26. Spieltag: FSV Hansa 07 I – SV Nord Wedding 1893 I 4:2 (2:2)

1. Mai, Kreuzberg: Demonstrationen, Straßenfest, Sonne, Köfte, Open Airs und … Fußball in der Wrangelritze! An so einem ereignisreichen, internationalen Feiertag, der dieses Jahr ausgerechnet auf einen Sonntag fallen musste, holte die erste Herrenmannschaft von Hansa gegen den Tabellenletzten SV Nord Wedding 1893 drei Punkte.

Schon von Beginn an war klar, dass es für Hansa (trotz Heimvorteil, einer beeindruckenden Zuschauerkulisse und 18 Zählern Vorsprung) kein leichtes Spiel werden würde. Zu oft hatte man in der aktuellen Saison und der Saison davor und der Saison davor usw. gegen Mannschaften verloren, die weit unten in der Tabelle standen. Diese Bedenken wurden den Spielern von Trainer Ilhan aus Motivationsgründen kurz vor dem Anpfiff noch mal vor Augen gehalten.

Vom Support beflügelt, wurden die Weddinger an den Rand des Geschehens gedrängt.

Dann ging es auf den Platz. Kapitän Öktem, der seit 25 Jahren nichts anderes macht, als Seitenwahlen zu gewinnen und Tore zu schießen, durfte traditionsgemäß das Tor aussuchen, auf das Hansa spielte. Gleich in der ersten Minute kam es zu einer Schrecksituation: Die Köpfe von Sebastian Niehoff und dem Innenverteidiger von Wedding stießen bei einem Zweikampf in der Luft zusammen. Die Folge: Zwei Platzwunden und eine Auswechslung auf Seiten von Hansa. Maxime Jeannest de Gyvès ersetzte den in den letzten Spielen stark agierenden Niehoff auf seiner Position als hängende Spitze. Nach kurzer Pause entschied der Schiedsrichter auf Freistoß für Hansa zwischen der Eckfahne und  dem 16er Eck. Halil Duman brachte die Flanke scharf auf’s lange Eck, Abwehrversuche, die klägliche scheiterten, wurden von Borchert dankend angenommen, der nur noch abstauben brauchte. 1:0 Hansa in der 5. Minute gegen den Tabellenletzten. Alle Angst vor einem Scheitern schien verflogen zu sein. Daraufhin verringerte sich die Spieldominanz von Hansa. Durch die zurückhaltende Spielweise, die sich vor allem im Mittelfeld zeigte, konnte ein Pass in die Tiefe zum gegnerischen Spieler ankommen. Jesko Borchert, der sich nicht mehr anders zu helfen wusste, stoppte den gegnerischen Stürmer mit einem Foul im Sechzehner. Die logische Konsequenz: Elfmeter – 1:1 in der 30. Spielminute. Jeden weiteren Kommentar musste sich Borchert vor seinem Fahrschullehrer und Schiedsrichter verkneifen.

Noch immer ohne jegliche Präsenz und mit fehlerhaften Zuspielen kam es in der 38. Spielminute zu folgender Situation: Duman leitete durch einen Fehlpass an der Mittellinie einen gegnerischen Konter ein, der durch schlechtes Abwehrverhalten zum 1:2 aus Sicht von Hansa führte. Nun war man wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und die Gemüter der Hansaspieler waren erwacht. Man versuchte konzentrierter nach vorne zu spielen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit konnte sich Rauch, nach Kombinationsspiel mit Büchner, gegenüber seinem Gegenspieler an der rechten Außenseite durchsetzen und brachte den Ball hoch in den Strafraum. Jeannest de Gyvès, der sich von seinem Gegenspieler absetzte, köpfte den Ball per Aufsetzer zum 2:2 ein. Danach ging es in die Halbzeitpause.

Nach einer Kurzanalyse von Ilhan startete die zweite Halbzeit mit konsequentem Pressing der Heimmannschaft. Nun kontrollierte Hansa den Gegner. Die wenigen Angriffsversuche von Wedding scheiterten entweder an dem starken Abwehrverhalten der Hansa-Verteidigung oder an den eigenen Unzulänglichkeiten. Hansa konnte sich hingegen im Minutentakt Großchancen erarbeiten. In der 65. Spielminute musste Büchner, der mit seinen Gedanken schon beim Torjubel war, nur noch den Ball (nach herrlicher Vorarbeit von Öktem) über die Linie „drücken“, doch es siegte der Verteidigerinstinkt und der Ball landete im Toraus. Fünf Minuten später wurde Weikardt, der für Duman eingewechselt wurde, abermals von Öktem schön in Szene gesetzt, konnte den schon am Boden liegenden Torhüter aber nicht mehr bezwingen.
In der 79. Spielminute wurde dann der brav arbeitende Öktem, von dem kurz zuvor eingewechselten Pablo Gorelik in die Tiefe geschickt, der gekonnt mit seinem linken Fuß ins kurze Eck einschob. 3:2! Kurze Zeit später wurde abermals Öktem, nach wunderbarem Kombinationsspiel im Mittelfeld von Weikardt in Szene gesetzt, der den Sieg mit dem 4:2 Endstand fixierte.

Fazit: Die große Hansa-Problematik, nämlich gegen Mannschaften des unteren Tabellendrittels trotz starker Zuschauerkulisse und Fangesängen (angeführt von der 2.Mannschaft, die zuvor drei Punkte einholen konnte und so ihren ersten Tabellenplatz verteidigte, Gratulation!) zu bestehen, wurde leider erneut bewiesen.

Aufstellung: Haberecht – Borchert, Kökyaprak, Vissers – Büchner (73.Gorelik), Rauch, Akdogan – Niehoff (2.Jeannest de Gyvès), Duman (70.Weikardt) – Schachner, Öktem

Tor/e: 1:0 Borchert (5.,Rechtsschuss) 1:1 Etik (30.,FE), 1:2 Said (38.), 2:2 Jeannest de Gyvès (43.,Kopfball,Rauch), 3:2 Öktem (79.,Linksschuss,Gorelik), 4:2 Öktem (84.,Linksschuss,Weikardt)

Karte/n: Borchert (gelb/Foulspiel)

Spieler des Spieles: Die beiden Verteidiger – Ender Kökyaprak, der immer wusste, wie man die gegnerischen Angreifer durch einfaches Beinhinstellen klinisch vom Ball trennte und Jesko Borchert, der alle Kopfballduelle an diesem Tag gewinnen konnte.

Besondere Anerkennung: Ercan „Ruiseñor“ Öktem.

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5 Responses to Tag des Arbeitssieges

  1. christian sagt:

    tag des arbeitssieges – das triffts gut!!
    weiss jemand wie es sebastian geht?

  2. joe sagt:

    schöner bericht, andi.. und geiles video!
    mcbain everywhere..
    ich frag sebastian mal.

  3. Schachi sagt:

    Schöner Bericht Rauchi, nur eine kleine Sache ich bin nicht ausgewechselt worden, was nicht heisst das ich es nicht auch verdient hätte am Sonntag.

  4. Ben sagt:

    Glückwunsch, Männer!
    Es war wieder mal ein riesen Vergnügen euch unterstützen zu dürfen.

  5. andi sagt:

    schachi, du hast recht. aber nicht, dass ich dich lieber draußen gesehen hätte.

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