18.Spieltag: SD Croatia II – FSV Hansa 07 I 1:1 (0:0)

Kann sich noch jemand an Slaven Bilic beim EM-Viertelfinale 1996 erinnern und sein verzweifelter Versuch Christian Ziege die Marke seiner Schuhe einzuhämmern? Nun ja, was hat das mit zu tun? Und was hat das mit Hansa zu tun? Unser Gegner vom Sonntag hiess Croatia und unsere Ziege hiess Gruhn und der Croatia Bilic-Klon hiess irgendwas mit Idiotic.

Aber starten wir das Spiel mal von Vorne.

Hansa trat die Reise nach Tempelhof mit dem buchstäblich letzten Aufgebot an, da einige Spieler verletzungs- oder urlaubsbedingt fehlten. So mussten auf der Bank mal wieder der Trainer selbst sowie Karayel und der seiner Weisheit beraubte Andi Rauch Platz nehmen.

In der Startelf selber gab es dementsprechend wieder jede Menge Umstellungen und im Tor rotierte Trainer Ilhan, Haberecht für Selk ins Team.

Trotz dieser vielen Ausfälle startete Hansa vielversprechend in die Partie und hatte nach fünf Minuten schon zweimal die Möglichkeit in Führung zu gehen. Leider gelang es nicht, den Ball an der quietschgrünen Riesenkugel im Tor von Croatia vorbeizuschieben. Der Rest der ersten Halbzeit verlief relativ unaufgeregt. Einziger nennenswerter Aufreger aus Hansa-Sicht war ein 25-Meter-Geschoss von Akdogan welches leider von der Unterkante der Latte zurück ins Spielfeld prallte.

Es ging mit einem 0:0 in die Halbzeitpause und dem Gefühl das man hier auf jeden Fall drei Punkte holen kann.

Wie soll man die 2. Halbzeit beschreiben? Croatia begann zu „bilicen“?
Was in der ersten Halbzeit mit ständigem Dauermeckern und jeder Menge schauspielerischer Einlagen begann, eskalierte in der 2. Halbzeit zur gezielten Treterei. Alleine Duman wurde drei mal rotwürdig umgetreten, das letzte Foul an ihm in Höhe der Mittellinie von hinten ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Gegners – nur gelb –  unfassbar. Unrühmlicher Höhepunkt war dabei ein Tritt eines Croatia-Spielers an den Kopf des am Boden liegenden Gruhn, dem man die Spuren dieser kroatischen Vorzugsbehandlung nach dem Spiel deutlich im Gesicht ansehen konnte. Dagegen war der Schlag eines Croatia-Spielers mit dem Knie in den Rücken von Schachner ja fast schon wieder Ringelpiez mit Anfassen – „und Branko tritt dem Schachi von hinten in den Rücken!“ Und ja da kam Stimmung auf! Zur Belohnung für den Tritt musste man sich auch noch etwas über die Nebeneinkünfte der Mutter im horizontalen Gewerbe anhören. Einfach nur beschämend!!
Die Partie war dem Schiedsrichter vollkommen entglitten und er versäumte es, eine härtere Linie zu fahren.

Das tatsächlich auch noch Fußball gespielt wurde, ist angesichts des fast schon kollektiven Amoklaufs der Croatia-Spieler in der Tat ein Wunder. Zur Erfüllung meiner Pflicht als chronologischer Berichterstatter, die fußballerischen Highlights der zweiten Halbzeit.

Die Hansa-Abwehrreihe Akdogan, Vissers, Kökyaprak und Schachner konnte in der ersten sowie der zweiten Halbzeit einige brenzlige Situationen klären. Waren die Abwehrspieler mal nicht zur Stelle, so war Haberecht zu jeder Zeit des Spiels hellwach und absolut souverän. Nur zweimal war selbst Haberecht machtlos. Beim ersten Mal kann Kökyaprak den Ball kurz vor oder hinter der Linie (wo bleibt der Chip im Ball?) klären, beim zweiten Mal war der Ball im Tor. Das große Manko der Mannschaft an diesem Tag wurde hier einmal bestraft, in der Vorwärtsbewegung erlaubte sich Hansa zu viele einfach Ballverluste, die immer wieder zu gefährlichen Überzahlsituationen des Gegners führten. 1:0 in der 80. Minute gegen diese Truppe! Zumal der für Neubauer eingewechselte Ilhan Sekunden vor dem Gegentor die Chance zum Führungstreffer für Hansa vergeben hatte.

Hansa war geladen. Der Wille hier nicht zu verlieren war spürbar, daran änderte auch die gelb-rote Karte gegen Akdogan wegen Applaudierens nichts. Ein Freistoß in der 92. Minute wird von einem Hansa-Spieler in Richtung Tor geköpft, wo der zum Einköpfen bereit stehende Vissers einfach umgerammt wird. Elfmeter. Die 2-minütige Schimpftirade diverser Croatia-Spieler inklusive einer gelb-roten Karte für einen Croatia-Spieler brachten unseren Schützen Joe nicht aus der Ruhe, der dementsprechend eiskalt bleibt und den Ball kurz und trocken ins Tor zum 1:1 verwandelt.

Danach war Schluss. Was nimmt man mit aus einem solchen Spiel? Die Erkenntnis das Hansa nicht aufgegeben und zurück gefightet hat und die frohe Kunde, dass niemand ernsthaft verletzt wurde.

Haberecht– Schachner, Kökyaprak, Vissers, Akdogan – Duman, Gruhn (75. Rauch), M. Bektas, Wiemer  – Öktem, Neubauer (77. Ilhan)

Tore: 0:1  (80.), 1:1 Öktem (90.+2)

Gelb-Rote-Karte: Akdogan (78.)

Gelbe Karte: Schachner (Foulspiel), Gruhn (Foulspiel)

Spieler des Spiels: Haberecht – ausgezeichnete Leistung ohne Fehl und Tadel!

(Autor: Schachi)

[ratings]

 

2 Responses to Fight Club in Tempelhof

  1. stefan sagt:

    selten so eine unfaire, unsportliche mannschaft erlebt – so viele ungestraften pyhsischen und verbale tätlichkeiten *kopfschüttel*

    insgesamt hat uns das spiel nicht weiter gebracht, graues mittelfeld… neues spiel, neues glück, und endlich wieder drei punkte!

  2. Johanna B. sagt:

    komisch. irgendwie kommt mir das bekannt vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.