Worüber wird nicht alles an der Außenlinie oder vor dem Fernseher gesprochen … und manchmal sogar philosophiert: Abseits; unabsichtliches Handspiel im Strafraum; Ball mit „vollem Umfang“ hinter der Linie; Gegenpressing; gegen den Ball arbeiten; falsche 9; Doppelsechs; 3er-Kette; Fahrradkette … u.a.m. Zu all dem ist schon viel gesagt und geschrieben.

Wer allerdings ab und an seine Zeit in der Wrangelritze bei einem Spiel von Junghanseat*innen verbringt, der wird vielleicht schon mal ein Wort gehört haben, das wir jedenfalls erst dort kennengelernt und in den letzten Jahren fast ein wenig lieben gelernt haben; wir haben das Wort so gern, dass wir es noch häufiger und lauter in der Wrangelritze hören möchten: «Gierisch» (gie-riesch) … gerne auch ausgerufen mit einem doppelten oder gar dreifachen „ie“.

Da hält sich selbst die Mama an der Außenlinie beim Kick der Junghanseat*innen nicht zurück. Ganz im Gegenteil. Der wahre „Ultra“ ist vielfach weiblich … und all dies mit nur einem einzigen Wort, das so schön klingt, dass man es selbst ohne eigene türkische Sprachkenntnisse kraftvoll einsetzen kann und auch nicht wieder vergisst.

Der Gegner greift an? «Gierisch!»

Die Räume müssen verengt werden? «Gierisch!»

Die Kräfte erlahmen, Anfeuerung tut not? «Gierisch!»

Mit Vollgas auf das Tor des Gegners? «Gierisch!»

Stand dazu schon mal etwas bei «11Feunde» oder im «Kicker»?

Vielleicht steht hier jetzt auch der größte Müll, aber wir haben mehrfach nachgefragt und uns wurde es übersetzt mit: „GEH RAN!“, GEH DRAUF!“, „GREIF AN!“ … und immer und immer wieder. Alles verpackt, in diesem einen kleinen Wort, das sich so schön inbrünstig rufen lässt, dass es perfekt auf einen Kreuzberger Fußballplatz passt.

Macht mal die Ohren auf … und noch besser: Schreit laut mit für Hansa07: «Gierisch!»

Vielleicht gibt es dazu ja irgendwann auch mal ein passenden T-Shirt …

 

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