18. Spieltag: SC Staaken 1919 – FSV Hansa 07 1:0 (1:0)

Ein Spielzug, ein Name oder Ausdruck des Lobs?

Hansas ausquartierte Damen traten am Tag der Arbeit, im ländlich gelegenen Staaken, mit debütierendem Starkader, erhobenen Hauptes dem Tabellenersten gegenüber.

Abenteuer in der Ferne

Überpünktlich, gut gelaunt und sichtlich erleichtert die Anreise überstanden zu haben, schlug die FSV beim SC Staaken auf, der bereits in Ballonseide gehüllt, einheitlich zugegen war. Die Zeit zu nutzen wissend, zogen sich die Damen gemächlich um, tauschten noch den ein oder anderen zwackenden Stutzen, die locker sitzende M in eine S Hose und zierten sich die Haare mit Bändchen.

13.15 Uhr, bestes Wetter.  Alles sitzt. Wir gehen raus.

Rausgehen, warmmachen, weghauen!

Durch das noch laufende Jugendspiel ließ sich nur der hüglige, lichterne Randstreifen für das Aufwärmprogramm besetzten. Wenig  von der Materie angetan und eingestiebt, tat man das Nötigste und zog sich rasch zur Besprechung zurück. Coach Wegerhoff nahm sich nochmal jede einzeln zur Brust, malte Lauf- und Passwege auf.

Heutiges Motto:  Über die Flügel, rasches Spiel nach vorn!

Ein Hauch von Rasen.

Auswärtsplätze sind ja so ne Sache für sich. Der eine ist stopplig, imitiert Naturrasen und garantiert medizinballartiges Vorwärtsschieben. Der andere ist kurz und trocken, eher  für den schnellen Ball. Der Teppich für den sanften Fall und der Ascheplatz für harte Männer. Weiß man, kennt man.

Doch die Staake spielt auf Sand. Mmh.

Beschleunigte Masse auf kleinen Kügelchen zum Stehen zu bringen, übertraf das physikalische Verständnis der ein oder Anderen und so schlitterte Hansa los. Beeindruckt von dem fremden Boden ging es konzentriert die ersten Minuten zunächst von links nach rechts und selten nach vorn.

Da geht doch was.

Kaum vom Trainingsspiel auf Ligabetrieb umgestellt, nahmen die Kreuzbergerinnen Kurs auf den gegnerischen Kasten. Zunächst das Sicherheit bietende schwedische Sturmwunder Skog suchend, kam Hansa viel über rechts, dem Tor oft gefährlich nah. Mit der Ruhe im Aufbau und der Quirligkeit im Angebot, erspielte sich die FSV Präsenz.

Staaken wusste nicht wie ihnen geschieht und hatte große Mühen ins Spiel zu finden. Von ihrer Struktur, derer sich Hansa im Hinspiel stark bedient hatte, keine Spur. Aus der Not geborene hohe Bälle, lange Pässe, das „Bella“ von der Bank und der Wettlauf zwischen Sturm und Abwehr, bestimmte das blau-weiße Spiel. Des Meisters Taktik, wie sie uns in der 13. Minute lehrten.

Der Ball überspringt Kaapcke, SCs Nummer 18 prischt  vorbei, legt sich den Ball auf und Trzewick erwischt ihn gerade noch mit dem Außenrist. Klärt zur Ecke. Die 18 geht nach Beinfedler zu Boden.

Der Pfiff im Strafraum, was nu? Der unparteiische entschied auf Abstoß. Puuh. Wieder „Bella“ von der gegnerischen Bank. Nichts passiert, weiter geht’s.

Das Übel kommt selten allein und so prallte wenig später Hansas 10 mit einer Staakener zusammen und blieb liegen. Das Aus für Andi Pek nach glorreichem Debüt.

Lisa Fugger kam in die rechte Verteidigung, Pracht wechselte ins linke offensive Mittelfeld und Kapitänin Behre in die Zentrale. Schwarz-weiß legte den Hebel sofort wieder um und hielt  weiterhin tapfer dagegen und den eigenen Kasten bis zur 38. Minute sauber. Langer Ball aus der Mitte in die Spitze, die 18 setzt sich durch, geht allein. „Bellaaaaaaa“. Torhüterin Wittenburg kommt raus. Klärt. Abstauber. Die 14 netzt ein. 1:0 Staaken. Weiter geht’s.

Die letzte Aktion der Halbzeit brachte Souza Pracht, die den langen Weg alleine ging und an ihren nicht mitgelaufenen Teamkolleginnen scheiterte.

Ein Wenig Dortmund zieht bei Hansa ein.

„Ihr müsst die Wege für die Andere gehen, sonst bringt das nichts.“ Die Kritik stand im Raum und nicht umsonst. Mit schwankender Leistungskurve ließ sich dieses Spiel nicht gewinnen. Lauffaul schon gar nicht.

Bella, Bella impossibile.

Auf gleichem Niveau stieg Hansas Elf in die Zweite Hälfte ein. Immer wieder mit Stil, wie gewünscht, über die Flügel nach vorn spielend, bot sich eine Gelegenheit nach der anderen.

Messow und Kaapcke spielten sichere Bälle gen Mittelfeld, die mit Eifer von Heinicke und Drouin in die Spitze oder auf die Flügel weitergeleitet worden sind, doch leider ihren Abschluss im Toraus fanden.

In der 58. Minute wechselte Staaken ihre rechte offensive Mittelfeldspielerin gegen eine linke und kam nun ausschließlich über die stärker besetzte Seite. Hansa musste weit rüberschieben, so dass sich die Mitte als Angriffsfläche bot. Das Traumduo Bella/Bella schlug zu und setzte Hansa zwischenzeitig unter Beschuss. Doch die Abwehr hielt stand. Fugger und Kaapcke holten die Bälle, Messow schlug sie raus. Trzewick stellte sich mittig allem in den Weg und hatte den Fuß Wittenburgs als sicheren Joker im Nacken.

Arbeitssieg!

„Hansa, jetzt mal wieder laufen“, mahnte Trainer Wegerhoff und die Damen gehorchten. Zur Verstärkung und als Krönung kehrte Jo Ahlrichs für Kanter nach langer Verletzungspause aufs Feld zurück.

Flink wie die Wiesel, früher am Ball und sichtbar energischer in den Zweikämpfen, spielte die FSV nochmal auf und brachte Staaken den Schwindel nah. Für Wirbel sorgte der Pass von Ahlrichs in den Lauf  Skogs, die an der Torhüterin scheitert. Das Aufbäumen erntete leider keine Früchte mehr und so ging Hansa punktlos aus.  Doch der Satz: „Das ihr es uns so schwer machen musstet.“, holt alles wieder raus.

Auf Wiedersehen Staaken! Bis in zwei Jahren.

Aufstellung: Wittenburg – Trzewick, Kaapcke, Messow, Pracht – Heinicke, Drouin, Behre, Pek (22.Fugger), Skog – Kanter (70. Ahlrichs)

Spielerin des Spiels: Das Wechselgespann Pek/Fugger.

(Autorin: Julia)

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6 Responses to „Bella“

  1. Jule sagt:

    Starkader????

  2. York sagt:

    @Jule: einfach ignorieren

  3. Julia sagt:

    Keine Sorge, mich habe ich nicht gemeint. Die Debütantinnen Astrid Skog aus der schwedischen 3. Liga und die grandiose Andi Pek, nebst zurückgekehrtem Laufwunder Jo Ahlrichs, gingen mir da durch den Kopf. Bereichernde Aufstockung des Kaders, hehe.

  4. Grit sagt:

    Schöner Bericht.Aber: “ Starkader“?
    Hab ich die Tore verpennt?Sollten wir langsam Geld verlangen für unsere grandiosen Leistungen oder einfach nur mehr Bier trinken? Ich mag Bier und bin im Zwiespalt.
    Ich verweise an alle Frauen, die die Mannschaft glücklicherweise mit aufgebaut haben und die seit über einem Jahr fleißig mittrainieren.

    Über kurz oder lang: Wir sind das Team!

    Jesus loves you.

  5. marc sagt:

    Leute, alles klar hier? Also, irgendwelche religös angehauchten Auge-um-Auge-brutalo-Kommentare will hier keiner lesen und werden auch gelöscht!

    Dass ein Team von den Namen her mal gut besetzt ist und somit Begriffe wie »Bestbesetzung« oder in dem Fall »Starkader« benutzt werden, diskreditiert doch nicht gleich den Rest der Truppe und bedeutet auch nicht automatisch, wie am Ergebnis zu sehen ist, dass diese Formation die Erfolgreichste ist. Dies bitte ich zu bedenken und nicht persönlich zu nehmen. Das gehört auch zum Teamsport, nicht zu den Besten zu gehören, aber trotzdem Teil des Gefüges zu sein. Biete mich als Team-Psychologe an. 😉

  6. Jen sagt:

    @ marc: DANKE!!

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