Nach Auswärtsspiel auf eigenem Trainingsplatz und dem allerersten Pflichtfreundschaftsspiel wartete an diesem Wochenende die nächste Überraschung auf die tapfere, aber noch sieglose Hansaelf aus Kreuzberg. Sonntagabendflutlichtheimauswärtsspiel am Anhalter Bahnhof.

Hansa-Staaken1Durch widrige Umstände aus der heimischen Wrangelritze ins Exil getrieben, die bittere Niederlage der letzten Woche noch in den Knochen, ringsherum Verkehrchaos wegen Bombenentschärfung und dazu den Kader erst im letztem Moment vollbekommen – man hört schon heraus – es waren die allerbesten Vorraussetzungen für den ersten Saisonsieg gegeben.
Schließlich zeigt die Erfahrung:

– Einfach ?! Nicht mit Hansa 3 ! Erst Widrigkeit setzt Kräfte frei!! –

Der Gegner SC Staaken III versprach zudem ebenso eine harte Nuss zu werden, kam er doch mit 26:10 Toren und zuletzt 4 ungeschlagenen Spielen im Gepäck.
Wie so oft war im Hansakader wieder Rotation angesagt – oder besser Wirbelsturm angesichts 7 Veränderungen in der Startelf. Wo Beobachter die harte Hand des Trainers zu sehen wähnen, regierte in Wirklichkeit aber nur mal wieder pure Notwendigkeit, geschuldet der Verletzungsnot und Abmeldungen anderer Art.
Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und so gab es zugleich auch zwei höchst erfreuliche Rückkehrer. Ole, gestärkt und motiviert zurück aus der Vaterschaftspause (mit einem Kasten Bier!) und zudem füllte Micha erstmals diese Saison seinen bisher nur statistischen Kaderplatz mit Leben.

So stellten sich dann anfangs die folgenden Recken dem sportlichen Wettstreit:

Tom

Francesco Steven Murat Scheppa
MC7 Franz
Jan Bö Marc
Ole
Seb (C)

Joker: Daniel & Micha

Vom Trainer instruiert und vom Kapitän Seb eingestimmt ging es dann los.
Schnell zeigte sich, das der Frust vom letzten Spiel bei einigen noch immer festsaß – glücklicherweise im positiven Sinne als brennender Ansporn es besser zu machen – denn diesmal war die Hansa präsent vom ersten Moment an, leidenschaftlich in den Zweikämpfen, konsequent im Kopfballduell, handlungsschnell im Abspiel und aufmerksam im Stellungsspiel.
Plötzlich hatte man sogar das Glück auf der eigenen Seite, als der Abseitspfiff des Schiedsrichters ein frühes Traumtor des Gegners zunichte macht.

Staaken zeigte jedoch auch früh, das sie einen Plan hatten, verlagerten immer wieder das Spiel und versuchten sich Lücken zu erlaufen. Heute war aber zunächst immer ein Hansabein dazwischen – ein Hansabein oder auch ein Hansakopf, denn der Gegner versuchte es durchaus variabel sowohl mit flachen als auch mit hohen Bällen.Vor allem weite Einwurfflanken sollten über die ganze Spielzeit immer wieder brenzlige, aber nie zwingende Situationen heraufbeschwören.

Mehr Spielanteile bei Staaken – mehr Gefahr durch die Hansa!

Seb und Ole waren stetige Unruheherde und wurden sowohl durch den umsichtig lenkenden Franz als auch durch den gewohnt kampfstarken MC7 immer wieder in Szene gesetzt, genauso wie auch Jan und Marc auf den Flügeln im Kombinationsspiel immer wieder gute Spielzüge mitgestalteten.
In der 16.Minute führte einer dieser schnell vorgetragenen Angriffe zur ersten Ecke für Hansa – zur ersten Ecke und zum 1:0. Wie genau der Ball ins Tor gelangte, kann ich nicht genau sagen – jedoch zeigte die Kombination von Unterlatte, Netzgezappel und Jubeltraube überdeutlich den neuen Spielstand an.

16.Min 1:0 Seb (Ecke Scheppa!!)

Angesichts des frühen Zeitpunkts natürlich alles andere als ein komfortables Polster, so galt es sich weiter bissig zu zeigen. Staaken versuchte umgehend zu antworten, musste jedoch stets vor den Kontern der Gelben aus Kreuzberg auf der Hut sein.
Einer von diesen löste kurzfristig Jubel auf der Hansabank aus, doch wie zuvor auf der Gegenseite, so verweigerte der gute Schiedsrichter Sebs zweitem Tor die Anerkennung.
Dann ein Angriff der Gäste über links, der technisch beschlagene Angreifer zieht in den Strafraum und nimmt den britischen Einsatz von MC7 dankend an – vertretbarer Elfmeter für Staaken.

Der Schütze entscheidet sich für die rechte Seite – der Torwart aber auch – und Hansa ist weiter vorn.

Kurz darauf noch einmal die große Ausgleichschance nach einem Durchbruch über die linke Seite, doch der überhastete Abschluss des Stürmers macht sie zunichte.

Auf der Gegenseite ein genialer Moment der Hansaofffensive – zentral sieht MC7 die Lücke und spielt steil in den Lauf des startenden Seb, der legt am herauseilenden Torwart vorbei quer in die Mitte, wo der mitgelaufene Ole vollkommen frei einschiebt.

36.Min 2:0 Ole (Seb+MC7)

Wirkungstreffer!

Hansa spielt nun mit breiter Brust, hinten sicher und konsequent, vorne schnell und zielstrebig.
Aber vorerst blieb es bei diesem Zwischenstand und mit der hereinbrechenden Dämmerung begann unter Flutlicht die zweite Hälfte.
Und das mit einem Paukenschlag!

Fast ein Duplikat des ersten Strafstoßes – gleicher Spieler, gleicher Laufweg, gleicher britisch-rusitikaler Einsatz, gleicher Pfiff.
Anderer Schütze – anderes Ergebnis. Mit brachialer Gewalt in die Mitte des Tores geschossen – unhaltbar, da der Torwart diesmal in die falsche Ecke unterwegs war.

47.Min 2:1

Sollte der Vorsprung etwa wiedermal nicht reichen ?!
Diesmal nicht!!Das war der Hansa deutlich anzumerken – dieser lang ersehnte erste Saisonsieg sollte mit allen legalen Mitteln verteidigt werden.
Kurz wankte man, aber man fiel nicht!

Was Staaken auch versuchte, zu vielbeinig war die Hansaabwehr, jeder Schuss wurde geblockt, jedes Dribbling mit vereinten Kräften gestoppt.
Sicherlich kein Spiel für Fußballästheten, aber ein Leckerbissen für Freunde der Leidenschaft.
Leider zeigte sich diese Emotionalität auch einmal mehr in einem negativen Höhepunkt, ein Spieler der Gäste ließ sich nach Ansicht des Schiedsrichters zu einem unfairen Tritt verleiten und wurde von ihm deswegen zwanzig Minuten vor dem Ende des Feldes verwiesen.
Doch auch in Unterzahl stand das Spiel auf Messers Schneide – während des Damoklesschwert des Ausgleichs weiter drohend über der Hansa hing, wurden trotzdem immer wieder mutig die eigene Chance gesucht, was in einigen gefährlichen Angriffen mündete, von denen jedoch keiner die Entscheidung zu bringen vermochte.

So verrann Minute um Minute und das Hansabollwerk hielt immer noch.
Und es hielt stand!Bis zur 93.Minute und dem umjubelten Schlußpfiff

Oh wie ist das schön Komma oh wie ist das schön Ausrufezeichen
SOWAS hat man lange nicht gesehn Komma so schön Komma so schön
DICKES FETTES AUSRUFEZEICHEN

 

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