28. Spieltag: SV Adler Berlin – FSV Hansa 07 4:2 (2.2)

Ein guter Charakter einer Mannschaft definiert sich vor allem über die Ersetzbarkeit einzelner Spieler. Das mag vielleicht ein wenig plump klingen, aber in einfachen Worten ausgedrückt sagt es nichts anderes als: Je größer die Freude am Fußball und an der Mannschaft, desto größer die Beteiligung am Training und desto mehr Optionen stehen dem Trainer am Spieltag zur Verfügung. Das konnte Hansa am vergangenen Sonntag bei sechs fehlenden Spielern der Stammelf unter Beweis stellen. Dass vier Gegentore im Fußball aber zu viel sind, wurde ebenso bewiesen…

Die Hanseaten machten sich am Sonntag gemeinsam auf den Weg zum Fußballplatz des Gastgebers SV Adler Berlin in Mariendorf, wo es in diesem Jahr und in dieser Rückrunde schon einmal zu einem bitteren Punkteverlust gekommen war (beim 3:3 gegen den SV Süden). Aber mit großem Selbstvertrauen und dem dritten Platz in der Tabelle hatte man alle schmerzhaften Erinnerungen an vergangene Tage vergessen. Nach langer Verletzungspause rückte nun wieder Hansas zweiter Vollblutstürmer Weikardt (neben Öktem) in die Startelf und dementsprechend wurde die Taktik von Trainer Ilhan ausgelegt: Mit langen Bällen wollte man in den ersten 15 Minuten die Stürmer füttern und den Gegner unter Druck setzen, um so allmählich ins Spiel zu finden. Der verletzungsbedingt ausfallende Vissers wurde durch Huber in der Innenverteidigung ersetzt, der zusammen mit Borchert für die langen Bälle sorgen sollte. Leider brauchte der „Huf“ von Huber am Anfang die nötige Feinjustierung um das Ankommen der Bälle zu garantieren. Daher kam es in der 20. Minute zu folgender Spielsituation: Eine langer Ball verunglückte und wurde in der Mitte abgefangen, der darauf folgende Pass in die Tiefe überspielte den letzten Mann der Hansa Verteidigung und Torhüter Haberecht wusste das Einnetzen des gegnerischen Stürmers nicht mehr zu verhindern, 1:0. Unbeirrt und mit vollem Tatendrang spielte Hansa nach dem Anstoß weiter. Die Spielanteile lagen deutlich auf Seiten der Kreuzberg und man wusste, dass die drei Punkte noch in erreichbarer Nähe waren.

Dennoch kam es zu der einen oder anderen Situation, wo der Gastgeber dem 2:0 näher war als Hansa dem Ausgleich. Durch zu viel Platz im Mittelfeld kam der Stürmer von Adler nach Zuspiel in die perfekte Schussposition und konnte so in der 31. Minute den Vorsprung ausbauen, 2:0. Weiterhin unbeirrt und mit mehr Zug nach vorne konnten sich zehn Minuten später nun endlich die Gäste zu Wort melden: Weikardt, der nach Zuspiel von Bektas in Szene gesetzt wurde, verwandelte den Ball flach und souverän ins lange Eck, 2:1. Nun hatte man den sehr robust bis brutal spielenden Gegner durch die Zielstrebigkeit Hansas eingeschüchtert. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit konnten sich nach langem Kombinationsspiel Duman und Kökyaprak auf der linken Seite durchsetzen. Der Ball erreichte Öktem, der die halbe Abwehr im 16 Meter Raum austanzte und uneigennützig mit einem hohen „Stanglpass“ das zweite Tor von Weikardt assistierte, 2:2.

In der zweiten Halbzeit begann man die Taktikanweisung, die am Anfang des Spieles von Trainer Ilhan mitgegeben wurde, vollständig umzusetzen. Ermüdungserscheinungen der gegnerischen Verteidigung ließen den beiden Stürmern viel Raum. Hohe Bälle in die Spitze waren die Folge. Dennoch blieb jeder Angriffsversuch durch die Abseitsentscheidungen des Schiedsrichters unbelohnt. Jetzt kontrollierte Hansa das Geschehen am Platz. Das Mittelfeld rückte immer mehr auf und man wartete nach jedem hohen Ball auf das Ausbleiben der Pfeife des Unparteiischen. Dieser Raumgewinn im Mittelfeld stellte für Adler die Einladung zum Konter dar, der in der 82. Minute zum 3:2 (aus Sicht der Gastgeber) führte. Adler machte nun die Räume eng und stellte selbst bei einem Einwurf tief in der gegnerischen Hälfte alles zu. Aufgrund dieser kompakten Aufstellung der Gegners entschied sich Akdogan, den Einwurf auf Torwart Haberecht auszuführen, der aufgrund der Rückpassregel den Ball nicht in die Hände nehmen durfte, ihn somit an den attackierenden Stürmer verlor und welcher zum 4:2 Entstand einschieben konnte.

Zwei Konter und zwei Brachialfehler bescheren dem Gegner vier Tore. Nur einmal hatte Hansa in dieser Saison soviel Gegentore bekommen, konnte dem Gegner im besagtem Spiel aber Fünf mehr schießen.

Durch diese Niederlage befindet sich Hansa in der Tabelle auf der schlechtesten Ausgangsposition der fünf Teams, die um den Aufstieg mitspielen. Dennoch müssen alle Mannschaften, die vor Hansa platziert sind, noch gegeneinander antreten. Wenn man in den letzten fünf Spielen unter Beweis stellt, dass es sich hierbei nur um einen Ausrutscher handelte, könnte die Saisonabschlussfeier Einigen für ein paar Jahre ein Erinnerung bleiben.

Aufstellung: Haberecht – Kökyaprak, Borchert, Huber, Akdogan  –  Duman,  Abraham, Rauch, Bektas (60. Emmerling) –  Öktem, Weikardt (83. Karayel).

Tore: 1:0 (20.), 2:0 (31.), 2:1 Weikardt (37., Linksschuss, Bektas), 2:2 Weikardt (44., Kopfball, Öktem), 3:2 (82.), 4:2 (88.).

Karten: Öktem (gelb, Schiedsrichterkritik), Kökyaprak (gelb, taktisches Foul der feinsten Sorte)

Hansa-Spieler des Spiels: Sturmduo Öktem und Weikardt. Durch viel Engagement und Kampfgeist brachten die beiden Motoren im Sturm Hansa wieder ins Spiel zurück. In der zweiten Halbzeit leider zu oft vom Schiedsrichter zurückgepfiffen.

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8 Responses to Vier Gegentore sind drei zuviel!

  1. christian sagt:

    rändi-ändi, danke für den bericht aus alpen-sicht!!
    und ansonsten haste völlig recht, noch ist alles drin!

  2. roman sagt:

    taktisches Foul der feinsten Sorte – seh ich genau so!

  3. Ercan sagt:

    ich möchte kleinlaut anmerken, dass diesmal keine Schirikritik die Gelbe Karte zur Folge hatte..
    Vielleicht als Konzessionsentscheidung 🙁

  4. Kai sagt:

    ach verfluchte…
    da muss ich Euch am Dienstag endlich mal wieder Feuer unterm hintern machen 😉
    weiter.kopf hoch, wisst jawohl was Ihr könnt!!
    ich halte die Daumen und bis Dienstag
    Grüße an alle!

  5. Kai sagt:

    @ roman yeah!!!

  6. Jörg sagt:

    Endlich mal ein taktisches Foul!
    Weiter geht’s am Sonntag. Egal mit welcher Aufstellung.
    Bei mir, Knieprellung. Klingt weich, tut aber weh :-), ich hoffe das klappt bis Sonntag.

  7. stefan sagt:

    kopf hoch! ich schließe mich jörgs meinung an – weiter geht’s, egal wie – hauptsache drei punkte!
    an jörg, eric, tom und die anderen verletzten gute besserung!

  8. Jörg sagt:

    Und alle Verletzten. Morgen mit Schirm bewaffnen. Anpfiff ist wie immer!

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