Ü32 14. Spieltag: SSG Humbolt – FSV Hansa 07 1:6 (1:0)

Spielort Sportforum Hohenschönhausen. Hinter uns spielen die Eisbären Berlin, und vor uns liegt das ehem. Vereinsheim von BFC Dynamo. Ein Vater fährt auf dem  riesigen Kaderschmieden-Gelände in voller Radsportkleidung mit seinen beiden Söhnen auf dem Fahrrad Runden und macht Tempo. „Dran bleiben Jungs und schön die Lücke zu machen.“ „Wo ist denn der Platz von Humbolt?“ Ironiefrei, in abgehaktem Armee-Deutsch wurde korrekt der Weg gewiesen. Der Platz liegt versteckt hinter dem Vereinsheim des BFC Dynamo.

Bestes Frühlingswetter östlich des Fernsehturms. Es kann losgehen. Beide Mannschaften sortieren sich zunächst und kommen nicht wirklich miteinander in Berühung. Hansa begann konzentriert mit ner 3er Kette hinten, einem fünfer Mittelfeld davor und zwei Spitzen. Die Angriffe beider Mannschaften blieben irgendwie stecken. Hansa konnte nur kleine Nadelstiche setzen.

Jan B. wurde öfters rechts durchgesteckt und ging einige Male allein aufs Tor. Der 60-jährige topfitte Torhüter der Humbolter kam extrem schnell nach unten und entschärfte die Chancen aus aussichtsreicher Position. Humbolt schmiss ihren Diesel-Motor mit selbstähnlichen Kontern an, die wir noch aus dem Hinspiel kannten. Der 10ner war dann auf einmal Sturmspitze. Die Aussen rücken mit und durch eine scharfe Hereingabe wird versucht Ü40 Rasenschach zu spielen.  Irgendwie kam der Ball am vielleicht knapp Abseits stehenden 10ner, der Torsten G. im Hansator chancenlos lies. 1:0 führt der Tabellenletzte!!! Das hat einige Hanseaten laut werden lassen.  Markus S. konzentrierte sich mehr aufs lautstarke kommentieren, und vergass dabei, das Fussball ein Laufsport ist. Dennoch erarbeitete sich Hansa noch ein leichtes Übergewicht. Die Ecken und Freistösse aus dem Halbfeld waren leider ohne die nötige Genauigkeit und blieben deshalb erfolglos. Der aufmerksame Schiri pfiff zur Halbzeit.

Die Dezibelzahl in der ersten Hälfte war schon recht hoch. Aber jetzt kamen die Hormone richtig in Wallung. Jeder hatte eine Meinung. Man merkte, einige wurden im Angesicht des Halbzeitstandes nervös. Die wenigsten hatten im Spiel einen Ansatz von Qualität erkannt. Denn an sich war die Mannschaft wach, es fehlten nur Nuancen. Die vorherrschende Meinung war, dass die Hanseaten sich dem guten Ü40 Kick des Gegners unterordneten, statt selbst das Spiel zu machen. Der spielende Spielerberater Axel B. hatte sich in der ersten Halbzeit die Luft so eingeteilt, um die vielschichtigen Stimmen zunächst aufsaugen zu können und dann mit ner glasklaren Analyse den ersten Stein für die zweite Halbzeit zu setzen. Näher ran, aggressiver drauf und direkte Zuordnung bei Kontern. Samuel S. kam für Sven H.. Jörn K. wurde zurückgezogen auf die linke Seite und Samuel S. wurde zweiter Stürmer. Mit dieser Umstellung sollte Druck ausgeübt werden, auf die schwache Abwehr der Hohenschönhausener (bis jetzt 43 Gegentore ).

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Elton V. wurde es zu eng da vorne in der Spitze und er verlies seine Position, weil der junge Jan B. ihm durch seine Laufarbeit die Luft wegschnürte.  So gabs die skurille Situation das zwei Linksfüssler zunächst rechts den Takt angaben. Dadurch wurde die rechte Seite stärker gemacht, was sich auszahlen sollte. Im Zweiminutentakt wurde Markus S.  auf dem Flügel schön freigespielt. Irgendeiner seiner Linienläufe mit druckvollen genauen Hereingaben hat dann den ersehnten Ausgleich gebracht.

1:1 58. Min. Elton V.  wieder ein wichtiges Tor nach Hereingabe
1:2 65. Min. Markus S. Freistoss aus ca. 22 Metern in den Winkel.  Der Freistoss hat den Gegner geschockt und die Hanseaten beflügelt, sodass ihnen im Anschluss beinahe alles gelang.
1:3 75. Min. Samuel S. nach feiner Vorarbeit von Jan B.
1:4  77. Min. Jörn K. so wie er „es“ kann.
1:5 80 Min. Mark H. Kopfball!!! nach einer Ecke
1:6 86.Min. Jörn K. Aussenristheber gegen den Laufweg des Torhüters

Analyse: die nuancierte Umstellung in der Halbzeit hat die Mannschaft zum Blühen gebracht. Die einzelnen Spieler sind jetzt doppelt so häufig an den Ball gekommen, als in der ersten Halbzeit und diktierten das Spiel. Aggressive Spielweise lies keine Zweifel am Siegeswillen aufkommen. Markus S. der nach der ersten Halbzeit knapp einer Auswechslung entkam, steigerte sich enorm und die Ü32er erfreuten sich nicht nur über seinen schönen Freistoss, sondern auch über die gefährlichen Linienläufe in Halbzeit zwei. Alles in Allem eine geschlossene Mannschaftsleistung bzw. Reaktion nach dem Rückstand zur Halbzeit.  Wenn die Mannschaft letzte Woche gegen Berliner Brauer ca. 50 Kilometer gelaufen ist, dann waren es heute ca. 75 Kilometer. Demnach war es eine Steigerung um 50% gegenüber dem letzten Wochenende.

Fazit: Es war der Tabellenletzte gegen den Hansa den Frühling einleitete. Die dreier Kette hinten und das kompakte fünfer Mittelfeld ist auf alle Fälle eine Option für die Zukunft. Die tiefe Spielweise von Axel B. lässt auf einmal Marcel K. mehr Raum. Er ging mutig in die Zweikämpfe und hat die gewohnten 10 Kilometer knapp überschritten. Die Umstellungen auf wichtigen Positionen haben den Sieg gebracht. Nächste Woche kommt ein ähnlich spielender Gegner (Helgoland)in die Wrangelritze. Mit dem Unterschied, dass Helgoland aufsteigt und Humbolt bereits abgestiegen ist. Die Hanseaten haben die Übung heute bestanden, nächste Woche dürfen sie wieder zeigen, ob sie was dazugelernt haben.

Aufstellung: Torsten Gladis – Jürgen H., Dirk R., Mark H. – Axel B., Markus S., Sven H. (46.Samuel S.), Marcel K., Jan B. – Jörn K., Elton V.

Bester Spieler: Markus S. war Matchwinner in der zweiten Halbzeit, in der ersten Halbzeit war er leider nur physisch auf dem Platz, sodass er nicht in die Wertung kommen kann. Marcel K. ist deutlich im Aufwind und hat als erster die Frühlingsform erreicht.

Besonderes: Es scheint sich ein Trend herauszukristallisieren bei Hansa. Mindestens ein Spielerberater ist Rechtsanwalt. Heute war zu erkennen, dass die Analysefähigkeit entgegen anders lautender Meinungen nicht in den Nachtclubs der Stadt gelitten hat. Vielmehr hatte er noch Luft und genügend Distanz für das Halbzeitplädoyer, welches die rhetorische Vorwegnahme der sechs Tore in der zweiten Halbzeit war.

aktuelle Statistiken: http://de.groups.yahoo.com/group/Hansa07_2Senioren/

Aber was soll ich sagen, das nächste Spiel ist immer das wichtigste, nächsten Samstag in der Wrangelritze um 15 Uhr gegen Helgoland.

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