20. Spieltag: FSV Hansa 07 II – BSC Eintracht Südring II 3:2 (2:1)

Es gibt nicht viele Dinge, auf die man sich im Fußball verlassen kann, zumal in der Kreisliga, zumal bei einem Verein wie Hansa 07. Waltraud fällt einem ein, die rüstige Sportcasinobetreiberin, da ist Verlass, die hat immer denselben Pulli an. Oder die Duschen, die sich in verlässlicher Regelmäßigkeit aus dem Berliner Wasserkreislauf ausklinken, was bei einem spontanen Kabelbrand eher von Nachteil ist, aber das ist eine andere Geschichte. Dann natürlich Fritz, der fleißige Platzwart, der nicht zur Ruhe kommen wird, bis auch der letzte Grashalm, Busch, Baum aus Kreuzberg verschwindet,  außerdem die tägliche Extraportion Emails und das wirklich allerletzte Bier.

Ein bisschen Spaß muss sein.

Verlassen kann man sich bei Hansa, und jetzt nähern wir uns allmählich dem vergangenen Heimspiel gegen den BSC Eintracht Südring II, auch darauf, dass aus einem sicheren Dreieins niemals ein lockeres Viereins oder ein komfortables Fünfeins wird, sondern ein unnötiges Dreizwei, ein ärgerliches Dreidrei und – auch daran werden sich die Älteren unter uns erinnern – sogar ein dämliches Dreivier und schlimmer. Warum ist das so? Warum gönnt die Mannschaft ihrem Trainer nicht mal eine nervenschonende Schlussviertelstunde, die ihn nicht vor Zorn erröten und vor Fassungslosigkeit ergrauen lässt und am Ende womöglich sogar komplett enthaart? Aktuelle Prognose: Glatze am vorletzten Spieltag. Den Gegnern aus dem anderen Kreuzberg kann man jedenfalls keinen Vorwurf machen.

Den Führungstreffer mussten sie zwar machen, weil man als Stürmer nicht weiterlaufen kann, wenn ein Verteidiger mit zu langem Bein und zu großem Ehrgeiz in Weg steht, Pfiff, Elfmeter, Tor. Doch dann haben sie fast alles dafür getan, damit sich Gesichtsfarbe und Kopfhaut des Trainers entspannen. Erst schaufelte einer den Linksroller von Linksverteidiger Döp Döp Döp Dödödöp Döp Döp Selk ins Tor, weil er wohl befürchtete, der Ball könnte es aus eigener Kraft nicht mehr über die Linie schaffen. Dann zimmerte ein anderer Kahramans Freistoß unter die Latte, weil er offensichtlich nicht daran glaubte, dass es ausreicht, wenn sein Keeper und Hobbyvolleyballer den vom Winde verwehten Ball ins Tor pritscht. Zwei Treffer kurz vor der Pause, zu einem haarpsychologisch wichtigen Zeitpunkt.

Auch in der zweiten Halbzeit war Südring ein sehr heimtrainerfreundlicher Gegner, der die Bälle schnell wieder hergab, wenn Hansas Fußkünstler es mal wieder zu profan fanden, einen Pass über drei Meter zum Mitspieler zu schieben, stattdessen über dreißig Meter zur verwaisten Eckfahne schlugen. Irgendwann also musste das dritte Tor fallen. Und es fiel auch, als Döp Döp Döp Dödödöp Döp Döp Selk nicht mehr am leeren Tor vorbeischießen konnte, wie es sein Bruder Selk McBain ein paar Minuten später erfolgreich vormachte.

Des Lausbuben Selks zweiter Streich.

Und nun zurück zur Ausgangsfrage. Warum? Warum konnte Hansa die anderen selbstlosen Vorlagen des Gegners nicht nutzen, um aus Sicherheit Lockerheit und Komfort zu machen? Warum musste zwei Minuten vor Spielende ein unnötiger Anschlusstreffer fallen, der Südring so überraschte, dass die Gästemannschaft sogar kurz daran dachte, alle hehren Motive zu vergessen und doch noch den Ausgleich zu machen? Keine Ahnung, ist halt Hansafußball. Aber wenigstens kann man sich darauf verlassen.

Aufstellung: Lauer – Kreischer, Strzoda, Meiser, Helleberg (78. Rehwinkel) – A. Selk, Schumann, Emmerling (71. Hoss), Netz – Ellner, Kahraman (85. E. Selk)

Tor/e: 0:1 Aslan (13.,Rechtsschuss,FE), 1:1 A. Selk (41.,Linksschuss,Schumann), 2:1 Najjar (45+1.,ET,Kahraman), 3:1 A. Selk (66.,Linksschuss,Ellner), 3:2 Chaaban (88.,Rechtsschuss)

Karte/n: Ellner (gelb/Foulspiel)

Spieler des Spiels: Andreas »Pauli« Selk – der Kilometerfresser vorm Herrn. Erster Doppelpack seiner gesamten Karriere. Unermüdlicher Anschieber über Links und später auch im Zentrum.

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4 Responses to Keine Ahnung, ist halt Hansafußball

  1. marc sagt:

    Der Trainer steht kurz vor dem Abschluß eines Sponsorenvertrags mit »Alpecin – Doping für die Haare«. Macht euch also darum keine Sorgen. Hauptsache gewinnen. Ein 6:1 oder so wär ja auch langweilig.

  2. Kai sagt:

    3 Punkte! und auf gehts nach Marzahn.

  3. Hoffel sagt:

    Doping für die Haare – NUR für die Haare

  4. Schachi sagt:

    Sauber Jungs und jetzt noch Haarzahn weghauen!

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