20. Spieltag: Deportivo Latino – FSV Hansa 07 II  1:1 (1:1)

Wie so oft in dieser Spielzeit, waren Trainer Nütsch die Hände gebunden. Einige immens wichtige Stammkräfte fielen verletzt aus, andere hatten was Besseres zu tun und so blieb es dem Trainer vorbehalten, mal wieder sein Improvisationstalent zu demonstrieren.  So fanden zwölf wackere, zum Teil noch heftig unter Pegel stehende Kicker, den Weg ins weit entfernte Reinickendorf zum letzten Auswärtsspiel der Saison.
Die Hoffnung einiger Promillejunkies, zur zweiten Halbzeit ausgewechselt zu werden, platzte jäh in der Aufwärmphase, als sich Kapitän Fischer verletzt abmeldete. Nun hieß die Devise: 90 Minuten kämpfen und bloß nicht verletzten bzw. vom Platz fliegen. Letzteres wurde gegen einen, mit harten Bandagen kämpfenden Gegner eine echte Herausforderung.

Das Spiel begann und Hansa agierte auf dem rutschigen Grün etwas planlos. Die ersten Minuten gingen komplett an den eingespielten Gegner. Hansa kämpfte verbissen mit sich, Gegner und Platzverhältnissen, aber zu gefährlichen Aktionen sollte es in der Anfangsphase nicht kommen. Begünstigt durch einen Schiedsrichterfehler, der erst ein klares Foul und anschließend ein noch klareres Abseits nicht anerkannte, schob ein Latino- Spieler den Ball vorbei am chancenlosen Selk ins lange Eck. 0:1 nach zehn Minuten.
Dies war nun der Startschuss für Hansa. Von nun an erarbeitete sich die Rumpftruppe, angetrieben vom engagierten Ersatzkapitän Bektas mehrere Chancen. Vor allem die Standards vom quirligen Kahraman waren brandgefährlich und küssten zweimal die Latte.  Hansa bestimmte das Spiel, blieb aber im Abschluss ohne Fortune. Schließlich wurde der couragierte Einsatz doch noch vor dem Pausenpfiff belohnt. Ein Foul an Kahraman (es sollte nicht das letzte sein) im Strafraum, ließ den guten Unparteiischen konsequent auf den Elfmeterpunkt zeigen. Bektas verwandelte sicher zum 1:1 Ausgleich. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

In der zweiten Hälfte wurde das Spiel noch intensiver im Zweikampf geführt, was zur Folge hatte, dass es gelbe Karten auf beiden Seiten regnete. Torchancen waren Mangelware. Die Abwehr stand. Vor allem Hoffmann demonstrierte auf der rechten Seite den Latinos kompromisslos, wat ne echte Ruhrpottkante ist.  Was auf den Kasten von Selk kam, parierte dieser souverän. Bei einigen Hanseaten ließen die Kräfte ab der 70. Minuten nach. Aber trotz Krämpfe, Schürfwunden, schmerzende Knochen und schwindender Kondition zeigte Hansa Moral und verteidigte wenigstens einen Punkt, womit die Zielausgabe “Nicht verlieren“ hart, beiweilen hässlich aber auch erfolgreich umgesetzt wurde. Drei Punkte blieben leider verwehrt, als kurz vor dem Abpfiff ein Foul an York Wegerhoff kurzerhand auf außerhalb des Strafraums verlegt wurde und der Elmeterpfiff ausblieb.

Was bleibt, ist zum einen die Erkenntnis, dass Promille im Körper aufn Platz der größte Gegner ist, zum anderen, dass nächste Saison ein disziplinierter Wind durch die Zweite rauschen muss, will man in der letzten Liga was reißen, braucht es eine eingespielte Mannschaft, eine kontinuierliche Trainingsbeteiligung und vor allem die richtige Einstellung. Wer von acht Trainingseinheiten im Monat, wenn überhaupt an zwei teilnimmt, sollte sich kritisch hinterfragen, ob er sich und vor allem in erster Linie SEINER Mannschaft damit einen Gefallen tut.

Bericht: Dirk

Aufstellung: E.Selk – Kreischer, Kohl, Boll, Hoffmann – T.Gladis, Wegerhoff, H.Bektas, Meiser, Lauer – E.Kahraman

Tor/e: 1:0 (12.), 1:1 H.Bektas (39.,FE,Rechtsschuss,E.Kahraman)

Karte/n: Boll (gelb/abs. Handspiel), Lauer (gelb/Rempelei), E.Kahraman (gelb/Foulspiel), H.Bektas (gelb/Meckern)

Spieler des Spiels: 11 Hanseaten – In einem kampfbetonten Spiel bewies das letzte Aufgebot von Trainer Nütsch, Moral und Kampfeswillen.

[ratings]
Nachtrag:

19.Spieltag: FSV Hansa 07 II – SG Eichkamp – Rupenhorn II 3:1 (2:0)

Aufstellung: E.Selk – Wegerhoff, Kohl, Fischer, Lauer (63.Hoffmann) – Engel, Emmerling, H.Bektas, Meiser, Hoss – E.Kahraman

Tor/e: 1:0 E.Kahraman (2.,Rechtsschuss,H.Bektas), 2:0 Engel (9.,Kopfball,Lauer), 3:0 Emmerling (76.,Kopfball,Engel), 3:1 (82.,FE)

Spieler des Spiels: Patrick Kohl – dessen Zweikampfstärke und Organistaion der Defensive enorme Stabilität verlieh.

 

5 Responses to Kampf und Krämpfe

  1. marc sagt:

    Danke fürn Bericht Dirk!

  2. dirk sagt:

    @marc: kein ding digga 😉

  3. Patrick sagt:

    guter bericht dirk. zum nachtrag: es ehrt mich wenn ich auch ohne anwesenheit zum spieler des spiels gekürt werde, weil ich anscheinend mit meiner omnipräsenten art der mannschaft sicherheit gebe und dem gegner angst einjagen kann 😉

  4. roman sagt:

    dass mit der promile aufm platz muss eindeutig am gegner liegen. kann mich daran (wage) erinnern, dass das bei mir letztes jahr genauso war… und nen scheiss platz haben se auch…

  5. dirk sagt:

    @Patrick: Merci

    @ Roman: Das muss an der Caipi-Luft dort liegen 😉
    Ich hoffe, deine Verletzung heilt ganz schnell wieder. Wir brauchen dich!!!!

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