12. Spieltag: FSV Hansa 07 II – Berlin Türkspor 2:0 (0:0)

Autor: Hausmann

Nach dem in der Woche zuvor hart erkämpften Arbeitssieg gegen Hürriyet traf sich die Zweite von Hansa 07 am 10.11.2013 zum nächsten Serienspiel gegen die Sportsfreunde von Türkspor. Der nun schon allseits bekannten unchristlichen Anstosszeit am Sonntagmorgen wurde diesmal jedoch (im Gegensatz zur Vorwoche) in der Spielvorbereitung bei einigen Mitspielern in dem Sinne Rechnung getragen, dass sich am Vorabend das ein oder andere Glas kühlen Gerstensaftes weniger einverleibt wurde. Dementsprechend schaute man bereits zum Treffpunkt in meist wache Gesichter. Die letzten müden Geister wurden dann in bekannter Manier durch die Ralph`sche Kabinenansprache vertrieben.

So begann pünktlich um 11.00 Uhr das nächste Kräftemessen in der Berliner Kreisliga B-Staffel 2 mit der Aussicht für Hansas Zwote, sich weiter in den oberen Tabellenrängen festzuspielen. Dementsprechend motiviert startete die Göritz/Engel-Elf in die Partie und erspielte sich durch hier und da aufblitzendes gekonntes Kurzpassspiel erste Torchancen. So tauchten nacheinander nach ansehnlichen Ballstafetten Jeannest und Hoss in guter bzw. sehr guter Schussposition allein vor dem gegnerischen Torwart auf. In beiden Fällen wurde jedoch etwas zu hektisch abgeschlossen, so dass der bereits auf den Lippen der Mitspieler und Zuschauer liegende Torjubel jäh verstummte. Im Anschluss tankte sich der stark agierende Jeannest auf der rechten Angriffsseite durch, wurde jedoch durch den hin und wieder überfordert wirkenden Gegenspieler regelwiedrig durch eine am lebenden Objekt durchgeführte Textilprobe gestoppt, bevor der Pass zum einschussbereiten Hausmann erfolgen konnte. Referee Klein, der ansonsten das Spiel unaufgeregt und gut führte, verweigerte trotz einer Vielzahl in dieser Aktion begangenen gelbwürdigen Regelverstöße (Trikotziehen, Vereiteln einer klaren Torchance, taktisches Foulspiel) den fälligen Karton. In der Folge kamen die Spielkameraden von Türkspor immer besser in die Begegnung und hatten in Derman einen zu jederzeit anspielbaren und technisch versierten Mann für den gekonnten Spielaufbau in ihren Reihen. Bis auf einen unnötigerweise verursachten Freistoß aus halblinker Position blieben jedoch Torchancen für den Gast aus und die Handschuhe von Torhüter Hertel sauber. Unverständlicherweise verlor Hansa jedoch im zweiten Abschnitt der ersten Spielhälfte zunehmend den Faden und konnte ebenfalls nur noch durch eine Standardsituation für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Nach zuvor eher suboptimal geschlagenen Freistößen und Ecken von Behrendt, gelang dem 6er nun, wie sonst gewohnt, eine wohltemperierte, einstudierte Flanke auf den zweiten Pfosten, wo bereits Abwehrturm Stürmer wartete, um das Runde im Eckigen unterzubringen. Lediglich der rechte Pfosten machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung, so dass die beiden Teams mit einem torlosen und zu dem Zeitpunkt leistungsgerechten Remis den Pausentee einnahmen.

In der Halbzeit wurde durch die Trainer Göritz und Engel die zunehmende Hektik auf dem Spielfeld angesprochen und mehr Ruhe und Geduld von der eigenen Elf eingefordert. Man erinnerte an den erst kurz vor Schluss gesicherten Sieg in der Vorwoche und erhoffte sich, auch diesmal zum Ende der Partie Konditionsvorteile ausspielen zu können – sollten doch die monatelangen Übungen an der Leiter nicht umsonst gewesen sein…

Im zweiten Durchgang brauchten die Hanseaten, wie so oft in dieser Saison, erst einen Hallo Wach-Effekt, bevor die nötige Betriebstemperatur wieder erreicht wurde: Nach einem in der Vorwärtsbewegung unterlaufenem Ballverlust von Hausmann kreierten die Gäste von Türkspor in bester BVB-Manier einen schnellen Konter, so dass bereits kurze Zeit nach Balleroberung der Türkspor-Stürmer Karaman mit dem runden Spielgerät im 16er auftauchte und selbiges an den rechten Pfosten bugsierte. Von diesem Ereignis nicht nur akustisch wachgerüttelt machte sich die Göritz-Elf wie zu Beginn der ersten Hälfte erneut daran, das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern. So konnte Hansas Zweite im Verlauf zumindest in Sachen Metalltreffer wieder in Führung gehen, nachdem nach einer eigentlich zu kurz geratenen Flanke von Jeannest der Capitano von Türkspor mit seinem linken Fuß ein Luftloch schlug, wodurch der überraschte Hausmann in optimaler Schussposition an das runde Leder gelangte, welches er unorthodox mit der Pike an den linken Torbalken zimmerte. Noch genauer wollte es in der Folge der in seinem ersten Spiel von Anfang an auf ungewohnter Position auf der rechten Abwehrseite stark aufspielende Kastner machen. Nachdem er sich gegen 3 Gegenspieler durchgesetzt und diese wie Statisten links und rechts stehen gelassen hatte, küsste sein aus ca. 16 Metern abgegebener Schuss das linke Lattenkreuz. Anschließend hatte Schlussmann Uzunöner auch mal die Möglichkeit zu zeigen, dass er ebenso gut im Tore vereiteln ist, wie das ihn umgebende Torgebälk. Einen aus der Drehung abgegebenen Schuss von Hausmann nach schönem Anspiel von Bublak lenkte der Torwart gekonnt über die Latte.

Von den türkischen Sportkameraden ging nun zunehmend weniger Gefahr aus, da sie sich mehr und mehr auf die Abwehrarbeit beschränkten, sei es durch die schwindenden Kräfte oder den zunehmenden Druck, den die Heimmannschaft aufbaute. Um noch mehr Schwung nach vorne zu erzeugen brachte das Trainerteam in der 61. Minute Netz für Hoss. Auf dem Spielfeld bedeutete dies eine Rotation der französischen Arbeitsbiene Jeannest in den Sturm, während Netz die rechte Mittelfeldposition bekleidete. Eben diese beiden Spieler waren in der 75. Minute auch die entscheidenden Protagonisten zum nun verdienten Führungstreffer der Hausherren. Nach schönem Flügelwechsel von Jeannest legte Netz per Direktabnahme zu dem im Zentrum wartenden Hausmann ab. Dieser zielte diesmal nicht ganz so genau, so dass das Spielgerät mit ausreichend Abstand zum Pfosten im kurzen Eck vorbei am machtlosen Uzunöner in den Maschen einschlug. Der Bann war nun gebrochen, die Gegner von Türkspor bissen sich weiterhin an der gut gestaffelten Defensive der Hanseaten angeführt von ihrem, an diesem Tag gefühlt jeden Zweikampf gewinnenden, Kapitän Kohl die Zähne aus. Ein erneut glückliches Händchen bewies der Trainerstab durch den nächsten Wechsel: Der für den bis dahin vorbildlich ackernden Alex eingewechselte Co-Trainer Engel stieß mit Wucht und Geschick in der 86. Spielminute in den gegnerischen Strafraum vor, verzögerte gekonnt und legte dann butterweich zu Hausmann quer. Dieser beglich die noch offene Rechnung mit dem linken Torpfosten und schob die Kirsche vorbei am gegnerischen Schlussmann Richtung linkes Eck, wo sich das Aluminium diesmal eher als Mit- denn Gegenspieler verstand und den Ball ins Tor weiterleitete. Hierbei zeigte sich mal wieder (Mäzen Hopp und seine Hoffenheimer werden mir zustimmen) die Daseinsberechtigung von Tornetzen: Trotz klarem Einschlag in den Maschen fand die Murmel einen Weg durch ein Loch in selbigen im rechten unteren Toreck. Im Gegensatz zu Herrn Brych behielt Schiedsrichter Klein alles genau im Auge und entschied korrekterweise auf Tor. Dies war dann auch der Schlusspunkt in einem guten Fussballspiel, welches die Hanseaten aufgrund der Vorteile im zweiten Durchgang verdient gewannen.

Mit der zu Beginn der zweiten Halbzeit noch geradeso abgewendeten kalten Dusche musste glücklicherweise erst nach dem Spiel Jeannest Bekanntschaft machen, was bei seinen Teamkollegen kurzzeitig zu Verwirrung führte, als soprane Stimmlagen die etwaige Anwesenheit weiblicher Gesellschaft in der Umkleidekabine suggerierten.

Letztendlich feiert Hansa 07 II durch Geduld und Ruhe den dritten Sieg in Folge und ist nun angehalten, die begonnene Serie in den kommenden Wochen gegen direkte Tabellennachbarn auszubauen, um den errungenen zweiten Tabellenplatz zu festigen.

Aufstellung:
Hertel – Bublak, Stürmer, Kohl (c), Kastner – Jeannest, Relitz, Behrendt (90.+2 Kreischer), „Alex“ (82. Engel), Hoss (61. Netz), Hausmann

Tore:
1:0 Hausmann (75., Vorarbeit Netz), 2:0 Hausmann (86., Vorarbeit Engel)

 

2 Responses to Mit Geduld zum Erfolg

  1. Steffen sagt:

    Sehr guter Bericht Marius! Und Glückwunsch zu den nächsten drei Punkten Jungs! Wer hätte das zu Beginn der Saison vermutet? Wird eine richtig tolle Saison.

  2. David sagt:

    Ich stimme dem Hoffel zu! Schöner Bericht und insgesamt saubere Leistung! Nachträglich würde ich vorschlagen, Marius zum „Man of the Match“ zu küren. 2 Treffer plus Spielbericht, das kann sich sehen lassen.

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