2. Spieltag: SV Adler II – FSV Hansa 07 0:0

Autorin: Johanna Behre

Das  Unentschieden zum Saisonauftakt: aufgearbeitet. Der nächste Gegner: bestens bekannt. Die Zielvorgabe: kann man sich denken. Einziges Problem: die Sache mit dem Tor.

Sonntagnachmittag in Mariendorf. Eigentlich ist alles wie immer. Johnny Walker ist da, der Kleingartenverein nebenan und das schmucke Häuserensemble gegenüber sowieso. Der Kunstrasenteppich leuchtet gewohnt grün fluoreszierend. Fällt ein Tor, gibt es Musik. Letztes Jahr lief Razorlight. An diesem Nachmittag ist es brasilianischer Latin-Pop.

Abgesehen davon: keine größeren Überraschungen. Die beiden letzten Begegnungen verliefen mit einem 1:1 und einem 1:0 für Hansa jeweils denkbar knapp. Man kennt sich.

Ohne die angeschlagene Messow, dafür mit der spielberechtigten Schneider an Bord, und taktisch defensiver eingestellt, startete Hansa ins Spiel. Anfängliche Unsicherheiten am Ball wurden schnell eingestellt und sich auf die Offensive konzentriert. Immer wieder war es hier Ahlrichs, die in Zusammenspiel mit Nase, Schneider, Pracht und Pek für Wirbel im gegnerischen Strafraum sorgte und doch ohne Torerfolg blieb.

Adler hingegen setzte aus einer sehr dichten Defensive heraus auf die bewährte Kombination aus schnellen Kontern und der Methode Vorschlaghammer. Hansas Abwehrkette und nicht zuletzt eine bestens aufgelegte Torhüterin setzten sich dem entgegen.

Kurzum: Hansa war – wie es so schön heißt – »optisch überlegen«. Aber aus dieser Überlegenheit machte die Mannschaft nichts. Jedenfalls nichts Handfestes. Oftmals fehlte es an Wille und Genauigkeit. Und ein bisschen auch an Glück: Peks 27-Meter-Knaller in der 43. Minute zog nur knapp vorbei, direkt in den Efeu.

Aus der Halbzeitpause kam Hansa dann entschlossener zurück. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff bediente Pracht mit einer Bilderbuchflanke Stürmerin Ahlrichs, die den Ball volley annahm, um ihn dann links am Tor vorbeizusetzen. Keine fünf Minuten später war es wieder Ahlrichs, später Nase und Pek, die das Tor eigentlich schon so gut wie auf dem Fuß hatten.

Szenen wie diese wiederholten sich. Hansa war bemüht. Doch auch in der zweiten Hälfte wurden Pässe ungenau gespielt, Zweikämpfe halbherzig geführt oder den Gegnerinnen zu viel Raum im Mittelfeld überlassen – was das Team aus Mariendorf dankend für sich zu nutzen wusste. Schnörkellos, aber routiniert fanden so ein ums andere Mal Bälle ihren Weg aus der Abwehr ungestört in die Spitze.

Adler erhöhte den Druck und brachte kurz vor Schluss zwei Spielerinnen aus der 1. Mannschaft.

In der 87. Minute kam es tatsächlich zum Tor – allerdings regelwidrig. Torhüterin Keese war zuvor der Ball aus den Armen geluxt worden. Das Spiel gewann nun merklich an Fahrt. In der 88. Minute kassierte Drouin erst Gelb, um eine Minute später allein vor dem Tor nur einen Schritt zu spät zu kommen. Kurz vor Schluss bekam Hansa – nach Rückpass von Adler – noch einen indirekten Freistoß aus 12 Metern zugesprochen. Es half alles nichts. Es blieb beim 0:0-Endstand.

Fazit? Auch im zweiten Spiel kommt Wegerhoffs Mannschaft nicht über ein Unentschieden hinaus – wenn auch ohne Gegentor davon. Positiver Nebeneffekt: Der Smash-Hit »Ai se eu te pego« bleibt allen Beteiligten erspart.

Wo wir gerade bei Liedern sind. Der letzte Satz in »Spiel mir das Lied vom Tod«? Richtig. »Irgendjemand wartet immer«. Am nächsten Sonntag wartet Britz.

Spielerin des Spiels: Andi Pek, die 90 Minuten lang das Spiel aus dem Mittelfeld angeschoben und immer versucht hat, die letzte Entschlossenheit ihrer Mitspielerinnen wachzurütteln.

Aufstellung: Keese, Trzewick, Behre, Lindner, Drouin, Pracht (73. Hvidtfeldt), Pek, Sypaseuth (46. Wegelin), Nase, Ahrlichs

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