Viele Hanseatinnen und Hanseaten haben es schon gehört und auf der Mitgliederversammlung hat er sich offiziell vorgestellt: Marc Nutsch wird ab April neuer Vereinsmanager. Es ist sei zweiter Start bei Hansa und beim ersten Mal gab es ein schönes Begrüßungsinterview. Grund genug ihm wieder ein paar Fragen zu stellen:

Lieber Marc, nach dreieinhalb Jahren im Süden kehrst Du zurück zur Hansa – als Vereinsmanager und Nachfolger von Alice. Mal ehrlich, kommst Du wegen Hansa oder war dir Freiburg einfach zu sonnig?

Ich komme wegen des sozialen Umfelds, welches uns in Berlin wieder empfängt und des Jobs, der mir die Möglichkeit bietet, im weitesten Sinne mit Fußball meine Brötchen zu verdienen und meine Zukunft zu gestalten.

Und Hansa?

Ich war auch während meiner Abwesenheit immer Hanseat. Ich bin Vereinsmitglied geblieben und habe natürlich verfolgt, was passiert. Die fast fünf Jahre bei Hansa als Trainer und Vorstandsmitglied waren für mich sehr bedeutend. Ich habe durch den Verein eine Menge großartiger Menschen und viele Freunde kennengelernt.

Weiß wo es lang geht:

Weiß, wo es lang geht: Marc Nutsch erklärt seiner ehemaligen Mannschaft den Heimweg. (im Breisgau 2012)

Nun wirst Du also also unser Vereinsmanager. Was hast Du in der Position denn alles vor?

Ich will dem Verein helfen noch stabiler zu werden. Außerdem gilt es, Hansa für die Zukunft auszurichten und zu schauen, in welche Richtungen der Verein noch wachsen und professioneller werden kann. Themengebiete wie Spartenerweiterung, Sponsoring und Eigenständigkeit in Bezug auf Vereinsräumlichkeiten sind kurz-, mittel- und langfristig gesehen schon ziemlich wichtige Aufgaben. Diese möchte ich angehen und auf den Weg bringen.

Andere Vereinsräumlichkeiten – gefällt Dir der Hansa-Keller etwa nicht? Du wirst in nächster Zeit recht viel Zeit dort verbringen.

Doch, doch, natürlich. Dieser lichtdurchflutete, warme und atmosphärisch grandiose Keller ist ein Traum von einem Arbeitsplatz. Zaha Hadid und Frank Gehry haben da ganze Arbeit geleistet. Ein Wunderbau der Souterrain-Architektur. Aber wenn Hansa irgendwann eine richtige Geschäftsstelle benötigt, müssen einfach neue Räume her. Und ein eigenes Vereinsheim wäre ein unglaublicher Schritt in die eigene Souveränität und bietet bei guter Planung und Umsetzung so viel Potential, dem Verein neue Perspektiven zu eröffnen.

Manager im Sport gibt es viele – hast Du da ein Vorbild?

Vorbild nein. Aber ich habe großen Respekt vor Max Eberl und Jörg Schmadtke. Die beiden leisten gute Arbeit und haben es geschafft, ihre Vereine auf einen guten und erfolgreichen Weg zu bringen ohne dabei irre Transfers zu tätigen, um sich damit zu profilieren. Natürlich beobachte ich auch was in Freiburg passiert sehr genau und auch hier hat das Management wieder Ruhe geschaffen. Unruhe verursachen, weil dauernd über Vertragslaufzeiten, Abgänge und Zugänge spekuliert wird oder permantent Spielerleistungen kommentiert werden, muss ein Manager einfach vermeiden.

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Übt schon mal den Gesichtsausdruck für Vertragsverhandlungen: Marc Nutsch, der neue Vereinsmanager bei Hansa 07

Nun geht es bei Hansa ja (leider?) nicht um Spielertransfers. Kannst du schon überblicken, was Deine Hauptaufgaben bei Hansa sind?

Spielbetrieb, Mitgliederverwaltung, Beitragsmanagement etc. werden die Hauptaufgaben sein. Dazu kommen organisatorische Arbeiten rund um Veranstaltungen. Darüberhinaus werde ich sicher noch genug zu tun haben. Es gibt ja eben auch noch unbearbeitete Felder, wie ich sie eingangs erwähnt habe.

Als jemand der aus der Ferne auf Hansa geblickt hat: Wie hat sich der Verein in den letzten dreieinhalb Jahren entwickelt? Hat sich aus Deiner Sicht viel verändert?

Sportlich gab es diverse Aufstiege. Die Frauen (11er & 7er), die Senioren, die 1. Herren. Im Jugendbereich hat sich vor allem der Mädchenbereich stark entwickelt. Dies zeigt, dass Hansa ein lebendiger Verein ist. Das FSJ-Programm hat sich etabliert und als gewinnbringend erwiesen. Die Führung des Vereins ist recht konstant geblieben, was darauf schliessen lässt, dass hier stabil und mit Verstand gearbeitet wird. Dabei hat Hansa mit einer instabilen Infrastruktur zu kämpfen und muss immer wieder improvisieren, wenn dann z.B. wie letzten Herbst geschehen, die Halle 2 des OSZ Handel als Flüchtlingsunterkunft beschlagnahmt wird, und dadurch die Duschmöglichkeiten wegbrechen. Es verändert sich dauernd etwas und das ist ja eigentlich auch gut so.

Nun könnte es bald nach Deiner Rückkehr diverse Abstiege geben. Wie wichtig findest Du den sportlichen Erfolg des Vereins?

Unter anderem am sportlichen Erfolg wird ein Verein in der Außenwahrnehmung gemessen. Dementsprechend sind sportlich erfolgreiche Vereine oft auch die, die die stärksten Mitgliederzahlen haben. Ich finde sportlichen Erfolg erstrebenswert und auch wichtig. Allerdings ist er nur die Spitze des Eisbergs die aus dem Wasser zu sehen ist. Aus Vereinssicht ist viel wichtiger, was sich unter ist der Oberfläche befindet. Vor allem die Jugendarbeit, fußballerisch, als auch unter sozialer Perspektive betrachtet, spielt für einen Kiez-Verein wie Hansa die wesentlich größere Rolle. Arbeiten wir da gut, ist der sportliche Erfolg meist eine logische Konsequenz. Ziel muss es sein, sportlichen Erfolg zur Konstanz zu machen. Aber auf keinen Fall um jeden Preis. Der Fußball ist leider schon genug Wirtschaftszweig denn Sport.

Die Jugendarbeit hat sich bei Hansa in den letzten Jahren ja enorm entwickelt. Wie kannst Du Dir vorstellen diese als Vereinsmanager zu unterstützen?

Da muss ich mich mit der Jugendleitung zusammensetzen, sprechen und dann sehen, wo ich helfen kann. Ich denke im organisatorischen Bereich ist sicher jede Unterstützung erwünscht. Aber auch Themenfelder, wie die Unterstützung unserer Kinder und Jugendlichen im außerfußballerischen Bereich, Stichwort Hausaufgabenbetreuung, oder die Einbindung von Flüchtlingskindern ins Vereinsleben fallen mir ein. Ebenfalls schwebt mir ein »Patenschafts-Projekt« im Kopf umher, aber das steckt noch in gedanklichen Kinderschuhen. In jeden Fall gilt: Ich will einfach versuchen möglichst eng mit der Jugendleitung zu arbeiten und viel auszutauschen.

Was an Hansa hast Du in den letzten Jahren am meisten vermisst?

Die Gemeinschaft. Die Menschen. Die Ritze. Waltraud. Den Fußball.

Und was am allerwenigsten?

Das ständig klingelnde Telefon.

Hansa ist für mich…

… eine Herzensangelegenheit!

 

One Response to Hansa ist für mich eine Herzensangelegenheit – Interview mit Marc Nutsch

  1. kwbr sagt:

    Herzlich Willkommen! … wir werden natürlich alles daran setzen, die Abstiege zu verhindern!

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