5. Spieltag: Sparta Lichtenberg II – FSV Hansa 07 II 4:3 (2:0)

Autor: Jonas Kohl (gestützt auf die Aufzeichnungen Tim Rehwinkels)

Den Artikel mit “This is Sparta” zu überschreiben, konnten sich die Autoren noch so eben verkneifen – die 1. Mannschaft des Heimvereins konnte aber natürlich nicht anders, als später unter diesem Ausspruch, untermalt von einem martialischen Dam Dam Dam Dam, auf den nahezu perfekten Rasen einzulaufen.
Hansa II. hatte zuvor mit dem Kunstrasen vorliebnehmen müssen, war aber immerhin in den visuellen Genuss der neuen, verklinkerten Anlage gekommen, deren Features unter anderem im Boden eingelassene Vereinswappen beinhalteten.
Das Spiel begann Hansa konzentriert, die Mannschaft suchte und fand bereits in den Anfangsminuten viele Abschlüsse, auch wenn diese noch nicht sehr fein justiert waren. Das Heimteam aus Lichtenberg schien zunächst überrascht – doch überrascht waren dann in der 16. Minute die Hanseaten, aus zweierlei Gründen. Zunächst entschied der Unparteiische nach einem als völlig offensichtlich zu bezeichnendem Offensivfoul an Linksverteidiger Franz Schulte an der Seitenlinie auf Freistoß für’s Heimteam (!!!), und dann durchquerte der Ball einmal  den Strafraum, bevor er sich einem Spartaner auf den Fuß und infolgedessen ins Tor begegnete. Null zu eins, und das Ziel, nicht in Rückstand zu geraten, war verfehlt.
Hansa spielte dabei nach vorne nicht unansehnlich, insbesondere das magische Dreieck im zentralen Mittelfeld kombinierte sich auf kurzem Raum nach vorne. Zwei Minuten nach der ersten Ecke für Hansa in der 36. Minute musste die Mannschaft jedoch infolge eines Konters über links den nächsten Tiefschlag hinnehmen. Ein Spartaner legte den Ball von der Grundlinie flach in den Sechzehner, und Tony Behrendts redlicher Versuch die Situation zu entschärfen, wendete sich aufs Tragischste ins Gegenteil, nämlich ins Tor. Null zwo.
Derselbe Behrendt nahm kurz darauf sein Herz in die Hand und platzierte nach einer Vorlage von Tobias Bußmann noch einen Knaller ans Lattenkreuz, dann war Halbzeit. Draußen vor dem Tore bezeugte der nicht spielfähige Hoffmann, wie Hausmann für Hoss-Mann ‚reinkam.
Zwar wollte Hansa aufdrehen, aber auch Sparta wollte mehr. Moritz Uthoff nutzte das Willens-Gerangel und erzielte nach einem Pressschlag das Tor zum Anschluss. In der 58. Minute wurde der debütierende Hajji Serra für Stefan Kreischer ausgewechselt; in der 62. Minute erzielten die Gegner erneut nach einem Standard das drei zu eins: der erste Ball konnte abgewehrt werden, den abprallenden Ball knallte ein Spartaner nicht ohne zögern, aber ohne effektiv gestört zu werden, ins Netz. Netz? Ja, Netz! Doch wo war der eigentlich? Wieder mal in “Bielefeld”? Draußen lächelte Steffen Hoffmann leise und wissend in seinen Kragen.
In der 70. löste Trainer Dogan die Viererkette auf und brachte Sebastian Bialon für Jonas Kohl. Zwar musste Hansa kurz darauf (75.) das vierte Mal den Ball aus dem Netz holen, aber was nach Vorentscheidung roch, war doch noch nicht ganz vorbei.
In der 82. Minute forderte Bußmann den Hintermann von der Sparda, knallte ihm aus 25 Metern ein ordentliches Dingen vor den Latz und demonstrierte mit Understatement die Fielseitigkeit filigraner Füße. Zwar brachte das nichts ein – ebensowenig wie der darauf folgende Behrendtsche Versuch, Bussmann mit einem Fernschuss dem Mittelkreis zu zeigen, wie man’s noch besser macht. Aber dann wurde es nochmal spannend: In der 90. egalisierte Tony Behrendt seine persönliche Spieltagsbilanz, indem er den Ball mit der Piqué an Spartakira vorbei ins Törchen spitzelte. “Waka der wakann, kann ich auch”, dachte sich Julian Möller, und köpfte in der Nachspielzeit zum Anschlusstreffer ein. Jedoch: Ergebniskosmetik, bevor der Schiedsrichter endgültig einen Schlusspfiff unter diesen Sonntag zog, von dem man nicht wusste, ob er frühherbstlich oder spätsommerlich war, und der nach dem Spiel nicht mehr für Fragen zur Verfügung stand.

Aufstellung: Hertel – Möller, Kohl (70. Bialon), Labude, Schulte – Bublak, Behrendt – Serra (58. Kreischer), Bußmann, Uthoff – Hoss (45. Hausmann)
Tore: 1:0, 2:0, 2:1 Uthoff (52.), 3:1, 4:1, 4:2 Behrendt (90.), 4:3 Möller (90.+)

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One Response to Bei Standard Tütlich

  1. marc sagt:

    Fründe, Fründe, jetzt aber mal Ruder rumreißen hia udn das Feld von Hinten aufrollen!

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