9.Spieltag: FSV Hansa 07 I – FC Hellas I 2:1 (1:0)

Nach drei Niederlagen in Folge galt es für die Hanseaten endlich mal wieder zu punkten und vor allem das eigene Selbstbewußtsein zu streicheln. Denn dieses kam doch arg ramponiert daher und schlich in den vergangenen Partien eher verschüchtert über die Fußballplätze Berlins. Gerade in der Anfangsphase hatte Hansa oft zu schlafmützig agiert, doch dieses mal begann das Spiel mit einem Weckruf…

Nach zwei Minuten lag Hansa in Front. Eine Balleroberung 20 Meter vor dem Tor, Ercan Öktem zog weg und öffnete so den Raum für Henrik Wichmann. Dieser sagte »Danke«, stieß konsequent zum Tor und schloss ab – 1:0. Dieses Tor tat der Mannschaft sichtlich gut, auch wenn es nicht dazu führte, dass es plötzlich wieder wie von selbst lief. Es entwickelte sich forthin ein intensives Spiel. Hellas rannte dem frühen Rückstand hinterher, hatte mehr Ballbesitz und auch einige Gelegenheiten, von denen aber nur eine eine wirklich Hundertprozentige war. In Folge einer Ecke kam ein Hellasspieler mit dem Kopf an den Ball, aber Enrico Selk im Tor der Hanseaten, der einen ganz famosen Tag erwischt hatte, bugsierte das Leder mit einem Reflex über die Latte. Hellas zog sein Spiel über die Flügel auf, machte da ordentlich Dampf und kam vor allem über die linke Hansa-Abwehrseite immer wieder zu Flanken, die aber dann in den fangbereiten Armen des Hansa-Goalies landeten oder von der Abwehr geklärt werden konnten. Einmal versuchte es ein Hellasspieler mit einem schönen Schuß vom Sechzehnereck, doch das Spielgerät wand sich mit viel Effet versehen – zum Glück für alle Schwarz-Gelben – um die richtige Seite des langen Pfostens. Abstoß, durchatmen. Auf der Gegenseite war Hansa immer wieder bemüht schnell in die sich öffnenden Räume zu stoßen, was einmal vorzüglich gelang und Ercan Öktem die große Gelegenheit zum 2:0 eröffnete. Doch der Goalgetter vom Dienst zögerte einen Moment zu lang und scheiterte dann am Winkel, als auch am Towart.

So ging es mit einer glücklichen, aber nicht unverdienten Hansa-Führung in die Pause, wo Thomas »Shaking« Schachner die denkwürdigen und titelgebenden Worte sprach:»Oh Mann, ich spiele gegen Shaquille O’Neill.«

Aus selbiger kam Hansa wieder etwas forscher und verlagterte das Spielgeschehen weiter nach Vorne, weg vom eigenen Kasten. Das Spiel wogte im Mittelfeld hin und her, bot selten Gelegenheiten zum Torabschluß, bis Hellas in einen Konter lief. Ein wunderbarer Pass aus der Mitte von Henrik Wichmann schickte Ercan Öktem auf dem linken Flügel in die Gasse, dieser hob den Kopf, sah den mitlaufenden Tom Neubauer in der Mitte, ein fantastisch getimtes Zuspiel über 18 Meter vors Tor, wo Tom Neubauer den Ball in die Maschen wuchtete. Traumangriff, großartiges Tor – 2:0. Jetzt geriet Hellas richtig ín Zugzwang und musste Hinten mehr und mehr öffnen, wollten sie noch einen Punkt ergattern. Hansa begann sich nun in der eigenen Hälfte einzuigeln, die Räume eng zu machen und auf einen ähnlichen Angriff zu hoffen, wie er zum zweiten Tor geführt hatte. Und in der Tat, die Kopie des Angriffs ließ nicht lange auf sich warten. Wieder ging die Post über links ab, wieder war es Tom Neubauer vor dem Tor, doch dieses Mal entschied er sich in den Ball zu grätschen, anstatt durchzulaufen und so strich der Ball haarscharf am Kasten vorbei. Den Knockout verpasst, geriet Hansa dann doch noch in die Bredouille. Ein langer Ball auf dem Flügel wird vom eingewechselten Jesko Borchert unglücklich mit dem Kopf abgefälscht, fällt dem rausgerückten Innenverteidiger Stefan Gruhn in den Rücken und einem Hellas-Angreifer in den Lauf. Torwart Enrico Selk konnte dann auch nichts mehr retten und da war sie dann wieder, die Spannung auf die alle Hansa-Anhänger und -Spieler so gerne verzichtet hätten. Mit leicht zittrigen Knien brachte Hansa den Sieg aber nach Hause und durfte mal wieder jubeln – finally.

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung wurde gemacht, Zweikämpfe angenommen und gewonnen. Die Mannschaft wirkte wieder viel konzentrierter und zielstrebiger, was dem Selbstbewußtsein gut tun sollte. Kommendes Wochenende bei den Sportfreunden von Neukölln Rudow gibt es die nächste Chance auf drei Punkte und mehr Selbstvertrauen. Gib Schub, Rakete!

Aufstellung: E.Selk – Kökyaprak, Gruhn, Schachner, Vissers – Duman (64.Yücel), Wichmann, M.Bektas, Leclaire (81.Pawelzik) – Neubauer (75.Borchert), Öktem

Tor/e: 1:0 Wichmann (2.,Rechtsschuss), 2:0 Neubauer (58.,Rechtsschuss,Öktem) 2:1 Oloksidis (82.)

Karte/n: folgt!

Spieler des Spiels: Der Hanseatische Abwehrverband um den Mittelblock der Herren Selk, Gruhn und Schachner – der robust zu Werke ging, zwar die Null nicht halten konnte, aber definitiv gute Arbeit leistete, die Gegentorflut der letzten Wochen eindämmen konnte und somit den Grundstein für die drei Punkte legte.

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6 Responses to Not in my House, Shaq!

  1. Schachi sagt:

    Sehr schöner Bericht und Leute nur wenn wir am Sonntag nachlegen war dieser Sieg was wert! Aber ich bin mir sicher das alle jetzt scharf auf noch mehr Siege sind!!

  2. dobermann sagt:

    Na also Männerz, ihr könnts doch noch. Krise war gestern. Auf gehts Hansa, Kämpfen und SIEGEN!!

  3. roman sagt:

    jawohl, ja!

  4. stefan sagt:

    Riesen Dank natürlich an die Südwest-Kurve, die uns in der schwierigen Phase nach dem Anschlusstreffer lautstark unterstützt hat. Ich glaube, da lief selbst Shaq ein Schauer über den Rücken.
    „FSV – Hansa null sieben“ 🙂

  5. marc sagt:

    @Stefan: Da nich für! Und das muss aber ein großer Schauer gewesen sein bei dem Rücken. 😉

  6. Robert sagt:

    Sauber Jungs! 3 Punkte waren mal wieder nötig!

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