Autor: Hermann

Widrige Bedingungen in der Wrangelritze. Drei Tage nach dem Sturm Xaver gleicht die Ritze eher Rodelbahn als Fußballfeld. Nur aufgrund der Vormittagsspiele ist das Grün auf dem Platz zu erkennen. Die Spieler der Hansa II drängen sich mit Bier zusammen, Ihr Spiel auf Fremden Platz wurde bereits abgesagt.

Neben dem Grün fehlt ein Schiri. So pfeift der Gegner und hat damit, wie sich später rausstellt, mindestens einen 12. Mann auf dem Platz. Darüber hinaus gibt’s Probleme mit den Trikots. Die Gegner treten in Schwarz an, die Hansa auch. Zu guter Letzt muss auch die übliche Hansakrankheit um sich greifen: Es fehlen Spieler. Kurzfristige Grippeabsagen machen aus 14 erwarteten Spielern nur noch 12.

Widrige Bedingungen ist man aber bei der Hansa gewohnt. Und wenn man gegen den Tabellenzweiten der Liga spielt, dann sind widrige Bedingungen genau das was man braucht, um einen echten Kampf abzuliefern. Für die Trikots hilft Fritz aus mit den bereits schweißgetränkten Leibchen des vorherigen Spiels. Für die zwei erkrankten Spieler lösen sich Mario von der Ü32 und Phillip von den 7ern Frauen bzw. Hansa II von Ihrem Bier und erklären sich bereit. Und den schwer zu bespielbaren Platz, den nutzt die Hansa als Chance einen technisch eigentlich überlegenen Gegner durch Stellungsspiel und List zu begegnen.

13:30 Anpfiff, Hansa spielt mit:

Sturm: Andreas – Ole (45. Mario)

Mittelfeld: Eri – Matthias – Jan – Jojo (70. Kassian)

Abwehr: Benny – Jeff – Tom – Volker (45. Phillip)

Tor: Iman

Hansa ist von der ersten Minute gut drin. Da schnelle Antritte bei dem Platz nicht möglich sind, werden Stellungsfehler sofort bestraft, dafür gibt es in der Offensive mehr Zeit für die Ballannahme. Hansa dominiert die ersten 20 Minuten, gerade über links wird öfter durch Steil und Klatsch gute Kombinationen aufgebaut. Mehr als durchaus gefährliche Fernschüsse springen aber nicht heraus. Zwei Standards bringen dann die Führung. Ole wird gefällt, zentral, 25 Meter vor dem Tor. Benny tritt an, zirkelt den Ball auf den linken Winkel, der Torwart kratzt ihn noch raus. Die folgende Ecke tritt wieder Benny, Jeff verlängert, Ole knallt ihn aus 5 Metern in den Winkel. 1:0 gegen den klaren Favoriten. Die Ritze bebt.

Danach kommt aber Rotation besser ins Spiel. Sobald Hansa ihr Pressing vernachlässigt, zeigt Rotation, dass sie nicht zufälligerweise auf Platz zwei stehen. So steht Hansa einige Male zu weit weg vom Gegner, der somit häufiger zwischen die Linien kommt. Dann zwei sehr strittige Szenen: Rotation hat zu viel Platz und spielt einen Ball zentral in den Strafraum. Aus stark abseitsverdächtigter Position lässt der Stürmer schön zurückklatschen, der nachfolgende Knaller aus 18 Metern kann Iman nicht halten, auch wenn er noch dran ist. Dann Szene 2: Die komplette Hansa Viererkette inklusive Torwart sieht einen Passempfänger so klar im Abseits, dass sie nach Passabgabe gar nicht mehr eingreift. Das Bild ist kurios: Zwei Rotationsspieler laufen so die letzten 20 Meter mit dem Ball ins Tor. Der Schiri zeigt auf den Punkt. Frechheit. Und schön Blöd von uns. Recht haben heißt halt nicht immer Recht bekommen, vor allem in der Kreisklasse B.

Das Tor geht auf die Nieren, der Spielfluss ist weg. So geht es mit einem unglücklichen und kuriosen 1:2 in die Kabine. Aus der Kabine, mit den nun eingewechselten Mario und Phillip, kommt Hansa aber nun mit der besten 2. Hälfte der Saison:

Das 2:2 von Jan in der 50 Minute erfolgt ähnlich kurios wie das 1:2. Hansa hat Einwurf, Rotation denkt aber sie haben Einwurf (linienrichter zeigt an für Rotation, Schiri aber für Hansa). Rotation pennt, Andreas sprintet bis zur Grundlinie, findet Jan in der Mitte, der zentral aus 5 Metern ihn nur noch einschieben braucht.

Hansa hat nun klares Oberwasser. Der Ball läuft sicher, das Aufbauspiel erfolgt auffallend variabel, seltenst rennt sich die Hansa fest oder ein Ball wird bereits vor der Mittelfeldlinie verloren. Das 3:2 ist dann nur folgerichtig. Mario erhält einen Ball am rechten Strafraumrand und legt genial ab für den Querlaufenden DM Matthias der Ihn aus 11 Metern reinballert. Klasse Kombination, Klassetor und nächste Führung.

Hansa bleibt am Drücker. Jojo erhält eine halbhohe Flanke von der linke Seite am rechten Straufraumeckt, nimmt in volles Risiko Volley und Tor. 4:2 gegen den Favoriten.

Wer nun meinte der Drops sei gelutscht, hatte die Rechnung ohne den Schiri gemacht. Der hatte nämlich noch ein echtes Sahnestück im Köcher. Das 4:3 war nicht nur Abseits, nein der letzte Spieler von Rotation stand sogar noch hinter unserem Keeper. Aber Hansa hatte ja den Tag der schönen Dinger erwischt. Und so macht Mario mit einem Furztrockenen Schuss aus 16 Metern den Deckel ganz schnell wieder drauf. Endstand.

Widrige Bedingungen, zu wenig Spieler, parteiischer Schiri und stinkende Trikots stehen am Anfang. Am Ende steht ein 5:3 gegen den Extabellenzweiten, ein geiles Spiel und die mit Abstand beste Hinrunde der Hansa III. Stark.

PS: Danke nochmal an Mario und Phillip für die Hilfe, richtig gute Partie.

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One Response to Sturm Hansa fegt über die Wrangelritze

  1. Mario sagt:

    Danke für das Lob,hat richtig Spaß gemacht, aber- ich trinke kein Bier vor Sonnenuntergang 😉 , mußte mich daher von keiner Flasche(außer meinen Ü32 Kollegen) trennen, um mitzuspielen.
    Grüße, Mario

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