6.Spieltag: Hansa 07 I – TSV Helgoland 97 I 2:1 (2:0)

An diesem 6.Spieltag empfingen die ersten Herren von Hansa 07 bei herrlichem Spätsommerwetter den Tabellenvorletzten TSV Helgoland 97 – eine Mannschaft die sich immernoch nach dem ersten Saisonsieg sehnte. Die Hansa wollte ihrerseits, immer noch ungeschlagen, vor dem Heimpublikum den nächsten Dreier einfahren, um den Anschluss an die oberen Tabellenregion nicht zu verpassen.

Trainer Ali Ilhan musste seine Mannschaft wegen der anhaltenden Verletzungsmisere in dieser Saison weiter umstellen und bat diesmal ein altbekanntes Gesicht auf: Thomas „Schachi“ Schachner. Dieser ist für seinen unbändigen Siegeswillen und kompromisslosen Einsatz bekannt und sollte die jungen Hansaspieler mit diesen Eigenschaften anstecken. Kurz nach dem Anstoß wurde den Zuschauern klar, warum den Helgoländer noch kein Sieg gelungen war. Jeder Ball wurde aus der eigenen Hälfte ohne erkennbares Konzept nach vorne geschlagen, mit dem Ziel, das Spielgerät vom eigenen Tor fernzuhalten. Nur durch die Standards wollten die Gäste für Gefahr sorgen, aber diese Bemühungen wurden durch die sicher agierende Abwehr von Hansa früh im Keim erstickt. Langsam fing die Mannschaft an, das Spielgeschehen zu bestimmen und das wurde mit dem 1:0 in der 15. Minute belohnt. Ein zu kurz abgewehrter Ball nach einer Ecke wurde von Stefan Gruhn mit einem Schuß aus 16 Meter Entfernung ins linke Eck der Gäste befördert. Nach der Führung war Hansa weiter am Drücker. Besonders auffällig war die rechte Seite mit Julius Büchner und dem Torschützen Stefan Gruhn, die immer zahlreiche gute Aktionen nach vorne zeigten. Die Vorzeichen auf einen sicheren Heimsieg verdichteten sich und weiter Tore lagen in der Luft. Aber es sollte bis zur 44. Minute dauern, ehe Hansa den Vorsprung ausbauen konnte. Ein von stark spielendem Stefan Gruhn abgelegter Pass wurde von Ercan „Joe“ Öktem kurz vor dem Strafraum gefühlvoll und gekonnt  ins linke obere Eck befördert. Sekunden später Abpfiff der ersten Halbzeit.

In der Kabine machte Trainer Ali Ilhan seinen Spielern klar, dass dieses Spiel noch nicht gewonnen war. „Wir sollten uns um ein schnelles Tor zum 3:0 bemühen und jegliche Konversation mit dem Unparteiischen unterlassen!“ – so war die Devise für die zweite Hälfte. Aber nach Wiederanpfiff war Hansa nicht wiederzuerkennen. Die Gäste kämpften um ihr Leben, um das Spiel zu drehen und diese Unternehmung wurde durch Hansa erkennbar unterstützt. Keine Ordnung mehr auf dem Platz, keine Zweikämpfe fanden statt und nach vorne ging nichts mehr. Und Hansa fing an, ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, nämlich, ständiges Kommentieren der Schiedsrichterentscheidungen. Der Spielfluss der Hanseaten war dahin und die Mannschaft schwamm auf dem Platz. Es war eine Frage der Zeit, bis die Gäste zum Anschlusstreffer kamen. In der 72.Minute war es dann soweit: Eine von links geschlagene Flanke fand im Strafraum durch den Gästestürmer ihren Abnehmer und es stand 2:1. Es war nur der Abschlussschwäche der Gäste zu verdanken, dass nicht weitere Treffer fielen. In den letzten Minuten konnte Hansa das Spiel ausgleichen und kam durch einigen guten Chancen zum erneuten Ausbau der Führung, die aber ungenutzt blieben. Ein letztes Mal mussten die Zuschauer den Atem anhalten, als die Gäste in der letzten Sekunde einen Freistoß bekamen, aber daraus kein Kapital schlagen konnten.

Fazit: Die nächsten drei Spiele werden meiner Meinung nach entscheidend für den weiteren Verlauf dieser Saison sein. Zwei davon sind gegen den Mitkonkurrenten um den Aufstieg, die genauso ungeschlagen sind. Wir sollten im konditionellen Bereich etwas zu legen und aus den zahllosen Standards mehr zustande bringen. Außerdem bin ich dafür, als einer der Vielmeckerer auf dem Platz, Gelb wegen Meckern mannschaftsintern zu ahnden.

Aufstellung: Haberecht – Gruhn (85. Engel), Vissers, Borchert, Kökyaprak – Wichmann, Bektas – Büchner (75. Discher), Hubmann (70. Leclaire), Schachner – Öktem

Karten: Gruhn, Wichmann, Öktem (alle Meckern), Kökyaprak (taktisches Foul)

Tore: 1:0 Gruhn (15.), 2:0 Öktem (44.), 2:1 (72.)

Spieler des Spiels: Stefan Gruhn, stand hinten sicher, machte das 1:0, bereitete  das2:0 vor und holte seine obligatorische gelbe Karte(!).

 

5 Responses to Licht und Schatten

  1. Dirk sagt:

    Glückwunsch Männer. Zur Meckerproblematik: Die Zwote hat jetzt einen internen Strafenkatalog installiert. Seitdem fürs Motzen Kohle abgedrückt werden muss, konzentriert sich jeder nur noch auf den Sieg, das motzen übernimmt der Gegner 😉

  2. Laszlo sagt:

    unterstütze den strafenkatalog!

  3. christian sagt:

    strafenkatalog… der letzte versuch für sowas hat ja nazi-vergleiche nach sich gezogen…

  4. Jörg sagt:

    ich hatte ja auch erst den eindruck von draußen, dass wir nicht die ruhe halten. da aber die gesamte mannschaft zum gleichen urteil bzgl. der gelben karten kam, glaube ich, dass wir weiterhin keinen strafenkatalog brauchen.
    wieder three points hansa. sehr schön.

  5. stefan sagt:

    in diesem zusammenhang:
    „Frage: Es gibt jedenfalls Rituale, die auf eine intakte Gruppe hindeuten. Zum Beispiel den Strafenkatalog.

    Jansen: Wer zu spät kommt, muss kochen. Irgendwann nach dem Training gibt es dann in der Kabine etwas zu essen und zu trinken. Das ist auch schön für den Mannschaftsgeist.“

    http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,720915,00.html

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