14.Spieltag: FC Internationale II – FSV Hansa 07 II 1:4 (1:2)

Die Festivalbesucher grölten vor Freude, als Jonas Kay-Ohl den Diver machte und auf der nassen Bühne entlangrutschte. Zwar verlor er dabei sowohl Orientierung, als auch die Kontrolle über das Spielinstrument, aber das Publikum dankte es ihm mit freundlichem Jubel und Szenenapplaus. Es war richtiges Festivalwetter. Nass. Kalt. Rutschig. Nur den Schlamm, denn musste man sich denken, war ja Kunstrasen.

Den Opener machte das Duett »Romain & Der Magier«. Das für seine virtuosen Riffs, aber auch brettharten, schnellen Headbangerparts bekannte Duo heizte den Fans schnell ein. Während der Magier feinfühlig an der langen Flanke zupfte, schädelte Romain sofort drauflos. Keine Gnade, mittenrein, ohne Rücksicht auf sich selbst. Da reckte der Backgroundsänger namens »TW-Internationale« zurecht verduzt die Hände in die Höhe.

So sieht Festivalpublikum aus. Man beachte den heissen Ofen unten rechts. Rocker.

Als nächstes folgte die internationale Produktion »Direct Answer«. Eine Kombo, deren Style erst verwirrend wirkte, dann aber im Abschluss Klarheit schaffte. Keine sonderlich schöne Darbietung, aber durchaus erfolgreich und eingängig. Wobei sich der Reisetross aus dem Wrangelkiez einig war, bei »Romain & Der Magier« mehr Spaß gehabt zu haben.

Aber keine Pause, weiter gings. Nach einer kurzen Umbauphase spielte »Lefty Huba Man« groß auf. Der Singer/Songwriter aus Österreich gilt in der Szene als die Entdeckung der letzten Wochen. Mit viel Schwung und Enthusiasmus nahm er die elektrisierende Atmosphäre auf und verwandelte seinen Sound in ein unaufhaltbares Geschoss für Hirn und Ohren. Die Hanseaten waren begeistert. Im Hintergrund tauchte erneut der nicht ganz unbeteiligte »TW-Internationale« auf.

Im Backstagebereich musste Romain derweil seinem unfassbaren Starttempo Tribut zollen und machte schlapp. Aber so ist es, das Rockerleben, schnell, hart und auch schnell vorbei, wenn man nicht aufpasst. Alt(IG)metaller Pasquale Meiser sprang sofort ein.

Einige technische Schwierigkeiten und eine viertelstündige Unterbrechung nutzten die Hanseaten für bewusstseinserweiternde Gespräche, das Sinnieren über dauermosernde Ordner und die Vorfreude auf den großen Headliner des Abends.

Doch viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Denn »Der Magier« war schon wieder auf der Bühne. Dieses Mal mit seinem Soloprojekt »The Sweat Is What You Get«. Dabei verwandelte er elektronische Beats in Wellen, deren Abpraller von den Resonanzkörpern auf der Bühne, er mit der Geschwindigkeit einer Magnetschwebebahn durch Zeit und Raum schickte. Der Künstler war selbst total begeistert von seiner Performance, reckte die Faust mehrfach und löste Jubelarien im Publikum aus.

Tanzeinlage während dem Gig von »The Sweat Is What You Get«

Alles war nun bereitet für den Mainact. Den Newcomer des Jahres. »Netz netzt«. Die Kreuzberger Band wird als legitimer Nachfolger von Trent Reznors Nine Inch Nails gehandelt. Antreiber ist APS (Andreas “Pauli“ Selk), der motorgleich den Takt bestimmt, wobei er stets – schon nahezu hedonistisch – immer auf dem linken Teil der Bühne verweilt. Kopf der Truppe ist der namensgebende Leadsänger Micha Netz. Seine hohe Kunst besteht darin, die melodischen Vorlagen mit großartigen Gesangseinlagen in wunderschöne Gebilde zu verwandeln. Ein Vergleich mit dem Fußball sei gestattet. (Andy Brehme, ’90 gegen Holland).

Dann wars vorbei. Alle durchweicht, alle glücklich, und dann gabs sogar noch ’ne heiße Milch mit Honig. Das nächste Festival kann kommen.

Aufstellung: Lauer – A.Selk, Behrendt, Strzoda, J.Kohl – Hubmann (78.Netz), Tucic, Emmerling (34.Meiser), Ellner – Schachner (63.Hoss), Kahraman

Tor/e: 0:1 Emmerling (6.,Kopfball,Tucic), 1:1 (8.), 1:2 Hubmann (32.,Linksschuss), 1:3 Tucic (48.,Linksschuss), 1:4 Netz (81.,Rechtsschuss,A.Selk)

Karte/n: A.Selk (gelb/Foulspiel)

Spieler des Spiels: Der Mann mit den vielen Spitznamen. Relativ neu im Sortiment ist »Tutscher«, ein von Schröder geprägter Rufname, bei dem man sich fragt, ob da Verbindungen zu Torsten Frings (Lutscher) gemeint sind?

[ratings]

 

10 Responses to Netz netzt

  1. geiler bericht! beschissenes wetter! hansa siegt trotzdem, olé!

  2. Johanna B. sagt:

    Und über allem: „Baby, don’t hurt me!“.

  3. McBain sagt:

    Wartet ab mal ab bis die Gebrüder peinlich zu ihrer Reunion-Tour aufbrechen. Dagegen war das gestern ein Britney Spears Konzert! Ooooops……

    McB

    PS: Starker Bericht. Der einzige Lichtblick an diesem tristen Montag.

  4. Youareallnuts sagt:

    Großer aber auch verwirrender Bericht. Marc, Du nimmst noch Medikamente, oder? 😉 Versteht den jemand, der nicht dabei war? Letztlich ist das natürlich ohnehin egal, denn dabei sein ist halt alles!

  5. Dobermann sagt:

    Geiler Bericht Marc, dafür fünf Sterne.
    Jetzt noch einmal nen Heimsieg einfahren und die Pause kann kommen. Hat Spaß gemacht.

  6. Alice sagt:

    ZU-GA-BE! ZU-GA-BE!
    Gibt es eine Gästeliste? VIP-Pässe? Bin schon immer eine große Fan gewesen.

  7. Toni sagt:

    Liest sich, als wäre der Trainer zufrieden!!!

  8. Rafa Rotznase sagt:

    Also Quintessenz: WIR HABEN HOCH GEWONNEN!!! ODER ?
    Sehr gut Jungs wäre gerne bei euch gewesen und nicht ans Bett gebunden zum mitfiebern.

  9. Hoffel sagt:

    Richtig starker Bericht Marc. Wo nimmt der Mann nur die Ideen her? 😉 Persönliches Berichtshighlight: Kein Speedmetal, kein Thrasmetal, kein Heavymetal, IG-Metal Junge! Haha… Glückwunsch Jungs zur deutlichen gewonnen Regenschlacht! Ich möchte endlich wieder mitspielen. Nicht zuletzt um Tony von dem ungeliebten Amt des Innenverteidigers zu befreien 😉 Nervt tierisch draußen stehen zu müssen. Bis Sonntag.

  10. Johanna B. sagt:

    Drei Punkte. Nothing else metals.

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