21.Spieltag: SG Prenzlauer Berg II – FSV Hansa 07 II 0:1 (0:1)

Ein enges Spiel

Es waren einmal ein extrem windiger Tag, ein rutschiger Kunstrasen, ein pfeiffreudiger Schiedsrichter, ein Kopfball ins Glück, ein gestreichelter Pfosten, die Zauberfüße eines Torwarts, die Hand Linkes, zwei langhaarige Auswärts-Fans, ein bibbernder Frauenkörper und ein verschnupfter Trainer.

Hansa, ganz im Sinne einer ökologisch bewußten Fußballmannschaft, reiste zum Auswärtsspiel gegen die SG Prenzlauer Berg II mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Dank der Unterstützung der U1, der M10 und der eigenen Füße kam man wohlbehalten auf des Gegners Platz an. Die Zielvorgabe des Spiels war, die vergangenen beiden Niederlagen ad acta zu legen und wieder als Mannschaft aufzutreten, was zuletzt verloren gegangen war. Das Spiel, welches von einem bereits bekannten, verschlossene Münder liebenden Schiedsrichter geleitet wurde, begann recht ausgeglichen, wobei Hansa zu Beginn erkennbare Schwierigkeiten mit dem Geläuf hatte und so ein ums andere Mal ins Rutschen geriet, was zu Problemen im Spielaufbau führte. Aber auch die Gastgeber taten sich schwer und kamen nicht so recht in die Gänge. Die erste Chance dann in der 8. Minute, als Frank Engel einen Freistoß aus 22 Meter zentraler Position aufs Tor schoß und der Torwart der SGP per Flugeinlage parierte. Die darauf folgende Ecke von Links wurde abgewehrt, der Ball gelangte jedoch wieder zu Hansa, ein Seitenwechsel nach Rechts, ein Foul in der Nähe des Sechzehners und wieder ein Freistoß für die Gäste. Erneut legte sich Frank Engel den Ball zurecht, flankte ihn mit Schnitt zum Tor, wo Hasan Bektas mutterseelen allein am langen Pfosten stehend zur Hansa-Führung einnickte.

Was kommt denn da geflogen?

Nun begann die Drangphase der SGP, die die größeren Spielanteile hatte ohne wirklich gefährlich zu werden. Hansa lauerte auf Gegenstöße, verpasste sich im letzten Moment aber meist. So plätscherte die erste Halbzeit vor sich hin, bis kurz vor dem Pausenpfiff der bis dahin sehr gute Pascal Meiser, als letzter Mann den Ball nicht rechtzeitig klärte, sich in einen Zweikampf einließ, diesen verlor und urplötzlich der SGP-Angreifer allein vor Torwart Christian Haberecht stand. Ein Schuss, ein herausschnellender Fuß, abgewehrt, doch der Ball fiel dem Stürmer wieder genau vor die Füße, ein zweiter Schuss, ein sich hineinwerfender Körper, ein Ball der darunter durchrutschte und knapp am Pfosten vorbei ins Aus trudelte. Riesen Chancen, großartige Paraden!

Das dynamische Duo

Danach flatterten Hansa die Nerven und noch eine Riesen-Gelegenheit bot sich dem Kapitän der SGP zum Ausgleich, als er unbedrängt am Fünfmeterraum stehend, den Ball serviert bekam, aber nur einen Kullerball von Schuss folgte, den Christian Haberecht locker halten konnte. Dann war glücklicherweise Pause.

Im zweiten Durchgang wollte Hansa die Spielkontrolle, die man nahezu 35 Minuten lang inne gehabt hatte, wieder erlangen. Doch die Hausherren wehrten sich und so fand das Spiel meist in der Hansa-Hälfte statt. Aber auch jetzt war es nur selten wirklich gefährlich und es bedurfte einer Szene in der 63. Minute bis wieder etwas Leben ins Spiel kam. Die SGP griff über rechts an, eine Flanke in die Mitte, wo plötzlich eine Hand nach oben schnellte und den Ball 18 Meter vor dem Tor abfing. Nun wurde heiß diskutiert, wild gestikuliert und als Erstes marschierte ein bereits gelbverwarnter Spieler von der SGP mit Gelb-Rot vom Platz. Hatte er doch vergessen, dass der Schiedsrichter keine Meckereien mag. Paul Linke, dessen Hand maradonagleich einer göttlichen Eingebung folgend, den Ball berühren wollte, wurde zum Spielleiter zitiert und sah sich dann mit dem roten Karton konfrontiert. Es ging weiter mit Freistoß für die SGP und zehn gegen zehn. Hansa mauerte sich nun immer mehr hinten ein, kam kaum noch aus der Umklammerung heraus und benötigte in der 69. Minute erneut die schnellen Zauberfüße von Christian Haberecht, um einen Stürmer und dessen Ausgleich abzuwehren. Konterchancen boten sich nur selten, doch hätte Hasan Bektas beinahe den Torwart aus 40 Metern mit einem Heber überlistet, der aber leider knapp über das Tor flog.

Den allerletzten Atemanhalter produzierte dann nochmal die SGP. Ein Angriff über Rechts gelangte bis in den Strafraum, wo der Abschluss am herauseilenden Christian Haberecht vorbei am langen Pfosten endete und von dort aus der Gefahrenzone rollte. Noch eine Ecke, die nichts einbrachte und dann endlich der Schlusspfiff.

Hansa hatte viel Glück auf seiner Seite, aber das gehört ja auch dazu. Danke  an die SG Prenzlauer Berg für ein faires Spiel.

Aufstellung: Haberecht – Siegel, Linke, Boll, Kreischer – Engel (74. Ralling), Meiser, Gorelik (65. Borchert), Fischer – H. Bektas, Emmerling (79. Giese)

Tor: 0:1 H. Bektas (10., Kopfball, Engel).

Karten: Gorelik (gelb/Meckern), Haberecht (gelb/wegen in Zeichensprache den Schiedsrichter in der 94. Minute auf die Zeit hinweisen), Boll (gelb/Foulspiel), Linke (rot/Handspiel)

Spieler des Spiels: Christian Haberecht, dessen fantastische Reflexe und gute Paraden in höchster Not die drei Punkte gerettet haben!

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6 Responses to Rotkärtchen und der böse Paul

  1. Arne sagt:

    Glückwunsch Leudde!

  2. capitano sagt:

    Es war mindestens 25 Meter vor dem Tor und daher nie und nimmer Rot!

  3. christian sagt:

    in der tat, die rote war übertrieben. andererseits.. wenn mein auf die uhr zeigen gelb war, dann ist dein handspiel 2 monate sperre!

  4. Ben sagt:

    Dreckiges 1:0…so gefaellt’s. 🙂

  5. Youareallnuts sagt:

    Sehr guter Bericht Marc! Übersteigt mal wieder deutlich die Leistung, die wir auf dem Platz gezeigt haben. Meine Frage: hat nur ein Frauenkörper gebibbert oder hast Du den zweiten einfach vergessen? 😉

  6. christian sagt:

    @youareallnuts: vielleicht war eine der damen auch einfach temperaturadäquat angezogen?

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