17. Spieltag (Nachholspiel): 1. FC Schöneberg – FSV Hansa 07 3:7 (2:1)

Nein, der Platz des 1. FC Schöneberg liegt gänzlich in der Sonne. Der Titel bezieht sich also auf etwas anderes – das Gegensatzpaar Sonnenseite/Schattenseite – man kann auf der Schattenseite des Lebens sein, oder aber auf der Sonnenseite. Wir ersetzen „Leben“ durch „Hansa 07“, machen einen Genitiv draus und schwups ensteht: Die Sonnenseite von Hansa 07 – Die Schattenseite von Hansa 07 – Die Sonnenseite von Hansa 07 und schon ist die Chronologie des Spiels zwischen 1. FC Schöneberg I und Hansa 07 I beschrieben.

Motiviert durch die Ansetzung des Spiels auf Kunstrasen, wollte Hansa 07 von Anfang an den Gegner unter Druck setzen, kompromisslos spielen und die letzten beiden Niederlagen vergessen machen. Sonnenseite 1: Es gelang. Die ersten 15 Minuten gehörten ganz alleine der Gastmannschaft. Es wurde früh gestört, schnell nach vorne gespielt und Chancen herausgearbeitet. So scheiterte Ercan „Joe“ Öktem alleine in den ersten Minuten zweimal am Aluminium, einmal per Kopf und ein weiteres Mal per Gewaltschuss. Wenig später war es wiederum Öktem, der, mit einem langen Ball in den Rücken der Abwehr, Jörg Weikardt freispielte, der nur noch den Ball über den herausstürzenden Torwart zum 1-0 lupfen musste. Damit ging die Sonne erst mal verloren.

Schattenseite 1: Mit der Führung im Kopf stellte Hansa 07 zum wiederholten Male in dieser Saison das Fußballspielen ein. Warum? Ja gut äääh—-! Die wenigen Chancen, die noch herausgespielt wurden, führten nicht zum Torerfolg. Stattdessen taten sich Löcher zwischen Abwehr und Mittelfeld und Mittelfeld und Sturm auf, oder umgekehrt. Die Gegner konnten nun lange Bälle in freie Räume spielen, es wurde nicht wie vorgenommen kompromisslos geklärt, so dass es plötzlich 2-1 für Schöneberg stand, das sich Mitte der Halbzeit plötzlich ein Übergewicht erspielt hatten. Hansa 07 schaute zu und ging in die Halbzeit.

Sonnenseite 2: In der Halbzeit folgte ein Donnerwetter. Wütend kamen die Spieler aus der Halbzeit, gewillt den Rückstand umzubiegen, aber auch mit dem Wissen, dass Halbzeitrückstände für Hansa 07 bislang zu gefühlten 99% am Ende mit Niederlagen einhergehen. Doch, es kam diesmal anders. Die Initialzündung war wohl direkt der erste Angriff nach dem Anstoß, der so zielstrebig und schnell über die linke Seite ausgeführt wurde, dass spätestens jetzt jeder merkte: hier geht heute noch was.

Schon rollte der nächste Angriff über links. Öktem setzte sich an der Torauslinie durch, tunnelte den Torwart, der Ball hüpfte unkontrolliert die Torlinie entlang und wurde schließlich von einem Schöneberger Spieler über die Linie gedrückt. Nicht viel später schon wieder Angriff über links, Öktem per Schuss schon wieder ans Gebälk. Es gab keine Zeit zum Verzweifeln, denn schon wieder über links, Flanke Huber, Kopfball Öktem. 3-2. Das Spiel war gedreht. Nun waren alle 11 Hanseaten hellwach. Die Gegner wurden aggressiv in deren eigenen Hälfte gestört, es wurde schnell kombiniert, alle kämpften aufopferungsvoll, an den Sieg glaubend. Das konnte auch ein kurzer Schatten nicht verhindern, als die Sonne kurz irritiert von den Wolken, den Schönebergern aus dem Nichts das 3-3 ermöglichte. Die Köpfe blieben bei Hansa 07 diesmal oben, zu groß war die Dominanz gewesen. Postwendend  köpfte Sarikurt eine erneute Flanke Hubers schön gegen die Laufrichtung des Torwächters zum 4-3 ein. Jetzt gab es kein Halten mehr. Es folgte ein Angriff auf den nächsten. Die Abwehr um Akdogan, Vissers, Duman und Pauli Selk stand nun sicher, Torwart Rico Selk hielt das fest, was auf seine Hütte kam, das Mittelfeld ackerte, vor allem Yücel räumte defensiv ab, Bektas, Sarikurt und Huber setzte Impulse nach vorne, so dass sich Öktem und Weikardt immer wieder freispielen konnten. Eine schöne Direktkombination führt zum wiederholten Mal zu Öktem der den Ball auf Weikardt ablegt, so dass dieser aus 18 Metern direkt in den Winkel abschließen konnte. Wenig später erhöhte der eingewechselte  Kahraman durch eine erneute Vorlage Öktems, diesmal per Hacke, zum 6-3. Hansa 07 wollte noch mehr, vor allem die linke Achse mit P. Selk und Huber spielte bärenstark und lief gefühlte 30 Flankenläufe, nur ein Tor blieb beiden leider verwehrt. So scheiterte am Ende noch mal Weikardt an der Latte, bevor Yücel mit einem schönen Heber seine Leistung krönte und das Spiel beendete.

Was bleibt? Das Spiel spiegelte innerhalb von 90 Minuten die gesamte Saison 2008/2009 wider. Viel Sonne und viel Schatten, leider was die Spiele angeht immer wechselhaft. Aber jetzt ist Frühling und da scheint die Sonne bekanntlich öfters.

Aufstellung: R. Selk – Akdogan, Duman, Vissers, A. Selk – Huber, Yücel, Sarikurt (Kahraman), M. Bektas (Catal) – Öktem, Weikardt.

Tore: 0:1 Weikardt (10., Rechtsschuss, Öktem), 1:1 Aslan (12.), 2:1 Krüger (45.), 2:2 Eigentor (46., Öktem), 2:3 Öktem (48., Kopfball, Huber), 3:3 Krüger (59.), 3:4 Sarikurt (60. Kopfball, Huber), 3:5 Weikardt (63., Rechtsschuss, Öktem), 3:6 Kahraman (76., Rechtsschuss, Öktem), 3:7 Yücel (90., Rechtsschuss, ?)

Karten: es ging ohne.

Spieler des Spiels: „Pauli“ Selk – ließ denfensiv links nichts anbrennen und brachte im Verbund mit Huber auch noch geballte Offensivpower. Lauf- und Zweikampfleistung volle Punktzahl.

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7 Responses to Sonnenseite – Schattenseite – Sonnenseite

  1. christian sagt:

    jörg, danke für den bericht! wer hat den letzten assist gegeben (für die statistik?).

    geile 2. halbzeit junx!! hat spaß gemacht zuzusehen. jetzt nach ostern nachlegen!

  2. eric sagt:

    nice bericht jörg.
    war der letzte tor nicht von engin vorbereitet? damit cengiz schön plazieren könnte?

    zeh ist OK! es war nur ausgekugelt. 5 – 7 tage ruhe. perfektes timing!
    also bis dann jungs…

  3. Eric sagt:

    Sorry.nicht ausgekugelt.sondern ausgerenkt 😉 …whatever…

  4. Jörg sagt:

    Ich weiß, es gab einige Spieler des Spiels….aber Pauli hat es sich verdient, auch aufgrund der Konstanz.

  5. Joe sagt:

    ich bin auch der Meinung.
    Und Jakob hat vielleicht sein bestes Spiel diese Saison gemacht.

  6. akgün sagt:

    ich würde fast „Tag der offenen Linksfüßer“ nennen. Aber die Rechtsfüßer haben’s ja auch getroffen, nicht wahr, geschweige denn, Abwehrbollwerk mit einem Rico “ the-no-fear“!
    Es hat mal wieder richtig spaß gemacht!

  7. rico sagt:

    Dank meinem persönlichen Trainer, habe ich gelernt meine Angst in den Griff zu bekommen. Das sollten wir beibehalten!!! 😉

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