Pokalspiel Hansa 07 III – Wacker Lankwitz (0:0) 0:4

Autor: Christian Denzin

Da ist es nun, das Pokalspiel gegen Lankwitz, Wacker Lankwitz, Wacker Lankwitz III um genau zu sein. Auch wenn es deren 3. Mannschaft ist, spielt sie doch eine Klasse über uns, weshalb wir durchaus mit einer Portion Respekt im Gepäck angereist sind.

Schon bei der Ankunft in Lankwitz werden die Gegensätze deutlich: 11 gut aussehende Hanseaten und Herrmann auf der einen, gefühlte 20 Jungspunde im Durchschnittsalter von 24 Jahren auf der anderen Seite. Trotz dreier kurzfristiger Absagen ist die Moral nicht im Keller, der Teamgeist zu spüren. Es ist DER Geburtstag von Hansa, Alice wünscht sich einen Sieg als Geschenk. Die Devise für das Spiel ist klar: 5 Min. Vollgas, um den Gegner früh aus dem Konzept zu bringen und zu demoralisieren und so gegen alle Erwartungen doch etwas reißen zu können.

Anpfiff, der Ball rollt. Frühes Pressing im Mittelfeld, eine enge Raumaufteilung, sicheres Verschieben – Hansa dominiert das Spiel. Die beiden Sechser Benny und Guido bestimmen den Spielaufbau, ein Zug nach vorne ist zu spüren, Hansa hofft auf eine Sturm und Drangphase. Seb bekommt den Ball mittig vorm Strafraum, dribbelt am Abwehrspieler vorbei und schießt Richtung rechter Winkel. Der Tormann – noch auf dem Rückweg von seiner zuvor schwachen Ballabwehr am linken Fünfereck – hechtet hoch, und fischt die Kugel aus dem Eck. Traumschuss – Traumparade. Die Jungspunde, durchaus ballsicher und technisch versiert, scheitern zumeist im Spielaufbau, lediglich der ein oder andere lange Pass aus dem rechten Rückraum in die linke Spitze sorgt für ansatzweise Chancen bei Lankwitz. Da,  wo der Ball durch die Abwehr durchkommt, bleiben die Pässe aufgrund des schnellen Bodens auch für den Gegner fast immer unerreichbar. Das Ende der ersten Halbzeit naht, Lankwitz macht nun etwas mehr Druck und verschafft sich die ein oder andere akzeptable Möglichkeit, doch Hansa schlägt sich wacker.

Halbzeit. Der Schiri – auch ein Befürworter der Rekommunalisierung der Berliner Stromnetze, über die am 03. November oder per Briefwahl abgestimmt werden kann (http://www.berliner-energietisch.net/) – hat das bis dahin faire Spiel voll unter Kontrolle. Seine Drohung – bei Meckern Rot – hatte bereits vor dem Spiel ihre Wirkung entfaltet. Lediglich die etwas pedantische Verweisung eines nicht aufgestellten weil an Krücken gehenden Lankwitzers aus der Spielerzone der Heimmannschaft sowie die mit Hütchen abgesteckten Coaching-Zonen lassen seinen Kontrollwahn durchblitzen.

Anpfiff 2. Halbzeit. Hansa, noch zuversichtlich und guter Dinge, folgt der Devise der ersten Hälfte, das erklärte Ziel: fünf Minuten Vollgas, ein schnelles Tor und dann sicher stehen. Der Gegner, in ungeahnter Weise lernfähig, tut es den Hanseaten gleich. Offensives Pressing, schnelles Spiel nach vorne. Sein Vorteil: Eine Mannschaft aus Jungspunden auf dem Zenit ihrer jugendlichen Kräfte. Vereinzelte Schreie prägen die zweite Halbzeit. Seb, mit vollem Einsatz in den Zweikampf gegangen, liegt an der Außenlinie – Bänderdehnung. Hansa spielt jetzt in Unterzahl, da Jan bereits für Erie eingewechselt wurde und keine weiteren Hanseaten als Auswechselspieler mitgereist sind. Die Jungspunde trumpfen auf. Schöne, wenn auch durchschaubare weil sich wiederholende Kombinationen machen der Hansa zu schaffen. Lankwitz – meistens einen Schritt schneller – nutzt die Räume und die Überzahl, ein Tor für die Gastgeber ist nur noch eine Frage der Zeit. Freistoß Lankwitz am 16er, der Ball kommt halbflach und scharf ins lange Eck, der Wackerer Stürmer sprintet rein, und Tor. 1:0, 2:0, wer kann das einen Tag später schon noch sagen… Lankwitz erarbeitet sich weitere Chancen, schießt starke Ecken aber scheitert häufig im Abschluss. Bei Hansa lassen die Kräfte nach. Schreie. Hermann wird zum zweiten Mal an seinem operierten Zeh erwischt. Sein Gesicht ist von Krämpfen gezeichnet, der einstmals stolze Trainer, der in vergangenen Spielen noch als Joker entscheidende Tore schoss, ist nur noch ein Schatten seiner selbst 😉 Während Lankwitz munter aufspielt, setzen müde Knochen und mangelnde Kondition der gesamten Hansa-Elf weiter zu. Tor für Lankwitz, 3:0. Das Spiel geht weiter. Benny lässt seinen Gegner per Foul aussteigen. Letzterer lehnt die Entschuldigung mit einem unsportlichen Ausdruck ab und kassiert dafür die rote Karte vom Schiri. Nun heißt es 10 gegen 10 – kann die Hansa hier doch noch etwas reißen? Drei min. bis Spielende. Theoretisch ist der Ausgleich mit drei Abschlagtoren noch möglich. Da muss selbst der Schiri schmunzeln. 4:0. Ein langer Ball auf den Flügelspieler der Lankwitzer, der von der Mittellinie durchstartet und im Strafraum schließlich zum Abschluss ins lange Ecke kommt.

Die Bilanz: Eine starke erste Halbzeit, zwei Verletzte und zu wenige Auswechselspieler.

Aufstellung:
Tor: Iman Kasan,
Abwehr: Jeff Bronsert, Christian Denzin, Herrman Amecke
Mittelfeld: Benjamin Kuhlhoff, Guido Brandt, Marc Campbell,
Benny Götzmann, Jan Brunner, Eri Mfor
Sturm: Sebastian Bowe, Ole Engel

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One Response to Kondition für 45 starke Minuten

  1. christian sagt:

    Soso, vielen Dank für den Bericht. Also ist „Wacker geschlagen“ eine durchaus korrekte Zusammenfassung, richtig?

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