Eiche Köpenick – FSV Hansa 07 II

Von Markus Winkler

Strahlend blauer Himmel. Temperaturen knapp über 20°C. Laue Lüftchen wehen. Ein kreisliga-B-würdiger Rasenplatz. Und nicht zuletzt: Es gibt frisch gezapftes Bier. Die Spielstätte kommt einem paradiesischen Fleckchen Erde gleich, welches zwischen zahlreichen Bäumen, Einfamilienhäuser und angrenzender Spree im Herzen Köpenicks gelegen ist. Beste Voraussetzungen also für einen erfolgreichen Sonntagnachmittag der Zwoten von Hansa 07!  Nach der am letzten Spieltag beendeten Niederlagenserie betrat die Mannschaft gut gelaunt und hoch motiviert das Vereinsgelände des TSV Eiche Köpenick. Jedoch ohne das Trainerteam Göritz und Fischer. Kollege Hoffmann, seines Zeichens investigativer Journalist und semiprofessioneller Fußballkommentator, witterte eine brandheiße Story. Doch besagtes Trainerteam fand den Weg recht bald in die Wendenschloßstraße 6. Somit wurden die Avancen Hoffmanns auf „die Enthüllung des Jahres“ jäh zerstört. Nichtsdestotrotz ließ es Brunnert sich nicht nehmen und lieferte das Bild des Tages vom Angelrutenweitwurfmeisterschaftstraining. Dieses Erlebnis stellte den Startschuss für einen turbulenten Fußballnachmittag dar.

Voller Vorfreude auf das Spiel wurde wenige Minuten vor dem Anpfiff bekannt, dass die Sammlung an Spielerpässen nur unvollständig dem Schiedsrichter vor lagen. Dadurch mussten Meiser und Kohl aus dem Kader gestrichen werden. Bitter für Letzteren, da er für die Position des rechten Innenverteidigers vorgesehen war. Für ihn rückte Stürmer ein, der dadurch unverhofft sein Comeback in der Zwoten feiern durfte. Darüber hinaus debütierte Winkler auf der rechten Seite. Zur Freude der Mannschaft stellte sich Hansas Vorsitzender Haberecht zwischen die Pfosten. Die Mannschaftsaufstellung Eiches offenbarte, dass der vom Trainer Göritz im Vorfeld viel gewarnte Spieler „Kante“ an diesem Tag nicht spielen sollte.

Vielleicht war es das Ergebnis der vielen, kleinen Unruhefaktoren vor dem Spiel, die der Hansa im ersten Spielabschnitt schwer zu schaffen machten. Die gewohnte Ballsicherheit und Spielkontrolle konnte nicht in Gänze entfaltet werden und so geriet man in den ersten Minuten immer wieder unter Druck. Hansa verteidigte mit viel Einsatz und stellte Eiches Spieler ein ums andere Mal ins Abseits oder klärte zur Ecke, welche immer wieder gefährlich vor das hanseatische Tor getragen wurden. Das 1:0 der Köpenicker lag in der Luft, da faste Bublak sich in der 33. Minute ein Herz und zog mit viel Tempo auf das gegnerische Tor, spielte einen Doppelpass mit Hoss und wurde rüde im Strafraum zu Fall gebracht. Ein klarer Elfmeter, den Tucic nicht ganz so klar versenkte.

Eiche reagierte mit wütenden Gegenangriffen, wodurch sich Räume eröffneten. So drang Möller in der 40. Minute in den Strafraum der Gastgeber ein und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Erneut trat Tucic zum Strafstoß an und verwandelte diesmal sicher. Eiche gab nicht auf und erkämpfte sich eine gute Torgelegenheit, die nur durch ein Foul des Hansa-Keepers verhindert werden konnte. Der fällige Strafstoß wurde über das Tor geschossen. Konnte sich diese Szene zu einem wichtigen psychologischem Vorteil entwickeln?

Nach der Halbzeitpause, in der einige Spieler beim Schiedsrichter vorstellig werden mussten, um ihre Identität zu verifizieren, begann die Hansa entschlossener und sicherer Fußball zu spielen. So gelang es Bußmann in der 50. Minute sich auf der linken Seite durch zu setzen und frei vor dem Torwart den Ball ins linke Eck zu schieben. Stand: 3:0! Damit Deckel drauf? Weit gefehlt. Denn erst „Am Ende kackt die Ente.“ (F. Buschmann)
In der Folge wurde Hansa nervös. Trainer Göritz wechselte auf rechts außen und für Winkler kam Schüle herein, der ebenfalls sein Comeback feiern durfte. Einfache Fehler wie falsche Einwürfe oder unsaubere Pässe häuften sich. Das Trainerteam zog das letzte Ass und brachte in der 63. Minute Bialon für Hoss. Leider konnte dieser Wechsel den Anschlusstreffer der Heimmanschaft in der 65. Minute über die linke Seite nicht verhindern. Es entwickelte sich ein intensives und emotionales Spiel. Mitte der 70. Minute ließ ein Lattenkrachen des TSV Eiche die Gemüter aufschrecken. Doch es gab auch wache Momente der Hansa. So zog Bialon in der 83. Minute in den Strafraum und erhielt nach hartem Einsteigen des gegnerischen Verteidigers einen Elfmeter. Tucic begab sich zum dritten Mal ins Elfmeter-Duell. Und dann geschah alles ganz schnell. Zunächst wurde der versenkte Elfmeter zurückgepfiffen, nachdem ein Hansa-Spieler zu früh in den Strafraum lief. Im Folgenden beschwerte sich Bußmann beim Schiedsrichter über das Zurückpfeifen des Standards und zog sich damit seine zweite gelbe und damit die Gelb-Rote Karte ein. Anschließend verschoss Tucic den Elfmeter.

Eine dem Wetter angepasste „heiße“ Schlussphase wurde eingeläutet. Eine strittige Szene im hanseatischen 16m-Raum veranlasste den Schiedsrichter auf Handelfmeter für Eiche zu plädieren. Doch Haberecht parierte den perfekt geschossenen Elfmeter in Weltklasse-Manier. Wenige Minuten später erfolgte der Abpfiff und mit ihm die Erlösung. Mit einer gehörigen Portion Glück in der Defensive und einer effektiven Offensive geht man nun in das Rückspiel gegen CFC Hertha Hertha 06, die vielleicht schon einen sicheren Auswärtssieg eingeplant haben, aber die Rechnung nicht mit einer hochmotivierten Zwoten und deren Anhängerschaft machen werden.

Aufstellung: Haberecht – Bublak, Stürmer, Hoffmann, Möller – Winkler (55. Schüle), Brunnert, Tucic, Schulte – Bußmann – Hoss (63. Bialon)

Tore: 1:0 33. Min Tucic (Foulelfmeter, Bublak), 2:0 40. Min Tucic (Foulelfmeter, Möller),  3:0 50. Min Bußmann (links), 3:1 65. Min Eiche Nr. 11 (rechts).

Besondere Vorkomnisse:
Eiche verschießt Foulelfmeter 45. +1 Min
Tucic verschießt Foulelfmeter 83. Min
Eiche verschießt Handelfmeter in der 85. Min

Karten: Bußmann gelb-rot 83. Min

 

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