10. Spieltag: FSV Hansa 07 – SC Union-Südost 3:2 (2:2)

Der Sekundenzeiger hatte noch nicht mal eine ganze Umdrehung geschafft, da musste die Gastmannschaft an diesem Tag schon zum zweiten Mal Anstoßen. Vorausgegangen war ein Tor von Muhammet Bektas, der von Nils Kischlat nach gekonntem Stochern und Balleroberung ideal in Szene gesetzt wurde – 1:0! Dass man es aber nicht mit einer Jux-Truppe zu tun hatte verriet der Blick auf die Tabelle und manche dachten sich vielleicht, dass so eine schnelle Führung möglicherweise gar kein gutes Ohmen sein kann.

Im weiteren Spielverlauf machte sich bemerkbar warum SC Union-Südost ganz oben im Klassement zu finden ist: sicheres Stellungsspiel in der Abwehr, direkt gespielte Ball-Pendelstaffeln im Mittelfeld und mit Know-how in Szene gesetzte Stürmer, die mit vollem Bewusstsein immer einen Schritt im Abseits standen. Hansa tat sich nur schwer mit dem Ballerkämpfen und einmal in Ballbesitz gekommen wurde er wieder nur allzu leicht verschenkt. Einer dieser Ballverluste im Mittelfeld nutzten die Gäste in der 9. Minute um die beiden Stürmer schnell in die Tiefe zu schicken. Die Verteidiger von Hansa hatten das Nachsehen, der Ball wurde von links außen flach in den gefährlichen Elfmeterraum zurückgespielt und der heraneilende Stürmer musste nur noch trocken Einschieben – 1:1! Keine fünf Minuten später kam es zu einer ähnlichen Situation in der die Gäste auf 1:2 erhöhten.

Dennoch konnte man keine langgezogene Mimik in den Gesichtern der Hanseaten ablesen und es wurde mit erhobenen Hauptes weitergespielt. Das Bild des Spieles blieb jedoch unverändert: Drückende Gäste, die aber bis zur Halbzeit nie mehr die Möglichkeiten haben sollten selbiges zu wiederholen. Einzelne Angriffe auf das Tor von Union-Südost wurden in der 25. Minute mit einem Eckstoß belohnt. Wieder einmal wurde ein Paradigmenwechsel der laufenden Saison bei Hansa bestätigt: Man erhält keine Tore mehr durch Eckbälle, man schießt sie! Nils Kischlat schickte mit der letzten gefährlichen Situation vor der Halbzeit die Mannschaften mit seinem 2:2 nach Eckball in die Kabinen.

Nach der Pause bot sich den Zuschauern ein völlig anderes Bild des Spieles: Hansa drückte, bestimmte das Geschehen am Platz und unterband jegliche Aktionen der Gäste. Die Chancen zu Gunsten der FSV mehrten sich. Nach einer weiteren herausgespielten Aktion hätte neuerlich Kischlat alleine auf das Tor laufen können. Der Textilienprobe des Verteidigers folgte ein Pfiff und der Schiedsrichter zeigte mit einer unmissverständliche Geste auf den Elfmeterpunkt. Fröhlich-Gildhoff verlud den Torwart – 3:2!

Die Freude wollte nicht lange halten da nach dem Anstoß ein Angriff als Antwort kam, bei dem Innenverteidiger Rauch völlig stümperhaft und unverständlich den sich durchtankenden Stürmer im 16 Meterraum zu Fall brachte. Dem Unparteiischen blieb keine andere Möglichkeit als das Pfiff-Fingerzeig-Elfmeterpunkt-Prozedere zu wiederholen. Den scharf aber unplatziert geschossenen Elfmeter klärte der wieder stark aufspielende Rico Selk zum Eckball. Im weitern Spielverlauf wurden Großchancen am laufenden Band herausgespielt: Strzoda zog den Ball nach Hereingabe von Links über das Tor, Kischlat alleinstehend vor dem Tor platzierte das Spielgerät nur knapp rechts daneben und zweimal scheiterte der eingewechselte Damjanov nach unglaublich agilem Auftreten am Aluminium.

15 Minuten vor Schluss bis zum Abpfiff erreichte die Intensität der Angriffswellen von Union-Südost jedoch ihren Höhepunkt. Man tat sich sichtlich schwer wieder Ordnung in das Spiel zu bringen. Nach vorne geschlagene Bälle landeten postwendend wieder gefährlich nahe am Hansa-Sechzehner. Durch solides Abwehrverhalten wurden aber keine weiteren Großchancen zugelassen. Somit fuhr die FSV Hansa 07 I. den zweiten Heimsieg  dieser Saison gegen den Spitzenreiter ein. Gratulation!

Aufstellung: E. Selk – Kopociński, Beier, Rauch (67. Vissers), Helleberg (64. Eckert) – Krone, Fröhlich-Gildhoff, Wichmann, Strzoda (55. Damjanov) – M. Bektas, Kischlat;

Torfolge: 1.min M. Bektas 1:0 (Rechtsschuss, Kischlat), 9. min 1:1, 13. Min 1:2, 2:2 min. Kischlat (Rechtsschuss), 59. Min Fröhlich-Gildhoff (Foulelfmeter)

Spieler des Spieles: Es gab viele und bei so einer geschlossenen Mannschaftsleistung ist es schwierig jemanden zu bestimmen. Ein besonderes Lob soll aber diesmal den Ersatzspielern ausgesprochen werden, die nach ihrer Einwechslung höchstkonzentriert zu Werke gingen und ihre vorgegebenen Aufgaben fehlerlos erfüllten. Alle Räder griffen an diesem Sonntag perfekt ineinander!

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3 Responses to Spitzenreiter zu Gast. Na und?

  1. Hoffel sagt:

    Ganz stark Männer!

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