Autor: David Labude

Der Rückrundenauftakt war den Hanseaten am vergangenen Sonntag bereits mit einem 2:1 Sieg über RFC Liberta gelungen. Wollte man oben dran bleiben musste man heute nachlegen. Wer die Tabellensituation kennt weiß das, wer nicht dem sei hier versichert, dass es verdammt eng ist im oberen Tabellendrittel.

Hansa plagten Verletzungssorgen. Der Einsatz des kreativen Sechsers Anthony „Toni“ Behrendt sowie des Kapitäns Patrick „Paki“ Kohl war vor Spielbeginn noch unsicher. Deshalb reiste Hansa mit einer starken Bank an. Auch im Sturm blieb eine Position bis zum Abschlusstraining vakant. Sturmtank Bialon hatte sich im ersten Rückrundenspiel verletzt und fiel für heute definitiv aus. Man griff auf Altbewährtes zurück. Neben dem agilen Hausmann sollte David „Liba“ Labude auflaufen. Im Training stellte der eigentlich defensiv ausgerichtete Spieler seine Abgeklärtheit auch vor dem anderen Tor unter Beweis und wurde kurzerhand für die Offensive nominiert.

Das Spiel begann und Hansa ergriff sogleich die Initiative. Es haperte noch bei der Feinabstimmung zwischen Mittelfeld und Angriff, die Hanseaten hatten dennoch gleich zu Beginn eine gute Gelegenheit nach einem Abwehrfehler der SG Baumschulenweg. Hausmann bekam daraufhin den Ball und verwandelte aus spitzem Winkel ins lange Eck. 1:0 nach nur zwei Minuten.

In der Folge wurde es ein arbeitsames Spiel. Baumschulenweg agierte diszipliniert und kämpferisch. Hansa hielt dagegen und kam zu einigen Torchancen. Unachtsamkeiten und eine gewisse Überheblichkeit sorgten in Hansas Deckung das ein oder andere Mal für Gefahr. Im Grunde stand die Abwehr aber sicher. Allerdings machte sich wieder die fehlende Feinabstimmung zwischen Mittelfeld und Abwehr bzw. Angriff bemerkbar. Weshalb einige sicher geglaubte Bälle verloren gingen, wie auch die mitgereisten Hansafans analysierten.

Die Gastgeber wurden Ende der ersten Hälfte für ihren Fleiß belohnt und kamen in der 39. Spielminute zum verdienten Ausgleich. 1:1.

In der Halbzeit wurden Hansas Mannen ermahnt zuzulegen. Das Spiel war ausgeglichen und ein Mehr an Einsatz konnte über Sieg und Niederlage entscheiden. Der aufopferungsvoll spielende Neuzugang Marahrens wurde durch Winkler ersetzt (46.).

Die Schwarzgelben versuchten in der zweiten Hälfte die neue Marschrichtung umzusetzen und erhöhten den Druck. Auch die Defensive beteiligte sich nun stärker am Angriffspiel. In der 52. Minute setzte „Paki“ Kohl zu einem brillanten Solo an. Nach Balleroberung am eigenen Sechzehner umkurvte er mehrere Grünweiße. Erst die Viererkette der SG Baumschulenweg vermochte es den Hansakapitän durch ein Foulspiel zu stoppen. Der Käpt’n verletzte sich bei dieser Aktion unglücklich und wird für die nächsten Wochen ausfallen.

Hansa musste reagieren, „Liba“ Labude wurde in die Defensive zurückbeordert und Weck als zweite Spitze eingewechselt. Der Verteidiger Stürmer übernahm das Amt des Kapitäns.

Hansa orientierte sich neu und vermochte es trotz der Umstellungen schnell die bekannte Marschrichtung – „nach vorn“ – fortzusetzen. Man besann sich auf das eingeübte Kurzpassspiel, versüßt durch einige „Diagos“ und lange Bälle aus der Abwehr. Das ‚französisch-neuköllnsche‘ Mittelfeld (Behrendt, Jeannest) agierte hierbei leichtfüßig-filigran und umtappste die grünweiße Deckung ein ums andere Mal. Ein Tor resultierte daraus jedoch zunächst nicht. Weck setzte sich nach seiner Einwechselung ebenfalls gekonnt in Szene und belebte das Offensivspiel, auch er blieb aber zunächst erfolglos.

SG Baumschulenweg spielte gut mit, verlagerte oft geschickt das Spiel und setzte Hansas Verteidigung unter Druck. Diese stand sicher und neutralisierte alle lang hineingespielten Bälle. Die Flügelspieler der Schwarzgelben (Winkler, Alexander) sicherten zudem geschickt die Außenbahnen ab. „Die Lunge“ Kreischer, den es kaum noch hinten hielt – es sei gesagt dass seine Defensivarbeit nicht darunter litt – hinterließ auf der rechten Außenbahn bei seinen Kraftläufen in den gegnerischen Sechzehner tiefe Furchen. Einmal wurde sein Engagement fast belohnt, als er eine Hereingabe aus dem Mittelfeld nur um Millimeter verfehlte. Das hätte es sein können.

Es dauerte bis zur sechsundsiebzigsten Minute ehe der listige Hausmann einem Spieler der SG den Ball abluchsen konnte und aus kurzer Distanz abzog. Der Schlussmann erwischte den Ball zwar, doch der tippste weiter Richtung Tor. Der hellwache Weck drückte den Ball schließlich über die Linie und brachte die Hansa in Führung. 2:1.

Es verblieb eine lange Viertelstunde sowie die durch Verletzungsunterbrechungen akkumulierte Nachspielzeit von fünf Minuten. Der etwas müde gewordene Leichtfuß Behrendt wurde ausgewechselt und Franky Engel kam für ihn in die Partie. Für Hansa galt es nun den Vorsprung zu halten. Die SG Baumschulenweg mühte sich und intensivierte ihr Offensivspiel. Hansas Defensive stand. Und die wenigen Bälle die sie nicht holte, pflückte der souveräne Keeper „Schnappi“ Haberecht runter. In dieser Phase gelangen der Hansa noch einige entlastende Konter, die jedoch nicht zu einem Torerfolg führten.

Nach fünfundneunzig Minuten beendete der Referee eine Partie, die lange auf der Kippe stand und in der beide Mannschaften ebenbürtig waren. Hansa hatte an diesem Sonntag das nötige Mehr an Glück und Entschlossenheit, was letztlich zum dreifachen Punktgewinn reichte.

Torschützen: 0:1 2. Minute Marius Hausmann

1:1 39. Minute Sebastian Voigt

1:2 76. Minute Bastian Weck

Aufstellung: Christian Haberecht – Stephan Kreischer, Tilmann Stürmer, Patrick Kohl (C) (52. Bastian Weck), Robin Marahrens (46. Markus Winkler) – Alexander , Maxim Jeannest, Anthony Behrendt (80. Frank Engel), Jakob Littmann, Marius Hausmann, David Labude

 

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