1.Pokalrunde: WFC Corso/Vineta II – FSV Hansa 07 II 2:3 (0:3)

Nach einer langen Vorbereitung begann nun endlich die Saison für die Hanseaten. Zum Auftakt gings in den britannischen Wedding, wo das Team in der Edinburger Straße beim WFC Corso/Vineta II zu Gast war. Die Weddinger beendeten die letzte Saison im unteren Drittel der Kreisliga C, was den aufgestiegenen Kreuzbergern die Favoritenrolle zuspielte, die diese auch annahmen. Zwar war man notorisch unterbesetzt, reiste aber trotzdem siegesgewiss an.

Die Mannschaft stellte sich quasi von selbst auf, fehlte den Wrangelkickern mit Rehwinkel, J.Kohl, Strzoda, Strauss, Kahraman, Linke, Selk und Behrendt doch fast ein gesamtes Team. Doch auch der verbliebene Rest – 12 Mann – genoss das Vertrauen des Trainers und war in der Lage das Spiel zu gewinnen.

Die Partie begann mit einer Schrecksekunde, als nach gefühlten 45 Sekunden ein erster langer Ball gen Hansa-Sechzehner flog, Patrick Kohl sein Timing noch nicht gefunden hatte und unter dem Ball durchsprang, was Keeper Lauer vor die Frage Rauskommen oder Drinbleiben stellte. Er entschied sich für ein Mittelding und konnte dann nur zusehen, wie der Corso-Stürmer den Ball an ihm, aber auch am Tor vorbeispitztelte. Dieser Warnschuss sollte dann aber auch für lange Zeit der einzige bleiben. Denn ab nun spielte nur noch Hansa, und wie!

Von Links in die Mitte ziehend, spielte Kai Schumann einen Traumpass diagonal durch die Abwehrreihe der Gastgeber in den Lauf von Flügelkollege Max Ellner, der den Ball souverän im Netz versenkte (3.). Die frühe Führung gab den Hanseaten Sicherheit und der Ball lief schnell und gut durch die eigenen Reihen. In Minute 7 hatte Kai Schumann, die große Chance zu erhöhen, doch er scheiterte am Torwart. Zwei Minuten später (9.) dann der schönste Spielzug des gesamten Spiels, als der Ball via Doppelpass von Steffen Hoffmann bei Kai Schumann landete, der direkt auf Frank Engel spielte, der widerrum per Direktpass André Tucic bediente. Dieser Pass öffnete die Corso-Abwehr wie ein Dosenöffner und »The Croatian Temptation« stürmte aus 35 Metern allein auf den Towart zu. Aber eine so weite Distanz zum Tor ermöglicht leider auch viel Zeit zum Überlegen und so entschied sich André Tucic für Abschluss-Variante 4, die dann nebem, statt im Tor landete. Aber Hansa blieb am Drücker und war Herr im fremden Haus. Das Team kombinierte sich oft gefällig bis an den gegnerischen Sechzehner, ließ dann aber den letzten Biss vermissen oder spielte den letzten Pass zu überhastet und unüberlegt.

Ab der 25. Minute lockerte Hansa den Klammergriff und viele kleine Unterbrechungen, in deren Folge das Heimteam mehr und mehr mit dem Schiedsrichter beschäftigt war, nahmen Hansa etwas aus dem Spiel. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich wieder etwas Gefährliches in einem der Strafräume ereignete und dann gab es Elfmeter. Was war passiert? André Hoss hatte Max Ellner auf die Reise geschickt. Dieser befand sich im Laufduell mit dem Libero der Weddinger, drang in den Strafraum ein, ein Kontakt, ein fallender Max Ellner, ein Pfiff, ein fragwürdiger Strafstoß. Alles Lamentieren von Seiten des WFC half nichts und Roman Emmerling vollstreckte die Strafe humorlos – 0:2. Jetzt war Hansa wieder wesentlich präsenter und aggressiver. Die logische Folge war der dritte Treffer, den wieder Max Ellner, nach schönem Pass von Roman Emmerling, erzielte (43.). Kurz vor dem Pausenpfiff durfte Hansa-Keeper Lauer auch noch zeigen, dass er da war, als er einen Schuss aus kurzer Distanz abwehren konnte.

Torschütze, Vorlagengeber, Grätschenkönig, Spieler des Spiels: Roman Emmerling.

»Högschd zufrieden« mit der Leistung der Mannschaft orderte Trainer Nutsch in der Kabine nun souveränes Auftreten und kraftsparendes Spiel für die zweiten 45 Minuten an, da sich die Wechselmöglichkeiten ja auf einen Spieler beschränkten.

So begann Hansa Durchgang Zwei auch mit viel Ballbesitz und dem Versuch Ball und Gegner laufen zu lassen. Dies gelang auch bis sich in der 58. Minute ein Déjà-Vu einstellte. Ein langer Ball aus der Abwehr der Gastgeber zwang Steffen Hoffmann ins Laufduell mit dem Stürmer, doch eigentlich alles kein Problem, denn Keeper Lauer hatte alle Zeit der Welt dem Ball entgegen zu gehen und diesen zu klären. Aber wie in der ersten Szene des Spiels blieb der Hansa-Torwart auf halber Strecke kleben und setzte erst dann wirklich nach, als es zu spät war. Der Stürmer war vorher am Ball und prallte dann auf den vor ihm stehenden Torwart, was unweigerlich zum Elfmeter führte. Das 1:3 löste dann eine turbulente letzte halbe Stunde aus. Hansa verlor nun den Überblick und Corso bekam mächtig Aufwind. Die Kreuzberger nahmen die Zweikämpfe zwar immer noch an, verloren diese aber immer öfter und standen plötzlich auch schlecht und zu weit weg von den Gegenspielern. Ein Angriff über die rechte Seite brachte Corso dann den Anschlusstreffer (67.) und die Gewissheit: Hier geht noch was!
Alle Souveränität war nun wie weggeblasen. Statt lockerem Sieg, drohte nun die Blamage. Doch Hansa hatte auch noch Chancen den vierten Treffer zu erzielen. Vor allem der sehr agile Max Ellner sorgte über die rechte Seite immer wieder für Notstand-Situationen vor dem Tor von Corso, aber der finale Knockout sollte nicht gelingen.
Hansa legte sogar noch einen Spannungsbogen drauf, als Keeper Lauer seinen Arbeitstag in der 75. Minute beendete. Wieder war es ein langer Ball, doch dieses Mal war Dirk Lauer rechtzeitig draussen. Er rasselte mit dem heraneilenden Stürmer und Verteidiger Steffen Hoffmann zusammen. Der Schiri pfiff, eine komische Handbewegung des Stürmers zum Kopf von Dirk Lauer, der den Stürmer daraufhin packte und zur Seite schleuderte. Als der Schiri die Situation sortierte hatte, gab er Freistoß für Hansa, gelb für den Corso-Stürmer und rot für Dirk Lauer.

So kam Stephan Kreischer zum fragwürdigen Vergnügen den Rest des Spiels im Tor zu stehen. So absurd die Situation auch war, aber die Unterzahl machte nun allen Spielern klar, dass hier nun nur noch Kampf zählte. So wehrte sich Hansa mit allen Mitteln gegen die drohende Verlängerung, grätschte, blockte und gewann wieder mehr Ruhe im Passspiel. Ein einziges Mal musste Stephan Kreischer eingreifen, als er einen Schuss vom Fünfereck großartig parierte. Danach ließen die Hanseaten nichts mehr zu und schaukelten den Sieg über die Zeit.

Eine famose erste Hälfte wurde von einer katastrophalen Zweiten Hälfte nahezu egalisiert. So überwog nach dem Spiel der Ärger die Freude über den Sieg. Hansa muss noch lernen, dass in der neuen Saison und Liga mehr Zweikampfhärte gefordert wird.

Aufstellung: Lauer – Kreischer, P.Kohl, Hoffmann, Meiser – Schumann, Tucic, Emmerling, Ellner – Engel (82.Stankowski), Hoss

Tor/e: 0:1 Ellner (3.,Rechtsschuss,Schumann), 0:2 Emmerling (34.,FE,Rechtsschuss,Ellner), 0:3 Ellner (43.,Rechtsschuss,Emmerling), 1:3 (58.,FE), 2:3 (67.)

Karte/n: Ellner, Schumann (gelb/Foulspiel), Lauer (rot/Tätlichkeit/75.)

Spieler des Spiels: Roman Emmerling, der in der ersten Halbzeit Antreiber und in der zweiten Halbzeit Abräumer war, als das Spiel zu kippen drohte.

[ratings]

 

10 Responses to Das dreckige Dutzend

  1. Hoffel sagt:

    Hätte mir ein heraneilender Sky-Reporter das Mikrofon hingehalten, hätte ich wohl den Kommentar verweigern müssen. Was für ein komisches Spiel. Spieler des Spiels: Roman, sehe ich genauso. Auch Max ganz stark, 2 Tore und 1 ‚Vorlage‘, das kann sich sehen lassen. Ich freu mich auf den Saisonstart, los gehts in der neuen Liga. Und im Pokal bekommen wir Union II zugelost 😉

  2. Hoffel sagt:

    Ach so, guter Spielbericht Marc, der fasst es sehr gut zusammen…

  3. dobermann sagt:

    @Marc: sehr schöner und treffender bericht.
    @Team: Noch einmal ein dickes sorry. Nachdem was ich jetzt gehört habe, war es wohl wirklich glatt rot.Irgendwie kann ich mich an diesen moment im affekt nicht erinnern. Danke für die aufmunternden worte nach dem spiel und danke an stefan das er im Nicht- Torwart- sein- können gnadenlos versagt hat 🙂
    @McBain:Übernehmen Sie!
    @Ben: wenn das kampmannmäßige Angebot noch steht, würde ich die Kiste für den Freitag vorschlagen 😉

  4. christian sagt:

    glückwunsch zum weiterkommen! das „wie“ interessiert morgen keinen mehr. besser spielen kann man kommenden sonntag immernoch. 😉

  5. Uh! Ah! sagt:

    Jungs, Jungs, Jungs! Nehmt euch mal nen Beispiel an dem Dobi…will nicht wieder so’n Tuntenballett sehen wie letzte Woche. 🙂
    Glückwunsch zum Weiterkommen!

    @ Dobi Angebot steht natürlich noch. Sehen uns am Freitag.

  6. Ben sagt:

    So….das war’s dann erstmal wieder.
    Höchstwahrscheinlich Kreuzband- oder Meniskusriss…MRT folgt….OP wahrscheinlich auch…

  7. marc sagt:

    @Ben: Mist!

  8. Hoffel sagt:

    @Ben

    Man das gibts doch nicht, so eine scheiße…

  9. roman sagt:

    @ben: What?! Nein, oder? oh, mann…

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