10.Spieltag: NSF Neukölln-Rudow I – FSV Hansa 07 I 5:2 (3:0)

Mit neuer Hoffnung fuhr die Erstvertretung von Hansa nach dem Heimsieg der Vorwoche den langen Weg die Karl-Marx-Straße hinunter bis nach Rudow. Mit den gewohnten Umstellungen (Büchner für den Hochzeitsjubilar Vissers, Borchert für den verletzten Gruhn sowie Stürmer Weikardt nach halbjähriger Abstinenz) ging es zu einer Mannschaft, die nach Angaben ihres Trainers mit 4-5 Mann das Training bestreiten muß, und zwar regelmäßig.

Umso erstaunlicher, daß Hansa das Spiel in der ersten Halbzeit komplett verschlief und durch drei gleich gemusterte Tore in hohen Rückstand ging: Freistoß oder Ecke von rechts mit links aufs Tor gezwirbelt, Verwirrung, Tor. Der erste Ball (Freistoß) ging ohne Zweitkontakt am verdutzten Selk vorbei ins lange Eck, geschätzte Geschwindigkeit ca. 5 Kmh. Beim zweiten (Freistoß) liefen zwei Rudower über den zweiten Pfosten ein und bedrängten sich gegenseitig, denn Abwehrspieler waren nicht zu sehen, so daß der Torschütze immerhin vom eigenen Mitspieler etwas gestört wurde. Das dritte Tor (Ecke) entsprang dem Versuch Selks, aus den vorangegangen Situationen zu lernen und den Ball vor dem Eindringen in die Gefahrenzone zu klären, dabei boxte er das Spielgerät aber dem gegnerischen Stürmer an den Körper, von wo er ins Tor trudelte. Von der mit großen Erwartungen begleiteten Offensive Hansas war leider nichts zu sehen, bis auf einen Alleingang Öktems, der statt abzuschließen versuchte Weikardt aufzulegen, und einem schönem Seitfallzieher Leclaires, den der Torwart sehr gut parierte.

In der Halbzeit entzog Trainer Ilhan den Seinen die Zuneigung, worauf die derart aufgeschreckten Hanseaten eine akzeptable zweite Spielhälfte hinlegten. Es entstanden Torchancen, und zwei wurden genutzt: ein Foulelfmeter, herausgeholt von Kökyaprak, verwandelt von Öktem, und ein Flachschuß von Wichmann aus 17 Metern ins kurze Eck. Leider hatte der Gegner zwischenzeitlich bemerkt, daß Tore aus dem Spiel heraus auch zählen und zwei weitere Male genetzt, einmal nach fatalem Abwurf in fremde Beine und einmal nach schönem Konter. Nun befindet sich Hansa im Abstiegskampf und sollte diesen sogleich aufnehmen, anstatt abwesenden Spielern hinterher zu trauern. An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß sich der eingewechselte Cengiz Yücel einen Zeh gebrochen hat und erst zur Rückrunde wieder spielen kann. Es wäre ihm zu wünschen, daß er in einer etwas befreiter aufspielenden Mannschaft sein Comeback geben kann.

Aufstellung: E.Selk – Büchner, Borchert, Leclaire (46.Jeannest de Gyvès), Kökyaprak (68.Yücel) – Neubauer (62. Akdogan), Wichmann, M.Bektas, Schachner – Öktem, Weikardt

Tor/e: 1:0 (16.), 2:0 (19.), 3:0 (28.), 3:1 Öktem (54.,FE,Linksschuss,Kökyaprak), 4:1 (64.), 5:1 (73.), 5:2 Wichmann (81.,Rechtsschuss)

Karte/n: Leclaire, Schachner, Akdogan (alle gelb/Foulspiel), Öktem (gelb/Meckern)

Spieler des Spiels: Maxime Jeannest de Gyvès, der dem linken Flügel und der gesamten Mannschaft Leben einhauchte.

(Autor: Fränkie)

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4 Responses to Schlafes Brüder

  1. christian sagt:

    schade jungs… haben grad wohl echt eine schafenskrise. aber auch die geht wieder vorbei!

  2. Mugo sagt:

    Hallo Jungs, ich komme am Sonntag aus Dublin und guck mir das nächste Spiel an. Ich hoffe, dass ich Euch auch Glück mitbringe. Hoffe Ihr wisst noch wer ich bin. Nach 2,5 Jahren würde ich es keinem übel nehmen. 🙂

  3. dobermann sagt:

    @ Rico: Kopf hoch Junge, Leben geht weiter, passiert den besten Keepern
    @Kritiker: Jeder der wissen möchte, wie es während des Spiels in einem Torwart aussieht,empfehle ich a) ein paar Spiele im Tor zu machen um das durchgehend begleitende, nicht gerade angenehme Gefühl zu spüren, dass jeder einzelne Fehler dich zum Arsch der Stunde machen kann und b) Robert Enkes Biografie
    Danke

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