18. Spieltag, Senioren-Bezirksliga, Staffel 2: Hansenores – 1. FC Schöneberg 2-2

Fritz Walter hielt sich wettermäßig zurück, so dass das Spitzenspiel in der Bezirksliga zwischen dem Ersten (Hansenores, 39 Pkt.) und dem Dritten (Schöneberg, 35 Pkt.) ohne Dauerberieselung von oben stattfinden konnte.

Das Trainerteam hatte die Qual der Wahl und musste sich mit der Auswahl der ersten Elf und weiterer drei Ergänzungsspieler aus 17 Akteuren herumquälen, eigentlich eine positive Entwicklung, die leider auch Enttäuschungen mit sich bringt. Umso schöner war zu sehen, dass diese überwunden schienen und wir als Mannschaft mit allen Akteuren geschlossen auftraten.

Der Gegner, dessen ständiges „Schiri, Schiri, Schiri“ mir heute noch im Ohr säuselt und während des Spiels auf der Nervskala an das Vuvuzelagetröte bei der WM in Südafrika heranreichte, bearbeitete uns mit allen Mitteln. Vor dem Spiel fragte einer der putzigen Profikicker doch ernsthaft, ob wir nicht eigentlich nur Freizeitfußballer seien und nur 2-3 Mann richtig Fußball spielen könnten.

Nun denn, die Antwort sollte auf dem Platz erfolgen, wo wir uns zu Beginn sichtlich schwer taten mit der bissigen, aggressiven Gangart der Gäste, die wir, außer von den Berliner Amateuren, nicht gewohnt waren. Der Gegner attackierte mit drei bis fünf Mann früh in unserer Hälfte und setzte uns unter Druck, so dass wir uns nur schwer und meist wenig spielerisch befreien konnten, was sonst zu unseren Stärken gehört. Gelang es uns, die Vorhut zu überwinden und in die gegnerische Hälfte vorzudringen, so stand dort eine dicht gestaffelte Abwehrkette, die nicht davor zurückschreckte, unsere Bemühungen und den Spielfluss mit Fouls zu unterbinden, so dass wir kaum gefährlich vor des Gegners Tor gelangten. Gleichzeitig waren wir darauf bedacht, nicht zu hohes Risiko zu gehen und keine Chancen der Schöneberger zuzulassen, da wir schließlich einen 4 Punkte-Vorsprung vor ihnen hatten und die Aluminiumtreffer aus dem Hinspiel noch im Hinterkopf nachhallten. So waren die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, insbesondere zwischen Defensive und offensive, zu groß. Alles zusammen genommen ergab dies nach 45 Minuten ein 0-0 ohne Großchancen auf beiden Seiten.

In Halbzeit zwo ging es ähnlich weiter, wobei wir etwas mehr vom Spiel hatten und der Gegner seinem hohen Anfangstempo Tribut zu zollen schien, ohne jedoch an Gefahr zu verlieren. Beide Mannschaften rieben sich weitestgehend im Mittelfeld auf und man konnte nur selten längere Spielzüge bis in den 16er sehen. So fiel das 1-0 in der 60 Minute nach einem Ballgewinn in unserer Hälfte und schnellem Umschalten, indem der sehr agile Kai Schumann einen schönen Pass in den freien Raum auf Christian Gonzalez spielte, der genug Zeit und Platz hatte, um auf das Tor zuzulaufen und aus ca. 16 Metern mit einem satten Linksschuß den Torwart zu überwinden. Da ausgerechnet Christian traf, der sein letztes Spiel für Hansa absolvierte, bevor er sich in seine Heimat Chile verabschiedete, brachen auf der Ritze alle Dämme und es wurde gejubelt, als ob dies der Aufstieg gewesen sei. Eine schöne Geschichte und Christian und seiner Familie sei auf diesem Wege nochmals alles Gute gewünscht.

Aus unseren Träumen wurde wir allerdings schon 10 Minuten später gerissen, obwohl das Tor Schöneberg zunächst offensichtlich zugesetzt hatte und wir am Drücker gewesen waren, denn nach einem Anspiel in den 16er wurde ein Schöneberger unstrittig von Christian Thon gelegt und der fällige Elfer kompromisslos verwandelt. Das Spiel schwappte hin und her, denn nach dem Tor witterte Schöneberg wieder Aufstiegsluft und überwand den Schock des 1-0. Eine Ecke brachte dann sogar das 1-2 für Schöneberg, da wir trotz Deckung das Kopfballtor am langen Pfosten nicht verhindern konnte. Passiert. Genauso passierte in der 80. Minute zum Glück auf der Gegenseite das 2-2, welches nach einer Ecke und einer Kopfballverlängerung von Roman durch den kurz zuvor eingewechselten Jörn erzielt wurde, indem er sein Bein mal wieder an der richtigen Stelle ausfuhr und den Ball ins Netz drückte. Erleichterung.

Danach hatten beide Teams nicht mehr viel zuzusetzten und man einigte sich auf das leistungsgerechte Unentschieden. Alles in allem ein intensives Spiel, ohne fußballerische Glanzpunkte, in dem einige unserer Akteure unter ihren Möglichkeiten blieben, aus den unterschiedlichsten Gründen. Nun heißt es, das Potenzial im nächsten Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Kreuzberg (Derby!) abzurufen, die Schmach aus dem Hinspiel wettzumachen und Micha ein schönes Abschiedsspiel zu schenken!

Hansa: Christian G, Stephan, Marcello, Yigit, Christian T., Adrian, Kai, Axel, Ufuk, Michael, Roman, André, Jörn, Mario

edit: Axel

 

 

37 Responses to Schiri – Schiri – Schiri

  1. jk sagt:

    Nachtrag: Derby-Schmach wettgemacht, Senioren auf Kurs Richtung Landesliga!!! Hahohieben

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