12.Spieltag (Ü32): SV Schmöckwitz-Eichwalde – FSV Hansa 07 2:2 (1:1)

23,5 KM laut Google Map zum Auswärtsspiel nach Schmöckwitz. In der Vergangenheit rannten die Hanseaten immer einem Rückstand hinterher und versuchten verlorenes Terrain in Halbzeit zwei wieder aufzuholen. Was Ihnen zumeist gelingt, lediglich einen Sieg konnten sie auf dem Rasenacker bisher noch nicht verbuchen. Was wird heute anders sein?

Vom Platz kommend begrüßte die weit gereisten Hanseñores Ufuks kleine Tochter, die mit Türkiyems D1 1:0 gewann. Sie wünschte der Mannschaft vom Papa viel Glück. Der zweite Sproß aus Ufuks Talentschmiede hat bereits DFB Lehrggangserfahrung als Jahrgangsbester und half dem Kreuzberger Torwart Totti beim Warmmachen. Ufuk selbst zog heute extra farbenprächtige neue Töppen zum Rasen-Spiel an: neongelbe F50iger. Es könnte der Tag des Ufuks werden!

Der Kader der Kreuzberger war angespannt. Die grassierende Grippewelle, Umzüge, Urlaube und Kinderwehwehchen dezimierten den Kader bis auf einen Ersatzspieler. Auch der Spielertrainer Michael mußte seinen grippegeschwächten Körper zunächst schonen. Für die zentrale Position hinter den Spitzen wurde heute Christian aus dem Ärmel gezaubert, der bereits in der Saison 2009/10 für Furore sorgen konnte.

Der Schiedsrichter eröffnete das erste Regenrasenspiel dieser Saison, in dem es um nichts weniger als um die Verteidigung des dritten Platzes geht. Die Kreuzberger gaben bereits am Anstoß die Richtung vor. Doch die Attacken gerieten am gegnerischen Sechzehner ein ums andere Mal ins Stocken. Die Schmöckwitzer konnten ihre Nadelstiche in Halbzeit eins nur in den ersten 20 Minuten setzen. Sie boten wie immer ein mittelfeldloses Fußballspiel mit einen Stürmer und zwei robusten, konditionsstarken Mannen dahinter. Zunächst konnte Akeem die Hanseaten in der 17. Minute noch Dank seines überaus harten Schädels vor einem Rückstand bewahren. Leicht schwankend, knapp vor der Ohnmacht konnte er weiter spielen. Hansa weiterhin um den gegnerischen Sechzehner gefällig. In der 20. Minute versuchte Dirk den Winkel gegen den Schmöckwitzer Stürmer auf der halbrechten Seite noch zu verkürzen, doch der Angreifer vollendete trocken links unten. Der Hansakeeper war chancenlos. Die Unaufmerksamkeit im Defensiven in den ersten zwanzig Minuten hat seit drei Wochen Konjunktur. Im weiteren Verlauf steigerten sich die Defensivspezialisten wieder auf das gewohnte Niveau. Hansa rannte weiter, nicht überragend, aber dennoch mit Druck in eine Richtung. Der reaktivierte Markus aus der Ü40 zwo beendete die Ladehemmung der Ü32 und schoß die Lederkugel durch drei Leute hindurch am Keeper vorbei in die Maschen. 1:1 in der 35. Minute. In der 40. Minute überschätzte der Hansakeeper seine Kunstrasenakrobatik. Der gegnerische Stürmer spitzelte den Ball von seinem Fuß und schob den Ball über die Linie zum 2:1. Zu seiner Ehrenrettung hielt er kurze Zeit später einen unhaltbaren Schuß mit einer sensationellen Flugparade. Hansa hatte noch die eine oder andere Möglichkeit, doch im Abschluß fehlte der Wille.

Schmöckwitz, limitiert in seiner Spielweise, ging verdient mit dem knappen Vorsprung zum Pausentee. Schmöckwitz machte aus drei Chancen zwei Tore. Hansa muß in der zweiten Halbzeit aufgrund des 80%igem Ballbesitzes auch Gefährlichkeit ausstrahlen.

An Einsatz sollte es den Hanseaten in der zweiten Halbzeit nicht fehlen. Dank Ibuprofen spielte der beinharte Verteidiger Akeem mit einem mittlerweile schwarzen Feilchen noch 10 Minuten in der zweiten Halbzeit, ehe Michael eingewechselt wurde. Dazu wurde Ali aus dem defensiven Mittelfeld in die Dreierkette zurückbeordert. Michael zog es in die Spitze. Jetzt arbeiteten die Hanseaten Fußball. Es wurde ruppiger ohne unfähr zu sein. Die Hanseaten nahmen den Rasenfight an. Der Sechzehner der Schmöckwitzer wurde von den Hanseaten in Beschlag genommen. Der Platz wurde jetzt in seiner ganzen Größe genutzt und eröffnete Räume. Der Libero Jürgen spielte jetzt vor den beiden Manndeckern und trieb mit an. Nach weiten Zuspielen aus der Tiefe tankte sich Axel einige Male schön in den Sechzehner, Michael versuchte in aussichtsreicher Position mit Schuhgröße 48 den Ball über die Linie zu drücken. Aber alle Bemühungen hatten im Kern eines Gemein. Knapp dran, und doch daneben. Der Höhepunkt sollte noch folgen, denn die Hanseaten wurden belohnt mit dem 2:2. Michael vollendete mit einem Rechtsschuß in der 75. Minute. Auch Ufuk feuerte ein paar Mal aus der zweiten Reihe, doch aufgrund noch fehlender Feinjustierung seiner neuen Fußballschuhe landeten seine zweiten Bälle meist im regendunklen Himmel. Bis zur letzten Minute versuchte Hansa aus dem einen Punkt noch einen Sieg zu machen. Kurz vor dem Schlußpfiff eine letzte Ecke. Markus versuchts mit dem kurzen Eck, Jürgen verlängert mit dem Hinterkopf parallel zur Torlinie, aber 3 Hanseaten segelten ohne Ball ins Tor. Danach war Schluß.

Fazit: Es roch heute nach englischem Fußball auf dem tiefen Geläuf. Die Kunstrasenakrobaten haben erst spät den Respekt vor den englischen Verhältnissen abgelegt, deshalb konnten einige ihr Potential nur punktuell abrufen. Schmöckwitz hatte einen Punkt gewonnen, da sie die turbulente Schlußphase erfolgreich überstanden haben. Die meisten Hanseaten sind mit dem bisherig Erreichtem in dieser Saison überaus zufrieden. Und das rächt sich im Sport einerseits, andererseits ist die Mannschaft eng zusammengewachsen mit einem guten Spirit auf dem man aufbauen kann. Sportlich müssten die Hanseñores die limitierten Schmöckwitzer vom Acker schießen, die jedes Jahr immer wieder zeigen, wie man das Maximale aus einer eher spielschwachen Mannschaft herausholen kann. Überforderung tut keiner Mannschaft gut, aber es ist auch eine Frage der Einstellung, nicht des Könnens. Die zweite Halbzeit war beispielgebend dafür, daß es sich lohnt zu fighten. Diese Tugenden sollten die Kreuzberger öfter beherzigen, sich von den Enthusiasten anstecken lassen, dann kommen auch wieder die drei Punkte Spiele. Die  Performance von Hansa ist unentschieden.

Seit dem vierten Spieltag sind die Hanseñores jetzt ungeschlagen. Fünf Siege und vier Unentschieden. Nächste Woche Samstag in der Wrangelritze wollen die Hanseñores den dritten Tabellenplatz gegen den Tabellenzweiten Grünau verteidigen. Dies ist eine sehr schwere Aufgabe, die aber mit dem richtigen Einsatzwillen zu meistern ist, auch wenn der Spielertrainer am gleichen Tag heiratet. Für diesen Lebensabschnitt wünscht die Mannschaft dem Trainer: all the best.


Aufstellung:
Totti, Akeem (65. Michael) – Jürgen – Dirk, Axel – Ali, Jochen – Christian – Ufuk, Markus – Jörn

Tore: 1:0 20. Minute Paß steil auf den Stürmer, 1:1 31. Markus vom sechzehner Rechtsschuß links unten, 2:1 ein halbes Eigentor von Totti, 2:2 75. Rechtsschuß im Sechzehner Michael

Tabelle:

 

 

 

 

 

 

 

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2 Responses to Hanseñores noch unentschieden

  1. Axel Bartsch sagt:

    Fein fein, nur die Wahrnehmung des ersten Gegentreffers scheint vom anschließenden Jever etwas getrübt worden sein oder die meinige hat mir einen Streich gespielt, denn ich habe einen Schuß aus ca. 18 m gesehen, den unser aller Totti nicht festhalten und von der Brust abprallen ließ. Dass er dies auf der Rückfahrt als Parade beschrieb, vervollständigt den Wahrnehmungswirrwarr.

  2. Jörn sagt:

    Kann ich nur bestätigen, der erste Treffer war „trocken vollendet“, allerdings der Abpraller und nicht der Schuß!

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