Autor: Moritz Fromm

0-5! Ein Blick aufs Ergebnis lässt eigentlich nur den Schluss einer unverzeihlichen Klatsche zu, in der Die 36er nach Strich und Faden vorgeführt wurden, doch ganz so einfach war es nicht. Für alle Exilhanseaten und verschreckten Betrachter des nackten Resultats müssen wir die Geschichte wie es dazu kam, deshalb ganz von Vorne erzählen.

Trainer Göritz bastelte aus seinem stark ersatzgeschwächten Kader die „jüngste Hansa Zwote seit Jahren“ mit dem Präsi im Tor und Fotti als erfahrene Stützen, Allinger als falscher Neun und insgesamt 5 Spielern, die in den letzten zwei Jahren noch A-Jugend gespielt hatten. Ohne echten Stürmer und mit einem spielstarken Mittelfeld wollten die Hanseaten, beflügelt von einer Mini-Serie, dieses Pokalderby gewinnen. Erwartet wurde ein ausgeglichenes Spiel und ein grosser Kampf um die Vorherrschaft unter Kreuzbergs „Zwoten“. Der Trainer gab „die Null“ als erste Maxime aus und ließ folgerichtig Elfmeter trainieren.

Dann endlich, Sonntag. Gutes Wetter, rutschiger Platz, zahlreiches Publikum, genügend Spieler und eine große Portion Vorfreude aufs Spiel. Nach dem die ganze Mannschaft das „echt kreuzbergische“ Warmmachen auf einer von herausstehenden Wurzeln übersäten Wiese zwischen Erdwall, Baum und Zaun unverletzt überstanden hatte konnte es losgehen. Nach nur drei Minuten war die erste Maxime für das Spiel auch schon über Bord geworfen. Ballverlust im Mittelfeld in halblinker Position, Hansa uneins, ob Gegenpressing oder Rückzug das Mittel der Wahl sei, die linke Abwehrseite nun völlig offen und irgendwie konnte man da schon ahnen, dass dieser Angriff kein gutes Ende für Hansa nehmen würde. Scharfe Hereingabe des durchgebrochenen Flügelstürmers, im Rücken der aufgerückten Hansa-Hintermannschaft steht ein Ama-Spieler völlig blank, der die von Haberecht zu erst entschärfte Hereingabe einnetzt. 0-1, dass mit „der Null“ war nichts.

Hansa war aber unbeeindruckt von dem frühen Rückstand und nahm sich dem Spiel nun an. Es entwickelte sich eine Partie mit leichten Feldvorteilen für die Gäste, denen man aber ihre Stürmernot ansah. Einige gute Gelegenheiten wurde vergeben, so lief Allinger nach einem Luftloch des Ama-Liberos frei aufs Tor zu, oder Behrendt schoss einen Freistoß an die Latte. Ama probierte es vornehmlich durch steile Bälle auf ihre Offensivspieler, entwickelte aber weit weniger Torgefahr als die Hansa. Nach 45 Minuten gingen die Hanseaten mit einem gefühlt unverdienten Rückstand und der Gewissheit dieses Spiel noch biegen zu können in die Kabine und auch wieder heraus.

Hansa stand gegen den Ball jetzt höher, Ama wurde in der Folge mit ihren vertikalen Bällen deutlich gefährlicher und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch von auf den Ausgleich drängenden 36ern und immer wieder gefährlich konternden 61ern. Hansa lief nun konditionell auf dem Zahnfleisch, sodass gegen den Ball die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen Hansas zu groß waren, weil nach Ballverlusten nicht mehr entschieden nachgerückt werden konnte. Das führte mehrfach zu gefährlichen Kontersituationen für die Amateure. Trotzdem hatte man das Gefühl, auch der Ausgleich läge weiter im Bereich des Möglichen. Hansa vergab jedoch mehrere gute Gelegenheiten und konnte so den vielen Ballbesitz nicht ummünzen.

In der 65.Minute kam dann die Entscheidung. Ein schlechter Rückpass auf Stürmer, Amas Offensivreihe riecht die Situation und schiebt gut vor. Nachdem der Ball von Stürmer über Haberecht zu Fromm kommt, spielt der den Ball zum Gegner: 2-0. Über das was danach geschah sollte man den Mantel des Schweigens legen, man kann es aber auch kurz beschreiben: Hansas Widerstand war mit dem 0-2 gebrochen, Ama eilte beflügelt vom 2-0 von einem einfachen Tor zum Anderen. Als das Publikum zehn Minuten vor Ende einen Elfmeter am Hansa-Tor vorbeirauschen sah, stand es bereits 0-5.

Am Ende bleibt ein Spiel dessen Ergebnis nicht so recht zu ihm passen möchte. Ein Fehler und zehn Minuten Auflösung führten dazu, dass diese Derby um einige Tore zu hoch ausfiel. Es war ein Alles in Allem verdienter Sieg, bei dem Hansa jedoch keineswegs chancenlos war. Das Ergebnis ist sicher bitter und doch sei allen, die nicht da waren, versichert, dass das Spiel nicht ganz so katastrophal war wie es, beim Betrachten des Resultats, den Anschein macht. Wichtig ist nun in der Liga dranzubleiben und nächste Woche Sonntag bei Schlusslicht Afrisko wieder zu gewinnen.

Aufstellung: Haberecht – Fotti, Stürmer, Fromm (Labude), Wink-Homberg, Homann – Rao, Behrendt, Klotz – Allinger

 

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