Wolfgang Grundmann * 31.12.1929 † 10.4.2016

Grundmann

Eine prägende Figur des Vereins in den 60er und 70er Jahren ist nach langer schwerer Krankheit verstorben. In den 60er Jahren war er als Jugendbetreuer und Jugendleiter verantwortlich für die in ganz Berlin anerkannte Jugendarbeit des Vereins. Der Jugendfußball im Westteil Berlins fand in dieser Zeit in einem Nord- und einem Südkreis statt, um die Fahrwege für die Jugendmannschaften kurz zu halten. Die beiden Kreis-meister der jeweiligen Altersklassen spielten dann in einem Endspiel den Berliner Meister aus. Und unter dem Jugendleiter Wolfgang Grundmann wurden die großen Erfolge des Vereins, die Berliner Meisterschaft der C-Jugend 1967 und der Berliner Pokalsieg der D-Jugend 1974 errungen. Allein in den 60er Jahren gab es 17 Staffel-meisterschaften und 3 Südkreismeisterschaften.

Mitte der 70er Jahre wurde Wolfgang dann Vorsitzender des Vereins und hat durch seine ruhige aber bestimmte Art den Verein auch durch schwierige Zeiten solide und seriös geführt. In dieser Zeit gab es nur 5 Fußballvereine im Bezirk. Die auch heute noch existierenden BFC und Eintracht Südring, die Berliner Amateure und im Postbezirk SO 36 die FSV Hansa 07 und den nicht mehr existierenden BBC Südost. Plötzlich gab es sogenannte Kneipen-Mannschaften, bei denen am Sonnabend Hansa-Spieler Freizeitfußball spielten und Sonntags müde oder verletzt bei der 1. Herren fehlten. Die Jungliga (damals für Spieler von 18 bis 21 Jahre) von Hansa wollte weiterhin zusammen spielen und gründete 1978 den neuen Verein Kreuzberger Sportfreunde (KSF). Die komplette 3. Herrenmannschaft von Hansa ging dann ebenfalls dorthin, um als „2.“ zu spielen. Der BFC Izmirspor gründete sich und wurde später als Türkiyemspor zur Nr. 1 in Kreuzberg. Übrigens mit vielen bei Hansa 07 in der Jugend ausgebildeten Spielern. Dennoch wurde in diesem Jahr die 1. Herren Zweiter in der damals noch aus 2 Staffeln bestehenden Kreisliga und scheiterte in den Aufstiegsspielen zur Landesliga am 1. FC Neukölln, dem Zweitplatzierten der anderen Staffel. Die Landesliga war damals die zweithöchste Spielklasse in Berlin.

Ich ging damals als junger Pressewart in die „Funktionärs-Lehre“ bei Wolfgang und habe von ihm viel gelernt. Aber seine Ausstrahlung und seine Persönlichkeit, die konnte man nicht erlernen. Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum scharte er eine junge Vorstandsmannschaft von 30-jährigen um sich, von denen sich einige noch immer passiv oder sogar aktiv für den Verein engagieren. Nach dem der Verein sein 75-jähriges Jubiläum groß und erfolgreich gefeiert hat, zog sich Wolfgang aus dem geschäftsführenden Vorstand zurück, nahm aber als Kassenprüfer weiterhin engagiert und aktiv am Vereinsleben teil.

Ich hatte mit Wolfgang zuletzt an seinem Geburtstag telefoniert und da konnte man schon hören, dass es ihm nicht gut ging. Leider konnten wir ihm nicht die letzte Ehre erweisen, da wir erst spät durch Detlef Schnee vom Ableben Wolfgangs informiert wurden. Da hatte die Beisetzung bereits stattgefunden. Aber alle Hanseaten werden sich immer dankbar an Wolfgang Grundmann erinnern.

Detlev Oßenkopp

 

3 Responses to Nachruf auf Wolfgang Grundmann

  1. Lutz Lehmann sagt:

    Zu meinem Bedauern habe ich heute diese Nachricht erhalten. Ich spreche der Familie mein herzlichsten Beileid aus. Ich halte die Erinnerungen mit Wolfgang zu meinen schönsten Sporterlebnissen fest. Herzlichst Lutz Lehmann (Spieler der Berliner Meistermannschaft von 1967)

  2. Ben sagt:

    Ruhe in Frieden, Wolfgang.

  3. […] Haberecht zunächst an das im vergangenen Jahr verstorbene Ehrenmitglied Wolfgang Grundmann [Nachruf von Detlev Oßenkopp] und die Versammlung gedachte ihm mit einer […]

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