29. Spieltag: FSV Hansa 07 II – FC Internationale II 2:5 (1:3)

Eine knallende Tür. Sinnbild für den momentanen Zustand der 2. Herren von Hansa. Ratlosigkeit, Wut und am Ende Leere. Der letzte Heimauftritt der Premierensaison in der Kreisliga B sollte eine Wende zum Guten bringen. Den gruseligen Negativlauf von vier Niederlagen in Serie stoppen. Die eigentlich gute Saison nicht so schwach ausklingen lassen und bloß nicht einen Rucksack voll Unzufriedenheit mit in die Pause nehmen.

Doch was Hansa gerade auch versucht, es endet im Desaster. Wo in der Hinrunde noch Wille und Selbstverständlichkeit war, ist nun nur noch Hilflosigkeit und fehlender Mut. Hansa sitzt in der Abwärtsspirale und kommt vermutlich – so sieht es momentan aus – erst dann raus, wenn sie ganz unten angekommen sind. Glücklicherweise kann das schon kommendes Wochenende sein, wenn die Saison in Neukölln endet.

Hansa begann motiviert und hatte in der 6. Minute die Führung auf dem Fuß, doch Michael Netz bekam im Fallen keinen Druck hinter den Ball, der vor der Linie von einem Abwehrbein geblockt wurde. Der anschließende Befreiungsschlag flog Richtung Hansa-Sechzehner, wo Innenverteidiger Labude, dem Ball kurz vor Erreichen der Hände von Keeper Lauer noch eine Miniberührung mitgab, die das Aufnehmen mit den Händen somit irregulär machte. Lauer geriet in Hektik, und da Labude nicht mal den hinter ihm nahenden Stürmer blockte, der Lauer nun unter Druck setzte, quirkte der Hansa-Torwart den Ball mit der Pieke einfach irgendwie weg und bediente damit den anderen Inter-Stürmer, der das Spielgerät aus 20 Metern via Innenpfosten zur Führung ins leere Tor bugsierte. Ein Treffer wie er symptomatischer nicht hätte sein können. Andy Brehme erschien kurz, klopfte Lauer auf die Schulter und sagte: Haste Scheiße am Fuss, haste Scheiße am Fuss!

Das Gegentor war noch nicht mal in des Trainers Notizbuch zu Ende notiert, da lag der Ball schon wieder in den Hansa-Maschen. Ein Ballverlust nach dem Anspiel, ein hoher Ball an den Sechzehner, eine aufgerückte Abwehr, ein Heber über Lauer – 0:2 (7.). Katastrophe!

Hansa blieb bemüht, arbeitete gegen den Trend und hatte sogar kurz Glück, als der Inter-Torwart eine Behrendt-Flanke etwas unterschätzte, nicht richtig zupacken konnte und den Ball an den Kopf von André Hoss beförderte, der zum Anschlusstreffer einnickte (17.). Hoffnung keimte auf. Für ganze 17 Minuten. Dann tauchte Linksverteidiger Andreas Selk im Sechzehner unter einer Flanke durch, die einen Inter-Spieler in den Genuß von viel Freiraum brachte, der diesen für einen Vollspannabschluss ins lange Eck nutze. Hoffnung kaputt – 1:3.

Das war auch der Halbzeitstand. Hansa wieder mit dilettantischem Abwehrverhalten und drei Gegentore der Marke »Hausgemacht«. Zwei Wechsel in der Pause und die einleitend erwähnte knallende Tür. Der Trainer bedient, die Mannschaft kopfschüttelnd und -hängend.

Raus kam Hansa mit mehr Schwung und besserer Ordnung. Als Belohnung gab es den neuerlichen Anschlusstreffer, als Kapitän Roman Emmerling einen zu kurzen Klärungsversuch aus 14 Metern ins Gästetor drosch (59.). Doch Hansa wäre ja nicht das momentane Hansa, wenn man sich nicht postwendend selbst sabotieren würde. In Folge einer Hereingabe von Links produzierte Labude im eigenen Sechzehner eine Kerze, entschied sich dann unbedrängt für den Versuch der Ballannahme oder -weiterleitung mit dem Fuß, anstatt für eine Klärung per Kopf, schlug ein Luftloch und als dann ein Inter-Angreifer den umherhüpfenden Ball mit der Brust annehmen wollte, kam der frsich eingewechselte Jonas Kohl angeflogen, sprang dem Gast ungastlich ins Kreuz – Elfmeter – 2:4 (67.).

Jetzt war das Comebackfeuer endgültig aus. Zwar mühte sich Hansa weiter im Spiel zu bleiben, lief dann aber noch in einen gut gespielten Konter, der dem Misslingen der Mission Trendwende die Krone aufsetzte (79.).

Zum vierten Mal in der Rückserie kassierte Hansa fünf Gegentreffer und taumelt schwer angeschlagen mit nun fünf Niederlagen in Folge Richtung Saisonfinale.

Aufstellung: Lauer – A. Selk, Strzoda, Labude, Kreischer (46. Hoffmann) – Ellner, Behrendt (60. J. Kohl), Emmerling, Netz (46. Tucic) – Schachner, Hoss

Tor/e: 0:1 (6.), 0:2 (7.), 1:2 Hoss (17., Kopfball, Behrendt), 1:3 (34.), 2:3 Emmerling (59., Rechtsschuss), 2:4 (67., FE), 2:5 (79.)

Karte/n: Hansa keine

Spieler des Spiels: Der eingewechselte Steffen Hoffmann, dessen Flanken von Rechts für viel Gefahr sorgten und eine davon dem 2:3 voranging.

[ratings]

 

10 Responses to Lass es bitte bald vorbei sein, bitte!

  1. Patrizio sagt:

    Kopf hoch Jungs, das wird schon wieder. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und nach der Saison vor der Saison. Nach dem Frühstück ist vor dem Mittagessen und nach der Spielerkarriere vor der Wettschieberei…ihr wisst worauf ich hinaus will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.