Kreisliga B – 5.Spieltag: Hansa 07 II– 1. FC Lübars II 3:0 (2:0)

Es gibt ihn wirklich diesen goldenen Altweibersommer. Wo manch einer ins Grübeln kommt, womit man andauernd dieses Berliner Grauingrau verdient hat, zeigte sich der Himmel am letzten Sonntag von seiner besten Seite. Wo in der Vorwoche noch Regen und eben jenes Grau den Rahmen für ein „Skandalspiel“ der zweiten Herren gegen Westend II bildete: ein lächerlicher und einem geschenkter Elfmeter, diverse Abseits- und Nichtabseitstore, eine äußerst exklusive Auslegung der „neuen“ Wechselregelung und dem Zurücklassen eines intensiven Gefühls von einem glücklichen Punkt, Wut, vergebener Chancen und der finalen Ungerechtigkeit des Fußballgotts . Da diese Religion in Kreuzberg vorgibt mehr als nur Opium fürs Volk zu sein, luden Göritz, Engel und ihre Gefolgsleute mal wieder zum Stalinsamba auf die Ritze. Wiedergutmachung auf allen Ebenen war angesagt und sollte mit der Unterstützung des neuen Runds der Marke Derbystar und zahlreicher Veteranen der großen Hansafamilie um Emmerling, Borchert, Öktem und den Gebrüdern Peinlich auch gelingen. Geleitet wurde das Spektakel vom äußert souveränen und selbstironischen Unparteiischen mit dem Hang zum Schwank aus verschiedensten Epochen der Berliner Fußballkunst.

Sonntagmorgen ereilten den Trainer noch Absagen der für den Kader eingeplanten Netz, Fotti und P.Kohl. Die etatmäßige Nr.1 Hertel gab sein Saisondebüt und mit Simon Rao kam ein weiteres Mitglied der Boygroup um Klotz und Allinger zu seinem Debüt im Herrenbereich. Als Reaktion auf die letzten Spiele begann die Hansa wieder im bewehrten  4-4-2 mit J.Kohl hinten links und Hoss neben Bialon im Sturm.

Das Spiel nahm ziemlich schnell Fahrt auf. Die Hansa war sofort in der Partie und bereits in der dritten Minute gelang Klotz der sehenswerte Führungstreffer. Ball in die Schnittstelle von , Sprint Klotz, 1 gegen 1 mit dem Torwart, Schlenzer – Führung für die Hansa. Man rieb sich kollektiv die Augen: War das wirklich die Zweite? Normal fängt man sich doch im kollektiven Tiefschlaf solche Tore. Was in der vorherigen Woche nicht so recht gelingen wollte, funktionierte in dieser ersten Halbzeit nahezu perfekt (auch erwähnt werden muss das der Gegner zwischenzeitlich in Unterzahl agierte). Der Ball lief sicher durch die eigenen Reihen, die Abwehr stand sehr sicher und es konnten überdurchschnittlich viele zweite Bälle gewonnen werden. Man kombinierte nach Belieben, vergaß jedoch ein wenig die für das Siegen existenzielle Notwendigkeit des Torerziehlens. Die beste Szene hatte erneut der sehr starkaufspielende Klotz mit einem traumhaften Sololauf gegen fünf Verteidiger von der Mittellinie (Wer ist eigentlich dieser Lionel?), sehenswertem Abschluss von der Strafraumgrenze, der jedoch leider Zentimeter über den Querbalken flog. Kurz vor der Halbzeit dann die Erlösung: Eckball Klotz, der Ball springt Richtung langer Pfosten und Sturmturm Bialon vollendet mit stoischer Ruhe und Übersicht. 2:0 und erst einmal Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Gäste besser ins Spiel, konnten die Hansa aber nicht entscheidend in Bedrängnis bringen. Die Zweite offenbarte jedoch große Lücken im Zentrum und zwischen den einzelnen Ketten. Ab der 60ten Minute nahm die Hansa wieder das Heft in die Hand und dominierte die restliche Spielzeit mit teils sehr ansehnlichen Spielzügen, wenn gleich man es wohl wieder einmal schuldig blieb eines dieser sogenannten Torspektakel (momentan in Regelmäßigkeit und Perfektion bei der vereinseigenen Ersten zu bestaunen) abzufeuern. Zumindest ein Treffer gelang ihnen noch: perfekt getimter Ball auf Teilzeitindienrückkehrer J. Litman(en) – die Stürmer Hoss und Bialon im Kreuzzug und letzter etwas weniger stoisch zum überfälligen 3:0 für die Hansa. Nach weiterer vergebener guter Tormöglichkeit war dann Schluss. Die Hansa belohnte sich für die spielerisch phasenweise wohl beste Saisonleistung: die Mischung aus jungem und altem Spielermaterial scheint immer besser zu greifen. Die Tabelle lügt bekanntlich selten und so ist die Hansa wieder im oberen Mittelfeld angekommen und kann mit etwas Optimismus wohl heimlich wieder auf andere Tabellenregionen schielen. In den nächsten Wochen warten allerdings drei schwere Auswärtsspiele zunächst am Sonntag in der Liga bei Tiergarten und am kommenden Sonntag das Rematch des legendären Aufstiegsspiels gegen die Berliner Amateure. Für Euphoriesprünge ist es mit Sicherheit noch viel zu früh, aber ein Grundstück für den angestrebten nächsten Schritt scheint gelegt.

Die Zweite bedankt sich bei den zahlreichen Unterstützern in der Ritze, einem schelmischen Unparteiischen und einer äußerst fairen Gastmannschaft aus Lübars , die auch trotz des verletzungsbedingten temporären Unterzahlspiels bis zum Ende nicht aufsteckte.

Aufstellung: Hertel — Hoffmann – Labude(70. Relitz) – Stürmer – J.Kohl (71. J.Litmanen) — Homberg – Krause-Behrendt – Klotz – Rau(76. Engel) — Hoss – Bialon

Tore: 1:0 Klotz (3., Homberg), 2:0 Bialon (40., Klotz), 3:0 Bialon (76., J.Litmanen)

Spieler des Spiels: Aaron Klotz ragte aus einer guten Manschaftsleistung heraus.

 

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