Unser FSJler Leon ist zwar erst seit ein paar Monaten da, aber schon jetzt durch und durch Hanseat. Kaum jemand sieht an den Wochenenden so viele Spiele mit hanseatischer Beteiligung, ob in französisch Buchholz, Kladow, Wittenau oder eben bei uns in 36. Grund genug, dass er uns teilhaben lässt, an knappen Siege, deutlichen Schlappen und langen Bahnfahrten zu Spielen der E-Jugend Kreisklasse Staffel 9. 

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Am Dienstag kam ich aus meinem 1-wöchigen Urlaub zurück und habe mich im Endeffekt die meiste Zeit mit Hansa beschäftigt. Meine Familie wurde vollgelabert mit irgendwelchen Hansa-Storys und mein schon sehr alter Opa fragte mich mal wieder: „Na mein Jung, wie läuft et denn bei Hansa? Hab jesehen dieses Spiel mit diesem Sänger der euch helfen will.“ Mein Vater und ich lächelten, denn mein Opa ist fest davon überzeugt ich wäre bei Hansa Rostock. Somit ist klar, dass ich mit dem Kauf einiger Hansa-Tassen dratische Schritte gehen muss damit der Kreuzberger Kultverein auch bei Oma&Opa ankommt!

Wie dem auch sei, war ich Dienstag wieder an der Geschäftsstelle und freute mich auf den Alltag. Die ganze Woche über war aber so eine erschreckende und beängstigende Ruhe an der Wrangelritze. Nicht viele Mannschaften trainierten, Waltraud hatte nichts zu meckern, Fritz hantierte nicht an seinem Zaun und Bielefeld schmiss Gladbach aus dem Pokal. Dann diese Ungewissheit, ob das Gespräch wegen des Podolski-Coups in Frankfurt oder doch im Hansa-Keller stattfinden wird.

Am Ende einer einsamen Hansa-Woche, musste dieses Leid ja ein Ende haben und so machte ich mich Samstag auf dem Weg zum Pankower Derby zwischen der Borussia und der FSV Fortuna in der Kreisliga A. Schönes Wetter ,Platzsturm und ein lahmer Kick. Mehr muss ich ja nicht schreiben, ist ja kein Hansa.

Meine Freude war sehr groß, als mir klar wurde dass es an diesem Sonntag zum Knaller unserer 1.Herren gegen den BFC Tur Abdin kommen wird. Doch vor einem Sonntagmittag kommt immer ein Samstagabend. Gleiche Voraussetzungen, gleiche Bar und gleiches Feeling wie bei meinem letzten Bericht. Nur diesmal bin ich dummerweise in der Ringbahn eingepennt und habe mit Umwegen den Weg nachhause gefunden. Handy war auch noch leer, also wurde es diesmal nichts mit dem Wecker stellen. Nach dem Leitspruch „Wecker hin, Wecker her – Hansa!“ bin ich dann einfach mal aufgewacht und habe mich auf den Weg nach Kreuzberg gemacht. Angekommen, sah ich dass unsere C-Jugend ein Testspiel gegen den SFC Friedrichshain hat. Gute Möglichkeit, um langsam wieder fit zu werden. Wäre da nicht ein mir unbekannter Zuschauer, der mich die halbe Zeit über den HSV zutextete. Es bleibt zu erwähnen, dass ich auf nichts mehr hoffe als den Abstieg der Hamburger. Um klarzustellen, ich bin kein Fan vom FC St.Pauli, sondern wünsche mir manchmal einfach nur Gerechtigkeit für so einen schlimmen Fußball. Die C-Jugend gewann glaube ich mit 4:0 und schon darauf spielte unsere E4 gegen Meteor und die D4 gegen die Amateure. Unsere Jugendleiterin und ich wussten gar nicht wo die Blicke als erstes hingehen sollten bei den beiden Topspielen. Spaß beiseite, soweit ich weiß hat unsere D4 gewonnen und unsere E4 verloren. Aber alle Angaben wie immer ohne Gewähr.

Es war endlich 13h15 und das Topspiel unserer Herren konnte endlich losgehen. Ich möchte und werde jetzt keine großartige Analyse zum Spiel machen, aber ein paar Worte zum Spiel reichen auch. Das Spiel war auf einem sehr hohen Niveau, beide Mannschaften nahmen jegliche Zweikämpfe an und boten den vielen Zuschauern einen schön anzusehenden Fußball. Ich weiß nicht mehr so genau, aber ich glaube ungefähr in der 30.Minute gab es dann zurecht einen Elfmeter für unsere Elf, den aber leider der Kapitän Moritz verschoss. Kopf hoch und Mund abwischen und so machte Moritz in der 39.Minute mit einem Kopfball das 1:0 für die Hanseaten perfekt. In der Nachspielzeit der 1.Halbzeit erzielte Tur Abdin dann doch noch den 1:1 Ausgleich. Hansa reklamierte ein Aufstützen des Torschützen. Ich konnte die Aktion nicht genau erkennen und kann dadurch auch nicht meine Meinung sagen. Halbzeit, beide Mannschaften gingen in die Kabine und kamen geschlossen auf den Platz zurück. In der 2.Halbzeit kam es zu einem offenen Schlagabtausch beider Seiten und zu der ein oder anderen gelben Karte. In der 86.Minute dann der erlösende Moment. Julius schiebt das Runde ins linke Eck. Völlige Ekstase in der Wrangelritze. Gefühlte 100000 Mann rennen zum Torschützen und feierten den so wichtigen Treffer. Das Spiel war aber noch nicht vorbei und der Schiedsrichter noch 3 Minuten nachspielen. Doch dann war es endlich soweit, der Schiri pfiff und das darauffolgende „Spitzenreiter, Spitzenreiter hey hey“ schallte durch ganz Kreuzberg.

Wieder einer dieser geilen Tage..

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.