Kreisliga B, Staffel 2, 22.Spieltag, SV Wartenberg II – FSV Hansa 07 II 2:1 (1:0)

(Autor: Andre H.)

Freitagabend, Taqueria Florian, Kreuzberg: Großteile der Truppe sind gerade vom Spiel Union gegen den FC zurück und erzählen mit glänzenden Augen von einem vollbesetzten S-Bahn Wagon der in die Hansa-Vereinshymnen miteinstimmte. Mit dem Letzten was von den Stimmen noch übrig war wurde in großer Runde noch einmal das kommende Spiel besprochen: fünfzehn Hanseaten im Stimmbruch. Wie im Training sollte auch am Sonntag vor allem im physikalischen Bereich gearbeitet werden. Man war sich der schweren Aufgabe bewusst: Selbst wenn der Gegner sich in der bisherigen Rückrunde schon etwas aus dem unmittelbaren Aufstiegsrennen zurückzogen hatte, war doch das Hinspiel auf der Ritze 1:2 verloren gegangen und zudem eines der schlechtesten Saisonleistungen. Die Hansa war also gewarnt und Wiedergutmachung hieß die Maxime!

Sonntagmittag, Sonnenschein, frischrenovierte Anlage mit Lebensmittelmarken für Bratwürste, Vogelgezwitscher im Hintergrund, Wind aus allen Richtungen und Naturrasen mit etwas Überlänge: Für die Urlauber Behrendt, Bialon, Jeannest De Gyves und den verletzten Homberg begannen Netz und Hoss im Sturm, Meiser rückte auf den defensiven Part der diametral abkippenden Doppelsechs und Standby-Profi Engel übernahm seine linke Seite. Mit der klaren Ansage „Der Strafraum darf nicht bespielt werden“ unterband der Wartenberger Platzwart die Abschlussübungen der Hansa. Leider sollte dieses Verbot für die Mannschaft auch über Großstrecken der folgenden 90 Minuten bestand behalten. Kapitän Stürmer gewann die Seitenwahl und so ging die Hansa mit Rückenwind in die Partie. Von diesem war jedoch leider nicht viel zu sehen. Zaghafte Angriffsversuche erstickten zumeist mit einem ungenau getimten langen Ball, im kompakten Zentrum oder in einem Bein der aufopferungsvoll fightenden Hausherren. 30. Minute Freistoß Wartenberg: Torwächter Hertel versucht den Ball zu fangen, dieser rutscht ihm jedoch unglücklich durch die Hände, prallt gegen den Innenpfosten und zurück ins Feld, Hertel gedankenschnell wieder unten, hält die Hand auf den Ball, doch der gegnerische Angreifer drückt den Ball im Sprung mit der Hand Wartenbergs über die Linie. Zur Überraschung aller entschied der Schiedsrichter nach kurzer Rücksprache mit dem Wartenberger Angreifer auf Tor. Er hatte ziemlich exklusiv den Ball bereits hinter der Linie gesehen und gab dementsprechend Eigentor Hertel. Was Hechtsprünge mit ausgestreckten Händen im gegnerischen Strafraum zu suchen haben blieb allerdings ungeklärt. In der Folge tat sich die Hansa weiter schwer ins Spiel zu kommen. Die eigenen Standards sorgten zwar für Verwirrung und Gefahr, fanden jedoch nicht den Weg ins gegnerische Tor. Gleiches galt für eine schön herausgespielte Netzchance und eine starke Einzelleistung von Fotti, der nach 40m Solo leider nur das Außennetz traf. Die Gastgeber konzentrierten sich weitestgehend aufs Konterspiel und kamen über den starken Linksaußen Scriban noch zu zwei Hundertprozentigen, die Hertel allerdings großartig entschärfen konnte.

Zur zweiten Halbzeit beschloss die Hansa noch einmal alles zugeben und etwas früher anzugreifen. Das Bemühen war ihr dabei keinesfalls abzusprechen, jedoch fehlte es entweder an der letzten Präzision oder der Gegner wusste mit einem der vielen taktischen Fouls den Spielfluss fast gänzlich zum Erliegen zu bringen. Die Konter der Heimmannschaft blieben gefährlich und irgendwann konnte auch Hertel das zweite Gegentor nicht mehr verhindern: Langer Ball auf Linksaußen, der zieht in den Strafraum, Rückpass auf den Elfer, flacher Abschluss – Tor. Immer dieses Lehrbuch und so. Der anschließende Doppelwechsel mit Weck und Torjäger Hausmann für Allinger und Hoss rüttelte die ausgelaugt vor sich hin gurkende Truppe wieder auf. Langer Ball, Stürmer leicht im Abseits, Pass in die Mitte, Hausmann aus kurzer Distanz ohne größere Mühen in die Maschen. Noch zwei/drei weitere Angriffe verpufften im Nichts, wurden überhastet abgeschlossen oder flogen über den Kasten des an diesem Tag nur selten geprüften Torwächters der Heimmannschaft und so blieb es bei der verdienten 1:2 Auswärtsniederlage.

Unterm Strich? Da steht die Zweite jetzt erst einmal. Leere Gesichter, Schockiert über den Rückfall in längst vergessen geglaubte Lethargie und mangelhafte Kreativität. Der Ausfall von Großteilen des Stammpersonals und die resultierenden Umstellungen konnten leider nicht wie gewünscht aufgefangen werden. Fantasieergebnisse auf den anderen Plätzen (19:0?!) und Patzer der erweiterten Verfolgerschafft hinterließen mal wieder Verwunderung und Hoffnung in den abgekämpften Gesichtern der Zweiten. Auch wenn man jetzt zwei Wochen nacheinander Bigpoints liegenließ, so ist auch weiterhin alles drin! Also arbeiten wir die nächsten vierzehn Tage einfach weiter physikalisch und erarbeiten uns die drei Endspiele zum Saisonfinale.

Aufstellung: Hertel – Winkler, Stürmer, Relitz, Fotti – Allinger(64.Weck), Littmann, Meiser, Engel – Hoss(64.Hausmann), Netz

Spieler des Spiels: Jakob Littman, der auch nach dem 1907.Foul nicht aufsteckte, mit hoher Ballsicherheit überzeugte und Ausgangspunkt für nahezu jeden Angriff war.

 

25 Responses to Der Wind pfiff in alle Richtungen

  1. Markus sagt:

    großartig! 😀

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