Von Friedrich Kasten

Als weltoffener Multikultiverein ist Hansa 07  nicht nur in Berlin bekannt, sondern selbstverständlich auch weit über Stadtgrenzen hinaus. Angebote für das Wintertrainingslager gab es daher für die 1. Herren zuhauf. Ob Algarve, Dubai oder Kapstadt – Fußballresorts weltweit schickten Einladungen in die Wrangelstraße. Natürlich entschieden sich die Verantwortlichen für die einzig logische Option: Die „HANSA“ Stadt Hamburg!

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Durch ähnliche Ansichten auf und neben dem Fußballplatz und zahlreiche persönliche Verbindungen ließen sich auch direkt zwei hochkarätige Testspielgegner verpflichten.  Der SC Sternschanze und der FC St. Pauli sendeten prompt Einladungen in die Wrangelritze. Einem Trainingslager im hohen Norden stand also nichts mehr im Wege. Durchorganisiert wie eh und jeh fuhren die Hanseaten mit ihrem neuen 5 Sterne Mannschaftsbus am Freitag Abend gen Norden. Eingecheckt wurde im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten – Standesgemäß versteht sich. OK, der 5 Sterne Bus war eher ein Flixbus bzw. DB-Zug und das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten ein günstiges Hostel am Hamburger Hbf, aber das ist ja auch eher nebensächlich. Am Freitag Abend hieß es Schonprogramm. Wellness, gemeinsames Beisammensein, Apfelschorle und früh ins Bett, um den Test gegen Sternschanze nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Nach einem gemeinsamen Brunch am Samstag morgen und anschließendem Spaziergang durch den Schanzenpark, hieß es 16.00 Uhr Anpfiff zu Test #1.

16833424_1640716569276958_1761116463_o2 spielstarke Bezirkligisten standen sich hier gegenüber und erste Halbzeit war dementsprechend ausgeglichen. Beide Defensivreihen ließen wenige Torchancen zu und so neutralisierte sich das Spiel im Mittelfeld. Die Spielidee in der Offensive der Hamburger war phasenweise besser zu erkennen, wodurch sie sich ein wenig mehr Ballbesitz erarbeiten konnten. Logischer Halbzeitstand 0:0. Nach der Pause ähnliches Spiel, wobei die Hansa besser ins Spiel kam. Dennoch gingen die Gäste nach einer Ecke 0:1 in Führung. Die FSV Hansa nahm nun den Kampf an und man spürte, dass die kräftezehrende Vorbereitung ihre Früchte tragen wird. S.Semmling konnte in der Folge nur durch ein Foul im Strafraum gestoppt werden. Den anschließenden Strafstoß versenkte F.Kasten sicher. Nach dem 1:1 gab es noch 1-2 Chancen auf beiden Seiten. Aber es blieb bei dem alles in allem gerechten Unentschieden zweier Mannschaften, die für die Rückrunde gewappnet zu sein scheinen. Noch zu sagen ist, dass sich 2 Teams gegenüberstanden, die ähnliche Ansichten von Fairplay auf und neben dem Platz haben. Das spürte man zu jedem Zeitpunkt. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Jaap „Stam“ P. , der es hinbekommen hat, sich bei eigenem taktischen Foul den „Ringfingerzeh“ zu brechen. Das muss erstmal geschafft werden 🙂 Auf diesem Wege gute Besserung und schnelle Genesung.

16880125_1640716552610293_496442130_oNach dem Spiel ging es mannschaftlich geschlossen Richtung Volksparkstadion, um sich das Bundesliga „TopSpiel“ des HSV gegen den SC Freiburg anzusehen. Bei den Beobachtungen und Analysen hieß es aber eher darauf zu achten, wie man nicht Fußball spielen sollte. Da die Hansa aber einige Breisgau-Sympathisanten im Team hat, kamen diese wenigstens auf ihre Kosten. Der Rest versuchte sich mit feinstem Stadionbier das Spiel schön zu trinken. Anschließend ging es in eine alte Hamburger Kietz Klause, in der die Jungs von Sternschanze schon warteten. Neben gemeinsamen Beisammensein, Pizza, Spielauswertung, Fußballquiz und dem reichhaltigen Angebot diverser alkoholischer Getränke schienen die Jungs aus Kreuzberg vergessen zu haben, dass sie am nächsten Tag nochmal auf den Platz müssen. Es gab nun kein Halten mehr und gefühlt wurden jegliche Zapfenlagern Hamburgs leer getrunken. Einzelheiten bleiben selbstverständlich intern.Man kann nur so viel sagen, es war wild. Dazu kam auch noch, dass der Stammesälteste des Hansa Teams und gebürtiger Hamburger John B. auch noch Geburtstag hatte. Zu Feiern gab es also Einiges. Zum Treffpunkt am nächsten Tag musste das Trainerteam einige Anrufe und Vermisstenanzeigen tätigen, um seine Schäfchen pünktlich zum Millerntor zu bekommen.

16910782_1640716662610282_11402441_oVor dem altehrwürdigen Stadion hieß es dann Test #2 gegen St. Pauli. Der einzige Platz auf der Auswechselbank war noch nie so beliebt, wie an diesem Tag. Die Jungs aus Kreuzberg brauchten 45 Minuten, um zu realisieren, wer sie sind, wo sie sind und welches Spiel gespielt wird. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Halbzeitstand 4:0 St. Pauli. Nach der Halbzeit und wiedergekehrtem Sauerstoff in Kopf und Muskeln zeigten die Kreuzberger ihr wahres Ich und gewannen Halbzeit 2 mit 0:2. Beide Tore schoß P. Fischer, wobei eines davon ein überaus sehenswertes Freistoßtor war. Was letztlich zu einem versöhnlichen Ausgang des Testspielwochenendes führte. Es is schön zu sehen, wie es ein Team aus über 20 verschiedenen Charakteren geschafft hat, sich dieses Wochenende frei zu schaffen, um den Mannschaftsgeist von Hansa Kreuzberg zu stärken! Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle noch an „Capitano“ Moritz F. G. , der die Idee und Umsetzung primär in die Hand nahm. Und selbstverständlich auch an die Jungs von SC Sternschanze, welche natürlich jederzeit in der Wrangelritze willkommen sind und einen Ehrenplatz sicher haben. Als letztes sei noch zu hoffen, dass die Jungs der ersten Herren die positiven Eindrücke der Vorbereitung und der Hamburgfahrt nun auch zum Rückrundenstart am Sonntag gegen Hertha III mitnehmen und zeigen, dass sie nicht nur an der Theke um die internationalen Plätze kämpfen.

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es. war. wild.

 

 

 

 

2 Responses to Der Ringfingerzeh vom Millerntor

  1. "stam" sagt:

    nicht bei dem immens wichtigem und klugen taktischen foul, sondern durch ein hinterhältiges und fast schon bösartiges draufsteigen (absicht wird natürlich nicht unterstellt) des linken stürmers 5 minuten später brach der Zeh…
    Ich weiß nicht wer dieses gerücht in die welt gesetzt hat?!

  2. Ali Oliver Ouazzae sagt:

    Bin stolz auf unserere Hansajungs. Jut jemacht!

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