9. Spieltag: SV Adler Berlin II – FSV Hansa 07 1:1 (0:0)

Alt-Mariendorf, Sonntagmittag, gegen 13 Uhr. Die milde Herbstsonne streichelt den maigrünen Kunstrasen sanft. „We go where the wild blood flows“ hallt es aus den Lautsprechern. Hier im Südwesten von Berlin trifft Harald auf Uwe. Wohnblock auf Schrebergarten. Hansa 07 auf SV Adler. Hier, wo Schiedsrichter allen Ernstes noch Jonny Walker heißen und die Aufstellung über’s Mikrofon bekannt gegeben wird. Stimmungsvoll dünkt es dir: Hier bin ich Spielerin, hier darf ich sein.

Rückblende. Letztes Wochenende, Heimspiel gegen Johannisthal. Eine Klatsche, wie sie im Buche steht. Vier Tore kassiert, kein einziges gemacht. Verdient verloren. An diesem Spieltag sollte alles anders besser werden. Und das trotz der anhaltenden Ausfälle in der eigenen Offensivabteilung (Ahlrichs in Ecuador, Agbeyegbe verletzt und Skog krank). Immerhin: Weis’ Debüt und Drouins langersehnte Rückkehr kündigten sich an.

Die Begegnung ballte sich im Mittelfeld. Hansa war gewillt, doch der letzte Pass war meistens ungenau. So dauerte es bis zur 22. Spielminute bis Hansa durch Heinicke zur ersten veritablen Torchance kam. Fünf Minuten später war es dann Vogel, die im Sechzehner an den Ball geriet und doch an der Abwehrspielerin scheiterte. Einzige Lichtblicke: Trzewicks hoher Ball aus der Abwehrkette heraus und Messows Beinah-Treffer in der 32. Spielminute. Alles kann, nichts muss. Klappe, die zweite.
Anders sah es bei Adler aus. Die Verbindung zwischen zentralem Mittelfeld und Sturm stand und strahlte unentwegt Torgefahr aus. Routiniert wurden die Bälle angenommen und auf die Außen verteilt. Durch einfachste Tricks gelang es Adlers Offensive ein ums andere Mal, Hansas Defensive zu verunsichern. Doch zwingend gefährlich war auch das nicht, denn das, was in Richtung Kasten kam, hielt Torhüterin Keese souverän.

Halbzeit gleich Handlungsbedarf. Die Ansage: Hansas Abwehr sollte sicherer stehen, Mittelfeld und Sturm abgebrühter sein. Wieso und wann, das zeigte sich zum Beispiel nur vier Minuten nach Wiederanpfiff, als Heinicke den Eckball nur knapp zum Schuss verpasste.

Dann, als Hansa anfing, ins Spiel zu finden: der Schock: In Spielminute 68. gelangt ein langer Ball in Adlers Spitze, Torhüterin Keese kommt raus, ist jedoch den einen Schritt zu spät. Adlers Nummer 14 köpft den Ball aus 14 Metern dankbar ins Tor. 1:0 für die Gastgeber.

Der Führungstreffer beflügelte Adlers Spiel nach vorne. Hansa hielt dagegen. Hansa kämpfte. Aber über die Strafraumgrenze kam der Ball trotzdem nur selten.

In der 85. Minute dann ein Foul an Heinicke. Etwa 28 Meter vor dem gegnerischen Tor: Drouin schnappt sich den Ball, wirft ihn Behre zu. Messow ruhig: „Mach’s direkt.“ Ein Blick, Anlauf, Schuss, links unter die Latte. Drin. Tatsache. 1:1. Fünf Minuten vor Schluss.
Hansa liegt sich in den Armen. Auf und neben dem Feld. Jetzt nur noch durchhalten.

Hansa hält durch und dagegen. Der Ausgleich kurz vor Schluss. So fühlt sich das also an. Nächsten Sonntag: Heimspiel gegen Schöneberg. „We go where the wild blood flows.“ Nächsten Sonntag: drei Punkte.

Spielerinnen des Spiels: Johanna B. – Bilderbuch-Freistoß und unermüdlicher Einsatz Juli Heinicke – hohes Laufpensum und Dauerpräsenz in der Offensive.

Aufstellung: Keese – Trzewick, Behre, Kaapcke, Möhring (67. Ranjbare) – Pracht, Kanter, Messow – Weis (72. Drouin), Heinicke, Vogel

(Johanna B.)

[ratings]

 

One Response to Razorlight in der Körtingstraße

  1. Alice sagt:

    Und vielen Dank an Yasmin, dass du so toll eingesprungen bist: 1 Sonntag, 2 Spiele, 4 Punkte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.