13. Spieltag: VFB Berlin Friedrichshain II – FSV Hansa 07 II 2:0 (1:0)

Autor: André Hoss

Sonntag, 13.30 – VFB Friedrichshain II empfängt die Zwote von Hansa 07 zum Duell zwischen Tabellen- und Bezirksnachbarn, direkt zwischen Sport- und Erholungszentrum und grünem Parkidyll. Die legendäre Leiter von Spieler/Co-Trainer Engel wurde kurzerhand durch rote Hütchen in Moos und Laub ersetzt. Bei guter Laune wurden die rivalisierenden Sympathien und Analysen des vorabendlichen Rotweiß vs. Schwarzgelb ausgetauscht: Hätten wohl die Exilfriedrichshainer Kohl, Hoss, Winkler, Stürmer oder „Fotti“ aus Respekt vor ihrem Wohnort bei einem möglichen Treffer nicht gejubelt oder wäre vielleicht dem Rest ein noch bescheuerter Grund eingefallen nicht über Tore zu jubeln? Wir werden es leider nie erfahren. Das Trainergespann Göritz und Engel hatte die Friedrichshainer im bisherigen Saisonverlauf mehrfach beobachtet und kam zum Ergebnis: physisch sehr präsenter Gegner, der mit der richtigen Einstellung, Geduld und etwas mehr Fortune im Abschluss aber durchaus schlagbar erschien. Im Vergleich zum unglücklichen Pokalaus in der Vorwoche begannen Borchert, Netz, Jeannest de Gyves und Hausmann für Stürmer, „Fotti“, Schmidt und Hoss. Der sich noch im Aufbautraining befindliche Hoffmann errechnete vor dem Spiel ein Rekorddurchschnittsalter der Hansabank: Engel, Meiser, Kreischer – jede Menge Erfahrung komplettiert durch Hoss aus der umfunktionierten Abteilung Jugendforscht.

Genug der Vorrede: Es entwickelte sich von Beginn an ein engumkämpftes Spiel auf rutschigem Geläuf mit etwas Durcheinander in der Hansahintermannschaft und leichten Vorteilen der Heimmannschaft, deren erste Chancen jedoch vom sehr guten Hertel abgewehrt werden konnten. Nach etwa 15 Minuten kam die Hansa besser ins Spiel und die Stürmer Hausmann und Bialon gerieten zunehmend ins Visier der gegnerischen Grauzonengrätsche (Grätsche – Hanseatenbein – Ball – kein Pfiff – in variierender Abfolge). Erinnerungen an das Spiel vor zwei Jahren, das aus Freundschaftsspielen Testspiele werden ließ, wurden nicht nur unter den älteren Hanseaten geweckt. Die Hansa nahm also den Kampf an und wusste immer wieder durch schnelle Gegenstöße die gegnerische Abwehr vor große Probleme zu stellen. Leider verfehlte Bialon nach perfekt getimter Hausmannflanke knapp den Ball und Netz scheiterte nach traumhaftem Diago-Zuspiel am glänzend reagierenden Heimtorwächter. Doch auch Friedrichshain kam zu guten Gelegenheiten. 40. Minute: Jesko, Grätsche, Gegner, Klassiker: Elfmeter! Hertel flog ins richtige Eck und parierte in bester Thomas Ravelli Manier den Elfer. Anstatt jetzt vollends aufzuwachen verschlief die Hansa die nächsten 20 Minuten und so kam es unmittelbar vor und nach der Halbzeit zu Geschenken an die Friedrichshainer, die diese kaltschnäuzig zu nutzen wussten. Abspielfehler, schneller Pass in die Gasse, Stürmer durch, Tor. Auch so ein Klassiker irgendwie. Engel kam für Rickerts, unser filou rückte ins Zentrum, wo er mit seiner Kreativität noch einen höheren Einfluss auf das Spiel bekommen sollte. Der Plan ging auf: die Hansa erarbeitete sich mehr Spielanteile und kam auch zu zahlreichen guten Gelegenheiten von denen Netz und Jeannest de Gyves noch die besten liegen ließen. Hansa war dem Gegner nun konditionell überlegen, nur leider nicht in der Lage den Anschlusstreffer zu erzielen und stand wie bereits vor drei Jahren am Ende mit leeren Händen da. Damals verlor die Hansa nicht nur das Spiel, sondern auch zwei Spieler mit roten Karten. Bialon und Netz erinnerten sich sehr gut an das Spiel, bei dem sie nicht dabei waren und hatten Glück, dass die„80er Jahre Linie“ (Göritz) des Schiedsrichters ihre Grätschen auch noch in Grauzonen zwischen Verwarnung und Platzverweis verortete und beide gemeinsam mit ihren zahlreichen Friedrichshainer Pendants mit dunkelgelben Karten das Spiel auf dem Feld beenden durften.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Sieg für Friedrichshain nicht völlig unverdient war. Mit etwas mehr Glück wäre für die Hansa mehr drin gewesen: Sie hat den Fight angenommen, leider zweimal gepennt und zeigte sich in der Folge unfähig ein Tor zu markieren. Auch die Standardsituationen waren an diesem Tag nicht so gefährlich und effektiv wie sonst. Das erste der drei Sechspunktespiele zum Hinrundenabschluss ging also verloren. In den nächsten beiden Wochen geht es gegen die Tabellennachbarn Hertha und Britz, die sich glücklicherweise zeitglich bei einem torlosen Remis die Punkte teilten. In der Tabelle sind Platz 2 und 6 nur noch einen Punkt voneinander getrennt und auch wenn das Spiel gegen einen direkten Konkurrenten verloren wurde, ist die Zwote weiterhin mittendrin im Aufstiegsrennen  und bedankt sich bei den zahlreich mitgereisten Unterstützern am Spielfeldrand.

Hertel – Bublak, Borchert, Kohl, Kastner – Relitz(57. Engel), Behrendt, Jeannest de Gyves – Bialon, Hausmann
[ratings]

 

2 Responses to Aus und in die Grauzonengrätsche oder wie aus Freundschafts- Testspiele wurden…

  1. David sagt:

    Ich sag doch die Leiter wird zum Fetisch, diesmal halt „rote Hütchen in Moos und Laub“ …
    Schade Jungs!! Gewinnt die nächsten beiden Spiele!
    Love

  2. David sagt:

    Ach, und Andre. Danke für den Bericht!

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