Ü32: FSV Hansa 07 – Concordia Wittenau 1:0 (0:0)

Autor: Christian Haberecht

Man kann nicht behaupten, dass die bisherige Saison der Ü32 glatt läuft. Pech, Unvermögen, Fluktuation… Es gibt viele Gründe, warum die Ausgangslage vor dem Duell gegen die Wittenauer Concordia nicht ganz einfach war. Die Konkurrenz hatte zuletzt gepunkt und es war klar, dass nur ein Dreier wirklich hilft im Abstiegskampf. Immerhin, mit Ralle Göritz und Frank Engel sind die Coaches der Zweiten zu den Hansenores gewechselt und haben auch den einen oder anderen Spieler mitgebracht. Landesliga statt Kreisliga B – wer mag es ihnen verübeln.

Aber wie das so ist mit dem „müssen“- manchmal kann man genau dann nicht. Den Eindruck machten auch die Hanseaten, die sich redlich bemühten aber in steter Regelmäßigkeit die falschen Entscheidungen trafen. Die Wittenauer waren nicht unbedingt besser, machten aber den besseren Eindruck. Klingt paradox, war aber so. Immerhin, Hansa versuchte nicht frustriert zu sein und sich nicht gegenseitig anzumachen, was den Hanseniores nicht leicht fiel, letztlich aber doch gelang. Und der Gegner hatte auch keine nennenswerten Torchancen in Halbzeit eins. Hansa allerdings auch nicht.

In der zweiten Hälfte fing die Uhr, die natürlich schon die ganze Zeit lief, immer lauter an zu ticken. Paradoxerweise lief die Zeit immer schneller ab und Hansa intensivierte die Bemühungen nochmals. So gab es dann auch die ersten guten Chancen auf beiden Seiten: Zunächst hatte Georgius Bloumis die Führung auf dem Fuß und schoß über das leere Tor, auf der Gegenseite scheiterte Concordia frei vor Hansa-Keeper Haberecht. Je später es wurde desto mehr versuchte es Hansa zu erzwingen und rackerte unermüdlich, während Wittenau mit dem Punkt zufrieden war. Und doch hatte Wittenau die Riesenchance, als zwei Wittenauer frei vor Haberecht auftauchten, doch der eingewechselte Eric Vissers mit einer Monstergrätsche den Querpass zum sicheren Tor noch wegspitzelte. Dennoch, insbesondere nachdem Wittenau nur noch zu zehnt weitermachen durfte, versuchten die Hansenores alles – doch es war zum verrücktwerden: Es gelang einfach gar nichts! Und als der Schiedsrichter nur zwei Minuten Nachspielzeit anzeigte, angesichts von diversen Unterbrechungen viel zu wenig, schwand die letzte Hoffnung. Gegen Ende der 92. Minute versuchte es Jochen Kempe aus ca. 45 Meter mit Gewalt – Verzweiflung pur.

Immerhin, der Schiedsrichter schien durch den dezenten Hinweis, dass zwei Minuten viel zu wenig seien, doch noch etwas drauflegen zu wollen. Und als er in der 94. Minute dann wirklich abpfeifen wollte, rief ihm Kapitän Emmerling „Schiri, komm, den Angriff noch!“ zu. Ehe der Mann in Schwarz, der paradoxerweise gar nicht in schwarz auflief, sich zu dieser Aufforderung äußern konnte, segelte der Ball hoch in den Wittenauer Strafraum, wurde vom Torwart nur abgeklatscht und verschwand in einer Spielertraube. Von dort gelang es Innenverteidiger Claudio Ermini den Ball Richtung Tor zu schießen, Innenverteidiger Emmerling warf sich mit letzter Kraft aus dem Weg und das Ding schlug wirklich ein! 1:0! Schluss! Aus! Ende! Gewonnen!

Was bleibt: Diesen Dreier haben sich die Hansenores verdient. Aber verdient war der Sieg gegen ebenbürtige Wittenauer irgendwie auch nicht. Fußball, du kannst ganz schön paradox sein.

Aufstellung: Haberecht – Schimpke, Ermini, Emmerling, Schachner (55. Pataca) – Gürsoy (68. Vissers), Hoss, Bloumis, Kempe (46. Agca) – Schumann – Kahraman

Tor: Ermini (94., Rechtsschuss)

 

One Response to Ein Fußballspiel als Paradoxon

  1. Roman Emmerling sagt:

    aus dem weg geworfen ist sehr positiv ausgedrückt. danke

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