10. Spieltag: Medizin Friedrichshain – FSV Hansa 07 2:1 (1:0)

Autorin: Johanna Behre

Wer an dieser Stelle eine bissig-kleinteilige Spieltagsanalyse erwartet, wartet vergeblich. Warum? Erstens, weil die selbstzerstörerische Phase nach einer Woche vorbei ist. Und zweitens, weil wir bei den Reinickendorfer Füchsen alles besser machen können. Ein paar Gedanken zum Spiel müssen aber trotzdem sein. Wohl oder übel.

Kreuzberg gegen Friedrichshain. Hansa gegen Medizin: Freundschaft hin. Freundschaft her. Am letzten Donnerstag war Derby-Zeit. Sensible Gemüter vernahmen bereits in den Tagen vor Anpfiff eine angenehme Grundspannung über der Spree. Am Abend der Partie flirrte dann vor allem eins: das Flutlicht. Nicht zu vergessen: die personelle Unterstützung, die sich auf beiden Seiten am Spielfeldrand eingefunden hatte und sich bei Bier und Glühwein diese Begegnung antat.

Denn während der Schiedsrichter viel Wert auf Ordnung legte („Trikots in die Hose!“), schien Hansa genau diese über 90 Minuten nicht zu finden. Spielaufbau. Kreativität. Doppelpässe. Fehlanzeige. Dafür gefühlt 15 falsche Einwürfe. Unzählige zu weite Pässe und Flanken. Ein rechtslastiges Agieren. Unnötige Ballverluste nach Dribblings. Das unglückliche 1:0.

Wäre da nicht die souveräne Abwehr um Lindner gewesen, das Dreieck Schuster-Pek-Wegelin, ein paar gefährliche Eckbälle und schließlich der durch Pek herausgeholte und von Messow sicher verwandelte Elfmeter zum 1:1 zu erwähnen, das knappe Nicht-Freistoßtor von Behre – es wäre ein lupenreiner Grottenkick gewesen.

Und auf der anderen Seite? Medizin Friedrichshain: aus einer Chance zwei Tore gemacht. In keinem Moment überlegen, aber abgebrüht. Ein gut aufgestellter, sympathischer, stets um Harmonie besorgter Gegner („Ihr Lieben! Konzentration halten!“), noch dazu mit einer bestens aufgelegten Torwärtin ausgestattet.

In der letzten Viertelstunde zeigte Hansa dann doch noch so etwas wie Willen und Feuer. Dass durch die sich offensiv einschaltende Hansa-Defensive ein paar Konter von Medizin gefahren wurden, war unvermeidbar. Aber Hansas Aufbäumen kam zu spät.

Eine Derby-Niederlage schmerzt besonders. Punkte so liegen zu lassen, noch mehr. Bleiben drei Spiele der Hinrunde, die gewonnen werden wollen. Und mit Blick nach Friedrichshain: die Vorfreude, sich in der Wrangelritze wiederzusehen.

Aufstellung: Betti – Julia, Leni, Barbara, Lauren – Johanna B. – Susa, Fanni (68., Kathrin), Andi, Natascha (73. Johanna N.) – Toni

 

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