4.Spieltag: FSV Hansa 07 II – BSC Marzahn II 3:3 (1:1)

Wahltag in Berlin. Die Piraten enterten Kreuzberg-Friedrichshain mit 14,2 % Stimmanteil, der Himmel vergoß Lachanfalltränen ob der 2,0 % der FDP in gesamt Berlin und Hansa entschied sich bei der Platzwahl mal wieder für den Beginn gen Nordtor.

Die Innenverteidigung bereitete dem Trainer großes Kopfzerbrechen, denn mit Patrick Kohl (berufsbedingte Absage), Tim Rehwinkel (Reha nach Handbruch), Paul Linke (Schulterverletzung) und Laszlo Strzoda (Krankheit) fehlten vier Spieler, die diese Position normalerweise aufüllen können. So traf es mal wieder Roman Emmerling, der die Lücke stopfen musste. Letztes Wochenende durfte er nach dem gleichen Prinzip im Angriff ran, dieses mal also in der Abwehr.

Der Gegner aus Marzahn machte einen durchweg robusten Eindruck und eröffnete das Spiel auch mit mehr Druck und Feldvorteilen. Die Gastgeber suchten sich noch zu orientieren, da stand es schon Null zu Eins. 23 Meter vor dem gegnerischen Tor verlor Cengiz Yücel – Leihgabe aus der 1.Herrenmannschaft – den Ball und da die Hanseaten sehr weit aufgerückt waren, hatten die Gäste viel Platz und konnten eine Menge Schwung mit in den Konter nehmen. Binnen Sekunden waren die restlichen 80 Meter des Platzes überbrückt und der Ball via Flachschuss ins kurze Eck im Tor versenkt (5.).

Aber Hansa schien nicht geschockt. Sofort setzte die Truppe dem Rückstand nach. Ein langer Diagonalball von Roman Emmerling landete auf dem rechten Flügel bei Jonas Kohl, der mit dem Ball in die Mitte zog, einen Schuss mit Links antäuschte, einen Haken nach rechts schlug und trocken, flach mit Rechts aus Sechzehnmetern ins lange Eck vollendete (9.). Der schnelle Ausgleich für die Hausherren.

Danach verlor Hansa allerdings wieder etwas den Faden. Die Gäste wirkten wacher und zwangen Hansa in viele Zweikämpfe, die zu Fehlpässen und Ballverlusten führten. Richtig brenzlig wurde es vor der Pause noch zwei Mal. Nach einem Fehlpass von André Hoss – nahezu eine Déjà-Vu-Situation zum 0:1 – musste Hansa-Keeper Enrico Selk seinen ganzen Körper einsetzen um den Weg zum Tor und das Null zu Zwei zu verhindern (22.). Kurz darauf blockte Steffen Hoffmann einen Schuss im Eins gegen Eins in letzter Sekunde (26.). Das Offensivspiel der Hanseaten blieb meist Stückwerk und bis auf einen Schuss von Toni Behrendt auch ungefährlich (37.). Allerdings war zu erkennen, dass Hansa die bessere Spielanlage mitbrachte und dies im zweiten Durchgang unbedingt auch in Zählbares ummünzen musste.

Verzweiflung machte sich nach dem 1:3 an der Linie breit.

Zum Wiederanpfiff betraten mit Frank Engel und Andreas Selk für Toni Behrendt und André Hoss zwei frische Kräfte das Feld. Hansa hatte in Halzeit Eins zu rechtslastig agiert, was sich nun ändern sollte. Andreas Selk legte auch gleich los wie die Feuerwehr und machte ordentlich Betrieb auf der rechten Abwehrseite der Gäste. Hansa hatte alles im Griff, bis ein langer Ball die Linie hinunter von Roman Emmerling nicht konsequent geklärt oder gesichert wurde. Der Stürmer luchste ihm das Spielgerät ab, drang in den Strafraum ein, narrte noch Stephan Kreischer und drosch die Kugel dann unhaltbar ins kurze Eck (56.). Wieder Rückstand. Die Köpfe sanken nach unten und bevor sie sich wieder erheben konnten, gab es den nächsten Dämpfer. Ein harmloser Pass in die Mitte des Sechzehners gelangte zu Roman Emmerling, der den Ball annehmen wollte, wobei ihm ein technischer Fehler unterlief und das Leder vom Außenrist an die am Körper anliegende Hand sprang. Der Schiedsrichter pfiff und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine Konzessionsentscheidung, da er einige Minuten zuvor einen hörbaren Kontakt eines Hanseaten mit einem Marzahner im Strafraum nicht geahndet hatte. Wie auch immer, der Schütze der Gäste verwandelte, auch wenn Enrico Selk fast dran war (59.).

Hansa schien nun tot und in den folgenden Minuten des Spiels konnten die Betrachter nur schwerlich den Eindruck gewinnen, dass hier noch etwas zu holen war. Marzahn schien zufrieden und sich der drei Punkte gewiss.
In der 73. Minute regte es sich an der Seitenlinie und vor der Hansabank. Mit Max Giese für Stephan Kreischer wurde der letzte Wechsel vollzogen. Der Trainer stellte um, beorderte Roman Emmerling ins Sturmzentrum und ließ nun Hinten, wie Vorne mit Dreierkette agieren. Entweder oder!

Gleich macht es BUMM, dann fällt ein Tor und alle schreien: Engel vor!

Diese Umstellung verwirrte die Gäste, die mit dem dritten Angreifer nicht gerechnet hatten und nicht zurecht kamen. Plötzlich war wieder Feuer im Spiel, Hansa Dauergast in der Hälfte des BSC und noch bevor Frank Engel wirklich verstanden hatte, dass er nun den linken Flügelstürmer geben sollte, bekam der den Ball von Roman Emmerling serviert und vollendete mit dem schwächeren rechten Fuss aus 14 Metern zum Anschlusstreffer (77.) Jetzt erwachte auch wieder der hanseatische Team- und Kampfgeist. Sofort eroberte Hansa wieder den Ball. Ein langer Pass ins Sturmzentrum wurde von einem Abwehrspieler des BSC unglücklich verlängert und so fand sich Roman Emmerling plötzlich alleine vor dem herausstürmenden Towart, an dem er den Ball zwar vorbeibrachte, der dann aber vom Pfosten abprallte und geklärt werden konnte (78.). Nun ging es Schlag auf Schlag und Marzahn wusste gar nicht wie Ihnen geschah. Der nächste Angriff rollte an, an dessen Ende ein feiner Pass von Roman Emmerling auf Frank Engel stand, der den Ball über den Torwart hinweg ins Tor hob (79.). Der Ausgleich und noch über zehn Minuten zu spielen. Hansa drohte nun zu überdrehen. Sie wollten jetzt noch den Dreier, doch hinten bestand die Gefahr in einen Konter zu laufen. Doch so kam es nicht und auch Vorne ergab sich nur noch eine Halbchance.

So blieb es bei der gerechten Punkteteilung und der gewonnen Erkenntnis, dass die Moral der Hanseaten ungebrochen ist, auch wenn das mit dem Fußballspielen momentan nicht mehr ganz so klappt, wie in der vergangenen Saison.

Aufstellung: E.Selk – Kreischer (73.Giese), Emmerling, Hoffmann, Meiser – Behrendt (46.A.Selk), Tucic, Yücel, J.Kohl – Hoss (46.Engel), Jaschke

Tor/e: 0:1 König (5.,Rechtsschuss), 1:1 J.Kohl (9.,Rechtsschuss), 1:2 Schmidt (56.,Rechtsschuss), 1:3 Huth (59.,HE,Rechtsschuss), 2:3 Engel (77.,Rechtsschuss,Emmerling), 3:3 Engel (79.,Linksschuss,Emmerling)

Karte/n:

Spieler des Spiels: Jonas Kohl, der sich seinem ersten Hansator kontinuierlich angenähert und es nun endlich erzielt hat und der in der ersten Halbzeit mit Abstand beste Hanseate war.

Man of the Match: Jonas Kohl

[ratings]

 

7 Responses to Stone Cold Frank Angel

  1. joe sagt:

    angelfrank – fussballgott

  2. patrick sagt:

    sauber jungs, wenigstens ein punkt, gute moral! frank ist aber auch ein abgezockter hund…

    ps: das foto von ben und paul ist ein großartig

  3. roman sagt:

    ey, der Assist fürs 1:1 gehört auch mir!
    somit bin ich an 5 von 6 Toren direkt beteiligt… auch nicht schlecht.

    Im ernst, 1:2 und 1:3 nehm ich auf meine Kappe – Sorry, Leute.

  4. Youareallnuts sagt:

    Großer Kampf und ein gefühlter Sieg! Schade, dass nicht tatsächlich 3 Punkte rausgesprungen sind.

    @Roman: Die Verantwortung für das 1:2 müssen wir uns teilen.

  5. Frank sagt:

    @roman: 5 assists in einem Spiel- überragend!
    Danke fürs auflegen, dein stone (c)old.

  6. McBain sagt:

    McBain sagt: Rache wird am besten (k)alt serviert.

  7. timtim sagt:

    Glückwunsch zum Punktgewinn, Leute! Und Glückwunsch an Jonas,sauscharfes Foto…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.