12. Spieltag: SK Türkyurt 01 – FSV Hansa 07 II 2:3 (1:1)

Nach dem Schlusspfiff stapften ausgelaugte, aber glückselige Hanseaten in die Umkleidekabine, um sich die verschwitzten Trikots vom Leib zu streifen. Inmitten des Spieler-Pulks tummelten sich die drei jungen Ultras aus dem Hause Emmerling und verteilten Gummibärchen. Es war dies die verdiente Belohnung für einen womöglich wegweisenden Auswärtssieg.

Der Hansa-Tross

Trainer, Fan, Spieler, Hund...

Wenige Stunden zuvor machte sich der Hansa-Tross, hofiert vom Emmerling´schen Nachwuchs und dem Bernasennen-Hund Ben, auf den Weg nach Moabit. Gemeinsam galt es, einen wichtigen Spieltag erfolgreich zu bestreiten. Nicht nur, dass sich die FSV Hansa 07 gegen den Tabellenvierten SK Türkyurt 01 duellierte, zeitgleich spielte der Tabellenzweite (Berliner Amateure II) gegen den -dritten (SV Karow II). Verlieren war also verboten, wollte man weiterhin auf einem der beiden Aufstiegsplätze verharren.

Auf Seiten der Kreuzberger hatte man Respekt vor den langen Einwürfen und gefährlichen Standardsituationen des Gegners, hatten diese doch das Hinspiel aus Sicht der Hanseaten so unglücklich ausgehen lassen. Hinzu kam, dass das Rückspiel unter schwierigen Vorzeichen stand: Trainer Marc Nutsch befand sich auf Fortbildung und übergab das Zepter an den erst kürzlich zum Co-Trainer ernannten Ex-Spieler Ben Fischer. Der Interimscoach hatte mit einer sehr dünnen Personaldecke in der Defensive zu kämpfen: Tim Rehmann lag krank im Bett, Stephan Kreischer war im Urlaub, Patrick Kohl hatte bis in die frühen Morgenstunden gearbeitet und Paul Linke weilte zu Gesprächen mit dem tunesischen Tourismusminister in Djerba (Stichwort Sommertrainingslager?). Ein Lichtblick war Hansa-Legende Thomas Schachner, der aus der Ersten Mannschaft abkommandiert wurde.

Der Haudegen nahm bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte Platz auf der Ersatzbank. Er wurde Zeuge eines Spiels, das bereits nach wenigen Minuten aufgrund von zahlreichen Nicklichkeiten hektisch und zerfahren sein sollte. Gefällige Kombinationen waren Mangelware, stattdessen gab es laufend Spielunterbrechungen. Nach einer Viertelstunde dann die bittere Pille für den Gast aus Kreuzberg: Ein Eckball der Hausherren konnte nicht geklärt werden und der Ball wurde aus kurzer Distanz über die Linie bugsiert. Doch anstatt den Kopf zu verlieren, bekam Hansa das Spiel fortan in den Griff und erzielte wenige Minuten später durch einen von Roman Emmerling sicher verwandelten Handelfmeter den Ausgleich. Bis zum Halbzeitpfiff war Hansa das stärkere Team, ohne sich jedoch gefährliche Chancen herauszuspielen.

Gleich nach Wiederanpfiff war den Hanseaten anzumerken, dass sie als Sieger vom Platz gehen wollten. Der Tabellenführer spielte dominant und gefällig und so war es wenig verwunderlich, dass sie in 58. Spielminute in Führung gehen sollten: Nach einem wunderbaren Pass von Engin Kahraman verwandelte Paul Stankowski trocken und eiskalt aus zehn Metern. Doch anstatt Ruhe ins nach wie vor hektische und aggressive Spiel zu bringen, gab Hansa das Heft aus der Hand: Zunächst rettete zweimal der Innenpfosten, ehe neun Minuten vor Spielende der verdiente Ausgleich fiel.

Notizzettel Türkyurt

Kalte Hände ergeben krackelige Schrift....

Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide – ein Glück, dass sich das Heimteam aufgrund einer Tätlichkeit selber dezimierte. Ungeachtet der roten Karte rannte Türkyurt nach vorne, um das Siegtor zu erzielen, vernachlässigte dabei jedoch die Defensive. Davon unbeeindruckt bewies Hansa, dass sie eine Spitzenmannschaft ist: In der 89. Spielminute landete ein Konter bei Paul Stankowski, der Kai Schumann bediente. Dieser hatte keine Mühe aus sieben Metern trocken ins kurze Eck zu verwandeln. So ging ein aufreibendes Spiel zu Ende, das mehr als nur drei Punkte für die Hanseaten bedeutete: Es war ein Sieg der Moral, der genügend Rückenwind geben sollte, um den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt zu machen.

Der Rest war sonntägliches Idyll: Bernasennen-Hund Ben kaute zufrieden eine Bockwurst, während die Hansa-Spieler mit dem süßen Geschmack von Gummibärchen im Mund den Heimweg in Richtung Kreuzberg antraten.

Aufstellung: Selk – J.Kohl, P.Kohl, Hoffmann, Meiser – Schumann, Tucic (65.Lauer), Emmerling, Stankowski – E.Kahraman (80.Schachner), Hoss (55.Ellner)

Tor/e: 1:0 unbekannt (15.,Rechtsschuss), 1:1 Emmerling (22.,Handelfmeter), 1:2 Stankowski (58.,Rechtsschuss,E.Kahraman), 2:2 unbekannt (81.,Rechtsschuss), 2:3 Schumann (89.,Rechtsschuss, Stankowski)

Karte/n: E. Kahraman (Foulspiel)

Spieler des Spiels: Paul Stankowski – Dynamik, Durchsetzungskraft, Präzision…..“El tren“ halt!

(Autor: André T.)

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14 Responses to Bigpoints in Moabit

  1. marc sagt:

    Süper Ding! Weiter so.

  2. Schachi sagt:

    Geiles Spiel Leute und gegen so eine Truppe zählen die Punkte mehr als doppelt!

  3. dobermann sagt:

    schöner Bericht Andre. Grandios wie du die Straßenkampf-„Spielkultur“ der Truppe die wir hoffentlich nie wieder sehen müssen, diplomatisch umgangen hast. Ich hätte meine Probleme damit gehabt, von daher danke das du den Job gemacht hast 😉

    @ Truppe: Ganz großes Kino.

  4. Ben sagt:

    Es hat riesen Spaß gemacht! …trotz der Unannehmlichkeiten.

  5. Steffen sagt:

    Jawoll! 🙂

  6. York sagt:

    gut das ich nicht dabei war, sonst wären die noch aufgeregter gewesen! wichtige drei punkte!

  7. roman sagt:

    wirklich sehr diplomatisch verfasster text. auf die „nicklichkeiten“ des gegner hätte man aber vielleicht noch etwas mehr eingehen können. ich hab mindest. ein halbes dutzend unsportliches nachtreten gesehen, selbst wurde ich gewürgt und auf übelste beleidigt – alles bei gleichzeitiger unglaubliche schlechter schauspielerei …
    ein grund mehr aus dieser liga aufzusteigen: NIE WIEDER gegen diese truppe!

    Großer Respekt an die Mannschaft! Wichtige 3 Punkte!

  8. tim sagt:

    Sauber! Der Reh“mann“ gratuliert…

  9. Jonas sagt:

    Das Haarkleid ist lang und weich, es sollte schlicht (glatt) oder höchstens leicht gewellt sein. Auch die nicht sehr großen hoch angesetzten Hängeohren sind behaart. Von der Nase zur Stirn läuft ein weißer Stirnstreif, die Blesse. Ein weißes Brustkreuz und weiße Pfoten sind ein echter Schmuck. Die weiße Schwanzspitze ist kein Muss, aber dennoch gern gesehen. Braunrote Backen und ebensolche Abzeichen seitlich des weißen Brusthaars und an den Beinen runden das Bild ab. Je symmetrischer die drei Farben verteilt sind, desto harmonischer das Bild. Vorder- und Hintergliedmaßen sollten gut gewinkelt sein. Der Bewegungsablauf sollte „frei und ausgreifend“ sein.

  10. Kai sagt:

    AUSWÄRTSSIEG!
    HANSA!!!
    WEITER GEHTS!

  11. paul sagt:

    Inschallah Hansa!

    Der Innenminister lässt ausrichten: Auch wenn zwei Hunde der Zweiten und ein Trainer der Ersten einen in Tunesien momentan schwer zu vermittelnden Namen tragen, steht doch einem Trainingslager auf Djerba nichts im Weg!

  12. Ben sagt:

    Jetzt möchte ich aber auch wissen, welcher Rasse ich zugeordnet werde, Mehr so Terrier, oder in Richtung Rauhhaardackel?

  13. marc sagt:

    @Ben: Momentan? Spitz!

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