alles möglich ist, wird weiter auf Sieg gespielt. Mahlsdorf hat schon mal bewiesen, dass sie drei Spiele in Folge verlieren können.

    Der Anspruch auf die zweitbeste Abwehr der Liga sollte weiterhin da sein. 4 Spiele für einen tollen Saisonabschluss – c’mon hansa!!!

  4. stefan sagt:

    @Joe: Glückwunsch zum 26. Saisontor und damit alleiniger Rekordtorschützenkönig für Hansa!

    @hall of fame: ich bin dafür, dass wir noch den „card holder“ küren – diesen Titel wird sich vermutlich Joe mit 10 gelben Karten holen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.