Autor: Michael Netz

14. Spieltag: Concordia Britz II – FSV Hansa 07 II

Die Zwote trat am Sonntag zum Nachholspiel an der Buschkrugallee gegen den VFB  Concordia Britz II an. Die Spielansetzung dieser Begegnung hatte Tage zuvor für Unmut bei den Hanseaten gesorgt, da am Vorabend die alljährliche Weihnachtsfeier stattfand. Dieser vermeidliche Nachteil entpuppte sich jedoch als Chance einen Riesensprung in der Tabelle zu machen. Die beiden Teams trennten vor der Begegnung lediglich drei Punkte (Hansa Platz 6, Concordia Platz 3). Somit hatten die Kreuzberger die Möglichkeit den Tabellennachbarn zu überholen. Durch den Vorteil, dass die erste Mannschaft des FSVs schon in der Winterpause schlummerte konnte Trainerfuchs Görlitz gleich auf vier Spieler der Ersten zurückgreifen. Insgesamt stellte Görlitz sein Team auf fünf Positionen um. Hertel, Schulte, Borchert, Bußmann und Schüle ersetzten E.Selk, Kastner, Relitz, Hoss und Netz.

Bei nasskalten Witterungsbedingungen führte Frohnatur Behrendt seine seit drei Pflichtspielen sieglose Truppe zum Mittelkreis. Die hochmotivierten Kreuzberger erwischten den deutlich besseren Start und dominierten den Gegner von Beginn an mit viel Ballbesitz und geschicktem Stellungsspiel. Für das erste Highlight der Partie sorgte allerdings der sehr wachsame Schiedsrichter Naujeck. Dieser entdeckte mit Argusaugen ein Loch im Tornetz. Um ein Phantomtor zu vermeiden wurde dieser Schaden mit Hilfe des Heimkeepers behoben. Nach dieser kurzen Unterbrechung wurde die Zwote des FSVs erstmals gefährlich. Der agile Bialon bediente Bußmann, der allerdings seinen Meister im Schlussmann der Concordia fand. Aus dieser Chance resultierte die erste Ecke für die Gäste.  Standartspezialist Behrendt legte sich das Spielgerät zurecht und schlug es in Richtung Fünfmeterraum. Concordia Keeper Böttcher unterschätze diese fulminante Ecke und ermöglichte Borchert unbedrängt einzuköpfen. Da war es tatsächlich passiert! Hansa führte nach 27 Minuten hochverdient mit 1:0 .

Das sollte es allerdings noch nicht gewesen sein. Keine zwei Minuten später erhöhte Edeltechnicker Bußmann auf 2:0. Völlig freistehend aus zentraler Position schob Bußmann den Ball flach ins linke Eck. Daraufhin zog Concordia Trainer Klink die Notbremse und wechselte gleich doppelt. Für die enttäuschenden Onur Yavuz und Philipp Kokott kamen Floria Eschert und der landesligaerfahrene Cheng-Chen Pan. Aber auch diese Maßnahme sollte dem Spiel keine Wendung geben. Ganz im Gegenteil! Jetzt drehten die Hanseaten erst so richtig auf. Der abermals brillante Behrendt bediente Schüle, der mit einem platzierten Aufsetzer in der 37. Minute auf 3:0 erhöhte. Unvorstellbar diese erste Halbzeit! Aber auch das sollte es noch nicht gewesen sein. Kurz vor der Halbzeit erhöhte der bullige Sturmtank Bialon zum 4:0. Diesem Tor war ein mustergültiger Konter vorausgegangen, bei dem  schlussendlich Mittelfeldmotor Bußmann den freistehenden Bialon bediente. Spätestens jetzt brachen bei den mitgereisten Auswärtsfans alle Dämme. Mit diesem Halbzeitstand hatte zuvor wohl nicht einmal Visionär Andre‘ Hoss  gerechnet.

Als auf der Ersatzbank noch über den Halbzeit-Tee diskutiert wurde, „ Hendrik dein Darjeeling ist exzellent“ (Hoffmann), erzielte Concordia Stürmer Gino Becker den 1:4 Anschlusstreffer. War das nun Ergebniskosmetik oder wirklich der Beginn einer Aufholjagd? Die Antwort lieferte prompte der glänzend aufspielende Bußmann. Nach Vorarbeit vom quirligen Schulte buxierte „Tobse“ den Ball aus 16 Metern , mit Hilfe von Concordia Keeper Böttcher, ins Gehäuse. Das 5:1 in der 51. Minute ließ auch die letzten Britzer Hoffnungen im Keim ersticken. Der Drops war gelutscht! In der Folge beeindruckte Hansa mit 80 % Ballbesitz und phasenweise Tiki-Taka Kombinationen. Zwar sollte die Concordia noch das 5:2 erzielen, doch dieser Treffer sollte ohne Folgen bleiben. Vielmehr entwickelte sich das Spiel zu einem Schaulaufen bei dem gelegentlich noch Großchancen liegengelassen wurden. In der 66. Minute kam Hoss, für den heute nicht wiederzuerkennenden Bialon, auf das Geläuf. In der Schlussphase waren noch einige gefährliche Kombinationen zu bestaunen. Unter anderem ein doppelter Doppelpass zwischen „Hacken-Hoss“ und Bußmann, aber dieses Zusammenspiel trug keine Früchte mehr. Der wuchtige Behrendt wurde kurz vor Abpfiff nach einem Solo zu Fall gebracht und versuchte das Spielgerät aus aussichtsreicher Position im Gestänge unterzubringen. Aber auch dieser Schuss sollte das Ergebnis von 5:2 nicht mehr verändern.

Fazit: Was für eine Glanzleistung der fulminant auftretenden Hanseaten. Mit diesem deutlichen Ergebnis war nicht zu rechnen. Durch diesen Sieg wurde die Concordia aus Britz überholt. Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass die Zwote auf dem dritten Tabellenplatz mit sehr guten Aufstiegschancen überwintert.

Randnotiz: Der nur Stunden zuvor aus Jerusalem eingeflogene  Labude begab sich auf direktem Wege vom Flughafen Schönefeld zur Sportanlage an der Buschkrugallee. Da er noch nicht am Spielbetrieb teilnehmen durfte übernahm er das Amt des Linienrichters, diese verantwortungsvolle Aufgabe erfüllte er zu vollster Zufriedenheit!

Aufstellung: Philipp Hertel, Franz Schulte, „Fotti“(Hendrik Schmidt), Jesko Borchert, Benjamin Bublak , Tilman Stürmer (Pascal Meiser),  Tobias Bußmann, Anthony Behrendt,  Sebastian Bialon (Andre Hoss),  Maxime Jeannest De Gyves,  Roman Schüle.

[ratings]

 

3 Responses to Hansa-Gala in Britz

  1. marc sagt:

    Endlich wieder mal ein Bericht der guten alten Hansa-Schule. Danke Micha.

  2. seb sagt:

    „bulliger sturmtank“…hört sich an, als sei dieser Stürmer fett

  3. Micha sagt:

    Ich würde diesen Stürmer eher als robust beschreiben 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.