19. Spieltag: RW Hellersdorf II – FSV Hansa 07 3:4 (1:1)

Einen herben Dämpfer hatten die Hansa-Aufstiegshoffnungen in der Vorwoche bei der deutlichen Heimniederlage gegen den Tabellenführer aus Schöneberg erhalten. Dabei war nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Leistung frustrierend gewesen. Es galt nun also gegen die 2. Mannschaft von RW Hellersdorf in die Erfolgsspur zurückzufinden. Auch wenn es sich dabei um den Tabellenvorletzten handelte, durfte dieser auf keinen Fall unterschätzt werden. Mit der Leistung der Vorwoche wäre auch hier nichts zu holen gewesen.Vor Spielbeginn herrschte zunächst lockere Dorfplatzstimmung. Die Gastgeber hatten sich nicht lumpen lassen und eine fette Soundanlage an den Spielfeldrand gestellt, mit der der Stadion-DJ den Fans mächtig einheizte. Alle 3 Zuschauer waren begeistert. Kurz vorm Anpfiff wurden noch schnell die Aufstellungen durchgesagt: Hansa mit 3 Änderungen im Vergleich zu Vorwoche, Christian, Moritz und Yasar für die verletzten oder verhinderten Gökhan, Jesko und Henrik.

Hansa war zunächst zwar das überlegene Team und dominierte die Partie ohne sich jedoch klare Torchancen herauszuspielen. Der letzte Pass war oft zu ungenau, von Außen kamen noch zu wenig Flanken und wenn, dann waren auch diese zu unpräzise. Der gegnerische Torwart, der vor dem Spiel als Schwachstelle ausgemacht wurde, war anfangs kaum gefordert, obwohl der Trainer vor dem Spiel noch Abschlüsse aus der zweiten Reihe gefordert hatte. Mitte der 1. HZ hat sich dann aber Yusuf wohl daran erinnert und zog aus 25m einfach mal ab, der Ball schlug links oben im Winkel ein – Traumtor! Die Führung sorgte jedoch nicht für mehr Sicherheit im Hansa-Spiel. Zwar hatte man weiterhin mehr Ballbesitz und erspielte sich auch die eine oder andere Torchance heraus, war dabei allerdings nicht zwingend genug. Hellersdorf kämpfte sich dagegen langsam in die Partie und setzte die Gäste mit teils sehr hartem Einsteigen unter Druck. Der Schiedsrichter hatte sich offenbar als Ziel gesetzt, die Partie ohne Karten über die Bühne zu bekommen. Zwar zog er seine großzügige Linie auf beiden Seiten konsequent durch, manchmal macht eine gelbe Karte aber vielleicht dennoch Sinn?! Kurz vor der Pause dann ein schlampiger Fehlpass im Spielaufbau auf Hansas rechter Abwehrseite, Hellersdorf kontert mit einem langen Ball auf seinen durchstartenden Mittelstürmer, der nur noch durch ein Foul gestoppt werden konnte. Klarer Elfmeter und Glück für Hansa, dass auch hier keine Karte gezogen wurde – andere Schiedsrichter hätten da evtl. auf Notbremse entschieden. Der Strafstoß wurde sicher verwandelt und es ging mit einem 1:1 in die Pause.

Mit dem eigenen Spiel konnte Hansa bis dahin nicht zufrieden sein. Zwar war man die spielerisch bessere Mannschaft, doch fehlte den Angriffen oftmals die letzte Konsequenz. Das wollte man in Halbzeit 2 ändern, was jedoch zunächst nicht gelang. Im Gegenteil: Hellersdorf mit einem Steilpass in die Spitze, die Abwehr stellt die Angreifer abseits – dachte sie zumindest – der Schiedsrichter pfeift nicht – 2:1. Denkbar ungünstiger Start in die 2. HZ. Hansa reagierte mit wütenden Gegenangriffen, agierte aber oft zu hektisch. Zudem machte sich eine gewisse Unruhe im Team deutlich bemerkbar, die sich negativ auf das eigene Spiel auswirkte. 10 Minuten später dann eine ähnliche Situation: Wieder startet ein Spieler von Hellersdorf aus abseitsverdächtiger Position auf der linken Außenbahn, wieder blieb der Pfiff aus. Doch anstatt weiterzuspielen, reklamiert Hansa auf Abseits, sodass sich die beiden mitgelaufenen Stürmer der Gastgeber nur einigen mussten, wer den Querpass zum 3:1 einschiebt.

Plötzlich erinnerte einiges an das Spiel in der Vorwoche, als man nach dem 0:2 auseinander fiel. Unzufriedenheit machte sich breit und von einem Aufbäumen war zunächst wenig zu sehen. Dabei waren noch eine knappe halbe Stunde zu spielen – genug Zeit, um zumindest noch den Ausgleich zu erzielen. Hansa versuchte es jetzt vermehrt mit langen, hohen Bällen in den Strafraum und erarbeitete sich so einige gute Chancen, die jedoch alle vergeben wurden. Der gegnerische Torwart machte einen äußerst unsicheren Eindruck und so war der Anschlusstreffer nur eine Frage der Zeit. Micky schlug einen von vielen Freistößen aus dem Halbfeld scharf in den Strafraum, wo Eric mit dem Hinterkopf an den Ball kommt und ins kurze Eck trifft. Mit diesem Tor wurde auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft wieder besser und der Druck noch einmal erhöht. Zwar war spielerisch weiterhin viel Luft nach oben, doch zumindest der Kampf stimmte jetzt. Auf dem Platz ging es immer hektischer zu und viele kleine Fouls ließen keinen richtigen Spielfluss mehr aufkommen – aber zumindest spannend war es. Der Ausgleich fiel dann 5 Minuten vor Schluss. Erneut eine Hereingabe von Micky mit Schnitt zum Tor, diesmal verpassen alle in der Mitte, sodass der Ball hinten ins lange Eck einschlägt. Großer Jubel, aber noch nicht das Ende der Aufholjagd. Kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal ein Langer Ball. Der gegnerische Torwart kommt etwas zu zögerlich raus, Fred ist zur Stelle und trifft zum 3:4 Endstand.

In der Entstehung war es naürlich ein glücklicher Sieg, auch wenn er nicht unverdient ist.  Die Mannschaft hat am Ende Moral bewiesen und muss den Schwung der letzten Minuten nun mit ins Spiel gegen Charlottenburg nehmen. Denn da wird auf jeden Fall eine Leistungssteigerung nötig sein…

Aufstellung: Christian – Felix B., Ender, Eric – Mo (45. Julius), Nils, Moritz, Micky – Yasar (55. Akgün), Fred, Yusuf

Tore: 0:1 Yusuf (25.), 1:1 (40.), 2:1 (50.), 3:1 (60.), 3:2 Eric (75.), 3:3 Micky (80.), 3:4 Fred (89.)

Man of the match: Eric, hatte beim Elfmeter Glück, dass der Schiri ihn nicht vom Platz stellte. Machte dann aber den wichtigen Anschlusstreffer und war mit starkem Einsatz auch am Siegtor beteiligt.

(Felix B.)

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One Response to So etwas nennt man einen dieser Siege.

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