Unser FSJler Leon ist zwar erst seit ein paar Monaten da, aber schon jetzt durch und durch Hanseat. Kaum jemand sieht an den Wochenenden so viele Spiele mit hanseatischer Beteiligung, ob in französisch Buchholz, Kladow, Wittenau oder eben bei uns in 36. Grund genug, dass er uns teilhaben lässt, an knappen Siege, deutlichen Schlappen und langen Bahnfahrten zu Spielen der E-Jugend Kreisklasse Staffel 9. 

Nach einem solch erfolgreichen Hansa-Wochenende möchte ich einen kleinen Bericht schreiben über die beiden vergangenen Tage. Eigentlich muss ich die Story mit einer Vorgeschichte präsentieren. Nach einer langen Freitagnacht und dem Wecker, der mich nach einer Stunde Schlaf aus dem Bett rieß, rebellierte mein ganzer Körper von oben bis unten. Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: „Warum spielt die E2 immer um 10h morgens?“, „Warum ist gerade heute mein Co-Trainer seine Familie besuchen?“, „Warum müssen wir in Lichtenrade spielen?“. Ach wirklich, ich wünsche wirklich niemanden dieses Gefühl, dass ich an diesem Samstagmorgen hatte. Noch nie, wirklich noch nie fiel es mir so schwer in die U-Bahn einzusteigen um nach Kreuzberg zu fahren und die Trikottasche zu holen. Es war einer dieser Tage, an denen ich kein Wort mit Fritz wechselte, was total unüblich ist. Ich schnappte mir die Trikottasche und machte mich still und heimlich auf den Weg in die an diesem Morgen unermessliche Weite Berlins nach Lichtenrade.

Was mich da erwartete, erinnerte mich volle Kanne an meine Heimat. Außer das laute Radio vom Kiosk an der Ecke, lief rein gar nichts in Lichtenrade. Naja, angekommen am Sportplatz an der Halker Zeile machte ich mich mit den Jungs auf in die Kabinen. Dann halt das obligatorische umziehen, warmmachen etc. Um Punkt 09h30 roch ich plötzlich böses draußen. Als ich nachschaute, was es mit diesem Geruch auf sich hatte, wurde mir komplett übel und ich spürte, dass der Tag so nicht weiter gehen kann. SV Adler Berlin servierte ernsthaft um punkt 9h30 Steak vom Grill. Um eine Tageszeit, an der noch das Käsebrötchen regiert, werden mir Steaks und Würstchen vorgehalten. Es war mir so unglaublich schlecht. Aber das schlimmste war, dass in der Reihe bereits 4 Eltern fürs zweite Frühstück anstanden. Irgendwie fühlte ich mich wie in einem Alptraum.

Naja dann war ja endlich Anpfiff, oder auch nicht. Die gegnerische Trainerin, die heute in Personalunion, auch Schiedsrichterin war, kontrollierte erst die Tornetze. An dem Tag war einfach alles so komisch, ich habe wirklich nur noch auf die „Champions League-Einlaufhymne“ und auf Besuch von Waltraud gewartet, gepasst hätte es. Die Jungs haben super gespielt und so gewann unsere E2 souverän mit 5:7 beim SV Adler Berlin. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, noch mindestens zwei weitere Hansa-Spiele anzuschauen, aber bei aller Liebe nach diesem Samstagmorgen wollte ich nur noch mein Bett sehen. Schließlich stand Sonntag ja noch ein langer Tag vor mir. Unsere 11-er Frauen spielten gegen den BSC Marzahn und unsere Herren gegen das Schlusslicht aus Friedrichshagen.

Sonntag um 10h30 war ich dann in alter Frische in der Wrangelritze. Die 11-er Frauen machten sich bereits warm. Aber erstmal versuchte ich mich vom Aufwärmprogramm der Marzahnerinnnen inspirieren zu lassen. Naja, bei unseren Frauen sah es eleganter aus. Der Spielverlauf war durchaus ausgeglichen. Die Hansa-Frauen waren aber konsequenter vorm Tor und konnten das Spiel so mit 4:1 für sich entscheiden. Sauber! Eine Spielerin hier als „Spielerin des Tages“ zu ehren, macht für mich keinen Sinn. Wer sich jetzt mehrere Spiele unserer 11-er Frauen angesehen hat, der wird den Unterschied zu anderen Mannschaften merken. Hier gibt es keine Individuellen Ex-Profis bzw. eine Mannschaft, die auf Einzelspielerinnen setzt. Unsere Hansa-Frauen zeichnet etwas ganz anderes aus und zwar der Teamgeist und  Zusammenhalt, mit dem man es nun 17 Spieltage geschafft hat unbesiegbar zu sein. Das Trainerteam Kai+Nico und die ganze Mannschaft kann stolz auf sich und diese Saison sein. Es macht Spaß sich diesen Fußball jedes Wochenende anzuschauen und daher bin ich auch der festen Überzeugung, dass ich nächsten Sonntag um 10h15 pünktlich in Hellersdorf stehen werde.

Schluss in der Partie der Frauen und Anfang der 1.Halbzeit des Spiels unserer 1.Herren gegen den Friedrichshagener SV II. Neuzugang Yaya heute das erste Mal dabei und gleich mit dem frühen 1:0 Treffer. Das Spiel ging am Ende 6:1 aus und ich muss ehrlich sagen, ich kann mich nicht mehr an alle Tore erinnern. Was mir jetzt noch so spontan im Kopf blieb ist das Weltklasse-Kopfball Tor von Julius ins linke Eck und Pauls Gewaltschuss vom Elfmeterpunkt ins Eckige. Dieser Sonntag war einer dieser Tage, wie man sie sich wünscht. Unsere 11er Frauen als auch unsere 1.Herren gewinnen souverän und stehen an der Tabellenspitze sowie kurz vor dem Sprung eine Liga höher.

Geiler Tag, geile Spiele, geiler Verein! Hansa!

 

One Response to Leon on Tour

  1. Kai sagt:

    Sonntag, 10:15 Uhr! Die 11er Frauen freuen sich auch schon!

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