22. Spieltag: FSV Hansa 07 – SV Berliner Brauereien 2:1 (1:0)

Am Ende des Spiels versammelten sich alle Hanseaten noch einmal im Kreis und irgendwie wusste niemand so Recht wie man dieses Spiel gewonnen hatte und gerade dieser Umstand versüßte diesen Sieg noch ein wenig mehr. Ohne zu glänzen hatte Hansa einen starken Gegner niedergerungen und Disziplin als neue Tugend für sich entdeckt. Im Gegensatz zur Vorwoche musste Trainer Ilhan auf Henrik Wichmann verzichten, der wieder verletzt passen musste. Dafür rückte Stefan Gruhn wieder in die erste Elf und ins Trikot mit der Nr. 10 und Mitte der ersten Hälfte bedankte er sich mit dem Führungstreffer. Jörg Weikardt hatte sich rechts im Strafraum durchgesetzt, indem er mit dem Rücken zum Tor seinen Gegenspieler mit einem Übersteiger nach links verlud um dann doch rechts Richtung Grundlinie abzubiegen und präzise auf den mitgelaufenen Gruhn aufzulegen, der mit links gar den Schlussmann tunnelte.

Davor war das Spiel ziemlich zäh und ohne Höhepunkte. Schön ist anders. Die Brauer standen kompakt und räumten robust mit ihrer Durchschnittskörpergröße von Einsneunzich alles ab, was in die Nähe ihres Strafraums kam, ohne selbst wirklich Akzente nach vorne setzen zu können. Hansa gelang es in Hälfte Eins nur noch einmal das Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Wieder war es der agile Weikardt, der leider nur den rechten Pfosten traf. So ging man etwas betröppelt in die Halbzeit, trotz 1-0 Führung. Vom enttäuschten Anhang gab’s dementsprechend nur eine Handvoll klatschende Hände.

In Hälfte Zwei sollte sich das Bild ein wenig ändern. Hansa baute nun mehr Druck auf und hätte in der Folge die Führung mit etwas Glück ausbauen können, aber wirklich Zwingendes war weiterhin nicht dabei. Viel spielte sich im Mittelfeld ab und zumindest die Spieler konnten sich damit trösten, dass der Kick vielleicht als Rasenschach durchgehen würde. Dann – aus heiterem Himmel – schlug es im Hansagehäuse ein. Ein Ball kam in den 16er gesegelt, Borchert traf den Ball unglücklich und hatte endlich sein erstes Saisontor. Aber irgendwie war es ein zu schöner Tag. Die Stimmung draußen und im Team war zu gut um Punkte zu verschenken. Das sah glücklicherweise auch der Schiedsrichter so als Weikardt im 16-Meter-Raum gelegt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Jörg nicht einen Freistoß zugesprochen bekommen, dafür gab’s jetzt einen Elfmeter. 2-1 Hansa. Das ließ sich Hansa dann nicht mehr aus der Hand nehmen.

Wieder ein dreckiger 2-1 Sieg gegen eine starke und unangenehm zu spielende Mannschaft, die sich durch ihre Fairness Freunde in der Wrangelritze gemacht hat. Und lange nach Abpfiff hörte wer wollte ganz schwach und leise ein Liedchen trällern und niemand wusste recht – war es nun der Wind oder ein Fernseher im dritten Stock. Es ging ungefähr so (molto adagio):

Hansa beat the Brauerey
And I gotta say
Today was a good day

Aufstellung: Haberecht – Vissers, Borchert, Kökyaprak – Niehoff, Rauch, Akdogan (65. Neubauer), Bektas (10. Büchner)  – Gruhn, Öktem, Weikardt

Tore: 1:0 Gruhn (25.,Linksschuss,Weikardt), 1:1 Borchert (72.,Oberschenkel,ET), 2:1 Öktem (78.,Linksschuss,FE,Weikardt)

Karten: Akdogan (gelb/Protesto)

Bester Spieler: Zu Jörg Weikardt ist eigentlich alles gesagt. Einmal mehr eine Topleistung abgerufen, mannschaftsdienlich wie immer: 2 Assists, leider blieb ihm ein Tor vergönnt.

[ratings]

 

2 Responses to Today was a good day

  1. the one hand wonder sagt:

    sauber gemacht jungs.

  2. Ben sagt:

    Glückwunsch Jungs!
    Der Trend ist umgekehrt.

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