2.Spieltag: FSV Hansa 07 II – Berlin Türkspor I 1:1 (1:0)

Die Kreisliga B ist ein hartes Pflaster. War man letzte Woche noch glimpflich davon gekommen, rappelte es nun heftiger im Karton. Das kleine Kreuzberg-Derby zwischen 36 und 61 bot viel Kampf. Und wo gekämpft wird, da gibts auch meist Verletzte. Ein Lamento …

Keine 30 Sekunden war das Spiel alt, als der erste Schreck durch die hanseatischen Glieder fuhr. Paul Linke war nach dem ersten Zweikampf der Partie unglücklich auf die Schulter gefallen, hart aufgeschlagen und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Als die Betreuer heraneilten diagnostizierte der Patient bereits eine ausgekugelte Schulter. Na Prost, Mahlzeit! Ein Krankenwagen wurde bestellt, den man drei Minuten später wieder stornierte, weil Paul Linke plötzlich wieder stand, überrascht seinen Arm kreisen ließ und der Meinung war, er könne wieder mitwirken. Der Schiedsrichter winkte ihn in die Partie und fast wäre er direkt zum Torabschluß gekommen, hätte er sich nicht für einen Querpass entschieden, aus dem dann nichts wurde.

Hansa-Kreis

Freundschaft hin …

Das Spiel war von Beginn geprägt durch viele Unterbrechungen, wenig Spielkultur, dafür aber von viel Redekunst. Türkspor hatte schnell im oft zu Hansa-Gunsten entscheidenden Schiedsrichter einen Lieblingsfeind gefunden, lamentierte stetig, war aber auch das feldüberlegene Team. Die Gastgeber kamen nicht so recht in die Partie, als ob der frühe Verletzungsschock, samt Wunderheilung für eine kollektive Verwirrung gesorgt hätte. Aus dem Plan, den Gegner bereits in dessen Hälfte zu bearbeiten und frühe Ballverluste zu provozieren wurde erst einmal nichts. Die Abwehr stand gut, doch die gesamte Mannschaft zu tief. So hakelte das Spiel so vor sich hin. Erst als Paul Linke neuerlich in einem Zweikampf stürzte und, in gleicher Position und mit identischer Armhaltung wie beim ersten Mal, liegenblieb, ereignete sich wieder etwas Aufregendes. Das war in Minute 21 und beendete den Arbeitstag von Paul Linke endültig. Frank Engel kam und Kai Schumann wechselte von der linken auf die rechte Seite. Peu à peu fanden die Hanseaten jetzt ins Spiel. Immer wenn es gelang den Ball schnell zu machen, blitzte »Gefahr« in hellen Lettern strahlend in der Hälfte der Gäste auf. Aber noch gelangten die Pässe nicht in die richtigen Füße oder stimmte das Timing nicht.

Ein Null zu Null zur Pause schien schon vorprogrammiert zu sein, als eine Balleroberung im Mittelfeld Kai Schumann in den Besitz des Spielgeräts brachte, dieser mit André Hoss Anspiel-Klatschen spielte, dann Roman Emmerling hinzukam, dessen Pass den einkreuzenden Max Ellner bediente, der zwischen zwei Verteidigern im Fallen via linkem Innenpfosten vollstreckte. Die etwas überraschende, aber dafür um so freudiger begrüßte Führung (36.).
Türkspor geriet nun aus dem Tritt. Hansa gewann Oberwasser und nur kurz nach dem Führungstreffer bot sich die große Chance zum 2:0, doch beim 4:2-Überzahlspiel versagten die Nerven und der Pass von André Hoss fand weder Roman Emmerling noch Max Ellner und trudelte ins Seitenaus.

Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Dort verabredete das Team nun von Beginn an wacher zu sein und auf das zweite Tor zu spielen, um dem Gegner den Zahn zu ziehen. Die Erinnerung an das eigentliche Vorhaben früh zu attackieren wurde aufgefrischt.

Gesagt, nichts getan. Die zweiten 45 Minuten ähnelten vom Anpfiff weg dem Start der ersten Hälfte. Es blieb das ruppige Spiel mit vielen Unterbrechungen, kleinen Fouls, viel Trashtalk und wenig Tormöglichkeiten. Dem Schiedsrichter wurde es von Minute zu Minute schwerer gemacht und er reagierte darauf mit vielen Pfiffen, die nur zu noch mehr Unmut führten. Aus einer wenig ansehnlichen, wurde eine hässliche Partie. Fußball fand so gut wie gar nicht mehr statt. Nach zwei, drei Stationen mündete der Ball in einem Zweikampf, der dann wieder mit einem Pfiff wegen Foulspiel endete.

Typisch Teil 1: Unterbrechung und Lamento nach dem Schiedsrichterentscheid.

Einzig die Defensive der Hanseaten, als auch die von Türkspor, lieferte gute Arbeit ab. Offensiv tauchten beide Teams fast komplett ab. Hansa-Aushilfstorwart Hasan Bektas griff zum ersten Mal rettend in die Partie ein, als er von einem abgefälschten Schuss aus 18 Metern zu einer Parade gezwungen wurde, die er problemlos meisterte (69.).

Typisch Teil 2: Hansa eher defensiv, aber kaum in Gefahr.

Als der Schiedsrichter dann in der 79. Minute endgültig genug gehört hatte und einen Spieler von Türkspor wegen permanentem Reklamierens mit Gelb-Rot vom Platz stellte, schien der zweite 1:0-Erfolg in greifbarer Nähe. Türkspor reagierte nach dem Platzverweis wütend und blieb trotz nummerischer Unterlegenheit am Drücker. In der 81. Minute hatte Hansa dann den Knock-Out auf dem Fuß. Kai Schumann wurde rechts frei gespielt, drang in den Sechzehner ein, aber anstatt selbst den Abschluß zu suchen, spielte er in die Mitte zu Max Ellner, der bedrängt von einem Gegenspieler keine Chance hatte den Ball gut zu verwerten.

Am Ende dieser Szene blieb Kai Schumann am Boden liegen und blutete aus der Nase, wie Bruce Willis in seinen härtesten Filmen. Der Verteidiger, der seitlich aus der Mitte auf Kai Schumann zugerannt kam, war nach dem Querpass ungebremst weitergelaufen und hatte im Vorüberrennen den Ellenbogen ausgepackt. Eine brutale und widerwärtige Aktion. Dem Schiedsrichter war es entgangen, da das Spielgeschehen weiter in die Mitte gewandert war.

So musste Kai Schumann, Taschentücher rot tränkend (und mit Nasenbeinköpfchenbruch, wie wir mittlerweile wissen), von Außen miterleben, wie ein Freistoß aus dem Halbfeld den Kopf eines Türksporspielers fand, der Ball im Netz landete und den Gastgebern so doch noch den sichergeglaubten Sieg entriss (87.).

Letztendlich ein leistungsgerechtes Unentschieden, dass auf Seiten von Hansa aber vom Verlust zweier Spieler überschattet wurde.

Fazit: Keine Punkte der Welt, sind so viel wert wie die Gesundheit der Spieler. Gute Besserung Paul, gute Besserung Kai.

Aufstellung: H.Bektas – J.Kohl, Strzoda, P.Kohl, Meiser – Schumann (81.Giese), Tucic, Emmerling, Linke (21.Engel) – Ellner, Hoss (73.Kahraman)

Tor/e: 1:0 Ellner (36.,Rechtsschuss,Emmerling), 1:1 Demir (87.,Kopfball)

Karte/n: Meiser (gelb/Foulspiel), Schumann (gelb/Beschweren wg. blutender Nase) – Ilhan (gelb-rot/Reklamieren,79.)

Spieler des Spiels: Laszlo Strzoda und Patrick Kohl, die die Abwehr sehr gut organisierten und enorm zweikampfstark waren.

[ratings]

 

9 Responses to Verlustsmeldung

  1. rafa sagt:

    ach du schei*** gute besserung jungs!!! Dem schluss schließ ich mich zu 200% an!! Beste grüße von der jersy shore.

  2. Ben sagt:

    Ich sag mal lieber nicht mehr als „Schade“….
    …und „Gute Besserung“ an Paul und Kai.

  3. roman sagt:

    Aua! Gute Besserung Jungs!

    Ich nehm das Gegentor auf meine Kappe und entschuldige mich für meine Leistung speziell in Halbzeit Zwo. Wird nicht wieder vorkommen.

  4. André sagt:

    Das können wir viel besser, viel cooler. Ich bin mir sicher, dass wir das bald auch wieder zeigen werden, Männers.

    Kai & Paul: Ihr Schätzeleins werdet uns fehlen, hoffentlich nicht lange.

  5. Youareallnuts sagt:

    Sehr bitter.

    Gute Besserung Paul und Kai! Auf das Ihr bald wieder auf dem Platz steht.

  6. akgün sagt:

    gute besserung paul, gute besserung kai!!

  7. christian sagt:

    sehr richtiges fazit. gute besserung an paul und kai!

  8. Schachi sagt:

    Gute Besserung Head&Shoulder!

  9. Hoffel sagt:

    Gute Besserung an Paul und Kai! Back in Kreuzberg, wir sehen uns Dienstag.

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