Hansa will expandieren – aber nicht um jeden Preis
von Philipp Stachelsky

Wer am kommenden Montag das neue FuWo-Sonderheft aufschlägt, sollte sich nicht wundern, wenn er die Kreisliga-A Aufstellung des FSV Hansa 07 begutachtet. Keine Sorge, der Kreuzberger Kiezklub ist nicht über Nacht zur Football-Mannschaft umfunktioniert worden, der über 30 Mann starke Kader ist vielmehr Folge eines Überangebots an Spielern, die während der letzten Saison zur Mannschaft gestoßen sind.

Während andere Vereine derzeit noch darum kämpfen, bis zum Saisonbeginn überhaupt eine Startelf zusammen zu bekommen, nutzt Hansa sein Luxusproblem, um die 1. und 2. Mannschaft neu zu strukturieren. Am Ende der Vorbereitung will Trainer Ali Ilhan „in freundschaftlicher Zusammenarbeit“ mit Marc Nutsch, dem Coach der Zweiten, ein Team beisammen haben, das in der Lage ist, gleich im ersten Jahr des Wiederaufstiegs ans Tor zur Bezirksliga klopfen zu können. Da die letztjährige Reserve geschlossen in die Seniorenliga abgewandert ist, werden die aussortierten Spieler als vollkommen neu besetzte Zweite in der Kreisliga C antreten. Auch hier wird der Aufstieg angestrebt.

Hohe Ansprüche für einen Verein, der den Sprung in die A-Klasse erst dank eines furiosen Schlussspurts bewältigen konnte. Allerdings sind die großen Ziele durchaus Ausdruck einer neuen Grundstimmung bei den Kreuzbergern. Seit im vergangenen Winter ein neuer Vorstand gewählt wurde, weht ein frischer Wind durch die berühmt-berüchtigte Wrangelritze.

Einhergehend mit dem sportlichen Aufschwung soll Hansa 07 unter der Regie der neuen Vorsitzenden Ralph Göritz und Christian Haberecht nun auch strukturell expandieren, mit Werbekampagnen und Spielankündigungen will man den eigenen Bekanntheitsgrad steigern. Vereinsintern soll vor allem die doch recht dürftige Jugendarbeit verbessert werden, bisher gibt es weder eine A-, B- oder C-Jugend. Aber gerade hier soll eigentlich der Schwerpunkte des Kiezclubs liegen, der sich schon immer und in Zukunft noch engagierter eher als „soziales Projekt“ denn als reiner Fußballverein verstanden wissen will.

Weil solche Initiativen nun mal auch Geld kosten, bemüht man sich um die Aquirierung von weiteren Geldquellen, wobei es nicht allein um den Ertrag geht. „Wir wollen Sponsoren, die zu uns passen“, stellt Haberecht klar. Konzerne, wie der mit dem großen gelben M von der gegenüberliegenden Straßenseite gehören wohl definitiv nicht dazu.

Denn bei allem Ehrgeiz will man bei Hansa eines auf keinen Fall: den Verlust der eigenen Identität riskieren. Der integrative und soziale Anspruch soll dem sportlichen und wirtschaftlichem Fortschritt nicht untergeordnet werden, sondern im Optimalfall mit ihm einhergehen. Die Zusammenstellung der Mannschaften wird immer auch unter charakterlichen Gesichtspunkten erfolgen, um den Spaß an der Sache gewährleisten zu können. Prämienzahlungen kann es derzeit und würde es auch nicht geben. Und wer sich unsportlich verhält, fliegt unabhängig von seinem sportlichen Wert aus dem Verein. „Erfolg ja, aber nicht um jeden Preis“, wie es Trainer Ali Ilhan auf den Punkt bringt. – PHILIPP STACHELSKY

Erschienen in: FUßBALL-WOCHE Nr. 30/2008 vom 21. Juli 2008, Seite 30.

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7 Responses to Mit spaßorientiertem Ehrgeiz

  1. capitano sagt:

    Erfolg um jeden Preis!

  2. roman sagt:

    wir wollen also aufsteigen…

  3. christian sagt:

    im bogen für das fuwo-sonderheft wollte ali „oben mitspielen“ drin stehen haben. das ist ja nochmal was anderes.

  4. pablo carajo! sagt:

    hallo jungs!!! also..ich wünsche uns alle eine super session, fair play mit herz und BLUT, aber von die friedliche und freundliche um uns ein platz zu gewinnen. Haupsache : aufsteigen!! mit die erste oder zweite? mit beides!!
    tja, tut mir leid dass ich nicht da bin um mir besser zu vorbereiten, aber ich greife schon mal an wenn ich da zuruck komme.
    Vamos Hansa carajo!!!
    pablo

  5. capitano sagt:

    BLUT ist super, Pablo. Wir brauchen dich.

  6. pablo carajo! sagt:

    Donnerstag 07.08 13:45 inder fette ecke Argentina vs Ivory coast.
    Alle gerne eingeladen..
    bis dann, pablo carajo

  7. christian sagt:

    pablo, alter gaucho, da hat argentina aber ganz schön glück gehabt!

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