18. Spieltag (Nachholspiel): SC Alemannia 06 II – FSV Hansa 07 II 1:0 (1:0)

Beim Fußball geht es ums Gewinnen. Das ist einer der zentralen Merksätze der fußballphilosophischen Denkschule Marke Sepp Herberger und Konsorten. Insofern bleibt erstmal festzuhalten, daß Hansa 07 ein Spiel verloren hat und es damit auf sich bewenden lassen sollte. In der Kreisliga C geht es aber um noch viel mehr.

Es geht darum, daß man sich Sonntag zur Unzeit aus den Federn quält, weil die Zweite in der Regel das Vorspiel zur Ersten liefert. Es geht weiterhin darum, daß nicht alle Autofahrer, die zudem sehr rar gesät sind, über die Fähigkeit verfügen, einen unverständlicherweise parallel zum eigenen Spiel angesetzten Halbmarathon mit zehntausenden die Innenstadt verstopfenden Teilnehmern großzügig via Stadtautobahn zu umfahren und somit die mitfahrenden Trikots und Trainer die pünklich erschienenen Spieler ca. 20 Minuten vor Spielbeginn einholen. Es geht vor allem um Spaß. Der entsteht, wenn jeder Spieler alles aus sich heraus holt und versucht, seine Fähigkeiten gewinnbringend für das Team und sich selbst einzusetzen. Dann kann man ein Spiel verlieren und trotzdem nachher sagen, daß es Spaß gemacht hat, so wie es in der Vorwoche gegen Meteor der Fall war, eine unglückliche Niederlage, gegen die sich alle gestemmt hatten.

Das Spiel gegen Alemannia ist ein Beispiel dafür, daß es Niederlagen gibt, die nicht weh tun, weil man nie das Gefühl hatte, daß sich jemand wehrt, von Hassan Bektas einmal abgesehen. Selten hat der Schreiber dieser Zeilen eine leblosere Hansamannschaft erlebt als diese, und es schmerzt jetzt noch, nach fast zwei Wochen, sich Details vor Augen zu rufen, weil darin immer Alemannia-Spieler die aktive Rolle übernehmen.

Der Film des Spiels ist schnell erzählt. Alemannia übernimmt von Beginn an das Kommando, läuft mehr und ist agressiver in den Zweikämpfen. Nach 17 Minuten rollt ein Angriff auf das Hansa-Tor, ein unklarer Ball springt auf Keeper Haberecht zu, der sich angesicht des heranwalzenden Stürmers entscheidet, den Ball per Fuß zum Einwurf zu klären. Die falsche Entscheidung, denn der auf die Torauslinie zustrebende Angreifer will nur auslaufen, bekommt den Ball an den Rumpf, von wo er ins Netz fliegt. Zwischen den folgenden Angriffswellen der Alemannen, die hauptsächlich durch eine scheunentoroffene Zentrale erfolgen und Haberecht ermöglichen, seinen Fauxpas mehr als einmal im eins gegen eins auszubügeln, liegt genau eine Offensivaktion mit Gefahrcharakter fürs gegnerische Gehäuse: Freistoß von rechts mit Schnitt aufs Tor von Engel, Kopfball Bektas knapp am langen Eck vorbei. Erwähnenswert, weil mit Symbolcharakter behaftet: Engel verletzt sich am Rücken, als er versucht, sich den Ball zur Ecke zurecht zu legen, und muß zur Pause dem einzigen Ersatzmann Steinfeld Platz machen.

Die zweite Hälfte besteht im wesentlichen aus einer Kopie der ersten, nur ohne Tor und Rücken. Die Gegenwehr Hansas erschöpft sich zusehends in Frustaktionen und Diskussionen mit Gegner und Schiedsrichter, und dem Versuchs Goreliks, trotz früher gelber Karte und nicht nachlassender Rede- und Grätschfreude über 90 Minuten auf dem Platz zu bleiben. Es ist ein schöner Erfolg, daß dieses fast aussichtslose scheinende Unterfangen tatsächlich ein gutes Ende findet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, daß verspätetes Eintreffen plus mangelde Einsatzbereitschaft fast immer null Spaß zur Folge haben und man sich doch wieder auf Herberger Sepps simplifizierende Weisheit berufen muß: Das nächste Spiel ist immer das schwerste.

Aufstellung: Haberecht – Siegel, Borchert, Boll, Giese – Engel (46. Steinfeld), Meiser, Gorelik, Kökyaprak – H. Bektas, Baran.

Tor: 1:0 Stahlfeld (17.Minute)

Gelber Karton: Gorelik, Borchert, Kökyaprak

Spieler des Spiels: die Nummer 17 von Alemannia, Vorname Danilo, Nachname unbekannt, technisch, läuferisch und modisch top! 😉

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One Response to Game Over

  1. Ben sagt:

    Bericht okay.
    Aber den Spieler des Spiels hättest Du Dir sparen können….wirklich jetzt…

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